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Bruchsalerin legt Album vor

Was macht eigentlich „The-Voice“ Natia Todua?

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 Gut gelaunt trifft man Natia Todua öfter – aber wenn sie so richtig strahlend durch die Gegend hüpft und alle umarmt, muss etwas Besonderes passiert sein. So ein Moment war beispielsweise, als die Georgierin 2017 die Castingshow „The Voice of Germany“ gewonnen hatte und ihre Wahlheimat Bruchsal mal eben in den Fokus der Popwelt rückte.

Von Armin Herberger

Absolut untypische Produktion

Ein weiterer Traum ging jetzt in Erfüllung und löste ähnlichen Freudentaumel aus: Ihr Debütalbum ist fertig produziert. Bei der Abhör-Session im Karlsdorfer Kangaroo-Studio hatte sich zumindest ein Teil der 30 Personen eingefunden, die an der Produktion beteiligt waren. „Es war eine absolut untypische Produktion“, sagt Musikproduzent Vilko Zanki, denn es gibt weder einen Vertrag mit einem Platten-Label, geschweige denn einen Veröffentlichungstermin. Als Natia vor über einem Jahr zum ersten Mal Kontakt aufgenommen hatte, war die Situation verfahren: Ihr Titel „On My Own“ für den ESC-Vorentscheid war krachend gescheitert, weil man die große Stimme in ein belangloses Pop-Liedchen stecken wollte. Ihr Vertrag lief weiter mit der Ansage „Wir melden uns“ – aber es blieb Funkstille, wodurch sie für anderweitige Produktionen gesperrt blieb.

Die Chemie stimmte

Als Unternehmer hätte Zanki einfach die Finger davon lassen müssen. Als Musiker konnte er aber so ein Talent vor Augen nicht einfach aufgeben. Nach ein paar Demoaufnahmen war klar, dass die Chemie stimmt und etwas ganz Großes entstehen kann. Somit aktivierte er sein Netzwerk und holte für das Projekt zahlreiche Kollegen an Bord. Texte kamen von seinem Bruder Edo Zanki, aber auch von Fools Garden Frontmann Peter Freudenthaler („Lemon Tree“), den Karlsruherinnen Sandie Wollasch, Inga Brock oder Hans „Umbo“ Umschaden, der schon für Christina Stürmer geschrieben hatte. Gitarre spielte Jörg Dudys (Edo Zanki Band), Keyboarder Zlatko „Jimmy“ Kresic (Midge Ure, Alice Cooper, Rock Meets Classic), an der Trompete gab sich Joo Kraus die Ehre.

Hommage an ihre Heimat

Herausgekommen sind zwölf Songs mit einer Spielzeit von 47 Minuten, die munter durch verschiedene Genres galoppieren, aber immer zu 100 Prozent Natia sind. „Bei ,On My Own‘ wurde meine Stimme glattgebügelt, hier lebt sie“, lobt die 23-Jährige die Arbeit von Toningenieur Thomas Mark. Angefangen vom Surfrock-Opener „Dancing In The Dark“ mit ordentlichem Twang, über die Gute-Laue-Nummer „Loveletter“, die Discobeat mit kernigen Gitarren kombiniert oder das finale „I Miss You“, das aus der schmalen Begleitung einer Kirchenorgel zur opulenten Ballade wächst. Bei „Georgia“, eine Hommage an ihre Heimat Georgien, wechseln die Texte sogar vom Englischen ins Georgische und Abchasische.

Internationaler Markt im Blick

Parallel zu den Aufnahmen hat Arno Köster (unter anderem Udo Lindenberg) das Management übernommen und der jungen Künstlerin Freiraum verschafft. Jetzt, da alles geklärt ist, geht es darum, das fertige Produkt einer Plattenfirma anzubieten, wobei ganz klar der internationale Markt ins Visier genommen wird. Der Bruchsaler Filmemacher Dirk Weiler hat die Produktion teilweise begleitet und stellt Natia Todua denen vor, die sie noch nicht kennen sollten. Aber wenn alles klappt, sollte dieser Personenkreis künftig sehr überschaubar sein.