Ein Volocopter steht am 12.09.2017 in Frankfurt am Main (Hessen) auf dem Messegelände. Nach Aussage des Herstellers ist das Fluggerät der erste bemannte, voll-elektrische Senkrechtstarter der Welt. Die Internationale Automobil-Ausstellung (IAA) findet vom 14. - 24. September 2017 statt. Auf der Messe präsentieren über 1.000 Aussteller aus fast 40 Ländern ihre Produkte. Foto: Andreas Arnold/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ | Verwendung weltweit
Zu Gast in Frankfurt war das Flugtaxi des Bruchsaler Start-ups Volocopter bereits, allerdings nur auf dem Messegelände. Künftig soll der Flughafen zur Anlaufstelle werden. Volocopter erarbeitet dafür ein Konzept mit Fraport. Foto: dpa | Foto: dpa

Flugtaxis in Frankfurt

Volocopter und Fraport feilen am Flughafen-Konzept

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Über das Fehlen prominenter Partner und Unterstützer kann sich das Bruchsaler Start-up Volocopter nicht beklagen. Der Autobauer Daimler ist als Investor beim Flugtaxi-Pionier an Bord, ebenso Risikokapitalgeber Lukasz Gadowski (unter anderem „Delivery Hero“). Dorothee Bär (CSU), Staatsministerin für Digitalisierung, macht sich ebenfalls für Volocopter stark. Nun gingen die Bruchsaler, die den Verkehr revolutionieren wollen, eine Partnerschaft mit der Fraport AG ein. Der Betreiber des Frankfurter Flughafens will erproben, inwiefern sich mit den Lufttaxis eine Art Shuttle-Service zu Flughäfen etablieren lässt.

Für Reisende ist das Problem nicht neu: Während etwa die reine Flugzeit von Frankfurt nach London nur rund 90 Minuten beträgt, kommen mit der An- und Abreise zum Flughafen oft viele weitere Stunden dazu. Fraport und Volocopter wollen dies beschleunigen. „Das autonome Fliegen wird die Luftfahrt grundlegend verändern. Wir wollen als erster Flughafen Europas das Potenzial des elektrischen Flugtaxis gemeinsam mit dem Pionier Volocopter erschließen“, erklärt Anke Giesen, Vorstand Operations der Fraport AG.

Volocopter Port soll eingerichtet werden

Die Unternehmen wollen demnach gemeinsam Konzepte für die Bodeninfrastruktur und den Betrieb von Flugtaxis an Flughäfen entwickeln. Dafür soll ein sogenannter Volocopter Port eingerichtet werden, der Deutschlands größten Flughafen mit innerstädtischen Knotenpunkten verbindet.

Herausforderung für fast alle Großstädte dieser Welt

„Die optimale Anbindung des Stadtzentrums an den Flughafen ist eine riesige Herausforderung für fast alle Großstädte dieser Welt“, sagt Volocopter-Chef Florian Reuter. Eine der Hürden sei es nun, den „Volocopter-Service sicher und effizient in die komplexen Prozesse an einem internationalen Großflughafen zu integrieren“. Wie schnell das geschehen wird, ist noch unklar. Zu Details der Partnerschaft machten die beiden Unternehmen bislang keine Angaben.

Beförderung ohne Pilot

Langfristiges Ziel von Volocopter ist es, dass seine Drohnen-ähnlichen Flugtaxis Passagiere autonom, also ohne Pilot an Bord, befördern. Erfolgreiche Tests gab es bereits, mit einem echten Einsatz rechnen Experten jedoch erst Mitte oder Ende des kommenden Jahrzehnts. Sowohl die Technik als auch Gesetze müssen für das Vorhaben noch angepasst werden. In diesem Jahr sind weitere Tests des Volocopters in Singapur geplant. Dabei soll vor allem der Betrieb in einer urbanen Umgebung erprobt werden.