So sieht der Vorentwurf für ein Gemeindezentrum mit Gebetshaus in Graben-Neudorf aus.
So sieht der Vorentwurf für ein Gemeindezentrum mit Gebetshaus in Graben-Neudorf aus. | Foto: BNN

Graben-Neudorf

Vorbereitungen für Moschee sind auf der Zielgeraden

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Rund eineinhalb Jahre ist es her, dass der Gemeinderat von Graben-Neudorf den Beschluss gefasst hat, für das Gelände der Tükisch-Islamischen Gemeinde einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan aufzustellen. Der Ditib-Ortsverein will dort bekanntlich ein neues Gemeindehaus bauen. Seitdem der Gemeinderat den Weg frei machte für die Pläne der türkischen Mitbürger, hat sich „Am Bruhrain“ – zumindest äußerlich – nichts getan.

Die Türkisch-Islamische Gemeinde trifft sich nach wie vor in einer ehemaligen Gaststätte, die nicht nur in die Jahre gekommen, sondern auch in relativ schlechtem Zustand ist. Abrissbagger? Fehlanzeige. Die Nachfrage bei der Gemeinde Graben-Neudorf bringt Licht ins Dunkel: „Die Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans ist ein aufwendiges Verfahren, das gründlich durchgeführt werden muss.

Nachdem im September 2018 die aktualisierten Pläne des Bauherren vorlagen, nahmen Arbeiten durch das beauftragte Stadtplanungsbüro sowie Abstimmungsgespräche mit dem Landratsamt Karlsruhe die erforderliche Zeit in Anspruch“, heißt es in einer Mitteilung.

Kanzlei arbeitet an Vertragsentwurf

Derzeit erarbeite eine von der Verwaltung beauftragte Rechtsanwaltskanzlei den Entwurf des notwendigen städtebaulichen Vertrags. Damit sei das Projekt auf der Zielgeraden. Das hören Mustafa Yildiz, Vorsitzender der Türkisch-Islamischen Gemeinde und Architekt Ersin Baydaroglu gerne. Bei beiden herrscht eine gewisse Ungeduld vor: „Eigentlich wollten wir diesen Sommer schon bauen“, sagt Ersin Baydaroglu.

Den vorhabenbezogenen Bebauungsplan strebte die Gemeinde seinerzeit an, weil Baydaroglus Entwurf die vorgegeben Baugrenze an zwei Stellen leicht überschreitet. Das bedingt entweder eine Änderung des Bebauungsplans „Kirbsenkopf“, der auch das Gelände der Ditib einschließt. Oder aber die Gemeinde stellt für diese Fläche einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan auf, der ihr gleichzeitig deutlich mehr Mitspracherecht einräumt.

Infoveranstaltung im Herbst

Wäre die Türkisch-Islamische Gemeinde innerhalb der Baugrenze geblieben, hätte sie einen herkömmlichen Bauantrag stellen müssen. Ein zweiter Unterschied: Der vorhabenbezogene Bebauungsplan schreibt eine Öffentlichkeitsbeteiligung vor, mit dem Bauantrag geht lediglich die Beteiligung der Nachbarn einher.

In die Öffentlichkeitsarbeit will die Gemeinde nach Angaben von Bürgermeister Christian Eheim jetzt zeitnah einsteigen: „Nach den Sommerferien im Herbst soll es eine Infoveranstaltung geben“, sagt Eheim. Damit kann sich die Bevölkerung noch vor der öffentlichen Auslegung der Pläne über das neue Gemeindezentrum der Türkisch-Islamischen Gemeinde Graben-Neudorf informieren.

Das Gebäude selbst soll aus einem Gebetshaus und einem zweiten Gebäudeteil bestehen, die über ein Foyer miteinander verbunden sein werden. Ein Spitzbogen, die Lochfassade und viel Glas prägen die Optik des Gemeindehauses, das „keine Moschee“ sei, wie Mustafa Yildiz, Vorsitzender des Ditib-Ortsvereins, noch einmal betont.

Wann dort, „Am Bruhrain“, tatsächlich der Abriss beginnen kann, steht momentan allerdings noch in den Sternen. Weder Bürgermeister Christian Eheim noch Mustafa Yildiz oder Ersin Baydaroglu lassen sich zu einer Prognose hinreißen.