Die Bruchsaler Schlossweihnacht stand auf der Kippe. Nun scheint sie zumindest für dieses Jahr gerettet. | Foto: Heintzen

In Bruchsal wird gerungen

Wie geht es mit der Schlossweihnacht weiter?

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Fast schien die Bruchsaler Schlossweihnacht gestorben, nun wird sie doch fortgesetzt. Allerdings in abgespeckter Form, nur ein Wochenende lang und vor dem Schloss statt im Park. In den vergangenen Wochen wurde hinter den Kulissen heftig gerungen. „Aber Stadt sowie Schlösser und Gärten sind sich absolut einig, dass das Bruchsaler Schloss und Weihnachten zusammengehören“, erklärt Michael Hörrmann, Chef von Schlösser und Gärten Baden-Württemberg auf BNN-Anfrage.

Das wird eine feine Sache

Bruchsals Oberbürgermeisterin Cornelia Petzold-Schick pflichtet ihm bei: „Wir wollten diese Veranstaltung im zehnten Jahr auf keinen Fall ausfallen lassen.“ Zusammen mit Thomas Gerspacher, der die Schlossweihnacht seit 2016 ausrichtet, wurde deswegen an einem neuen Konzept gefeilt. Gerspacher selbst war am Donnerstag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. „Das wird jetzt eine richtig feine Sache“, verspricht Hörrmann, der sich erleichtert äußert, weil sich alle aufeinander zubewegt hätten.
Spätestens seit dem vergangenen Winter war klar, dass Kosten und Defizit wachsen und sich unter diesen Umständen die Sache für einen kommerziellen Veranstalter irgendwann nicht mehr lohnt. Vor allem die Sicherheitsanforderungen sind gerade in den vergangenen zwei Jahren gestiegen – nicht zuletzt seit dem Terroranschlag auf den Berliner Breitscheidplatz.

Nur ein Wochenende

Bei einem möglichen Defizit sind Stadt und Schlösserverwaltung auch dieses Jahr mit im Boot, eine genaue Höhe wollten Petzold-Schick und Hörrmann allerdings nicht nennen. „Uns ist diese Veranstaltung schon etwas wert“, stellt die OB klar. Aber: „Es gibt auch eine Schmerzgrenze.“ Fest steht vorerst nur: Die zehnte Auflage der Schlossweihnacht ist jetzt nach langen Verhandlungen erstmal gesichert. „Sie wird verdichteter und noch spannender vom 14. bis 16. Dezember mit allen Highlights an einem Wochenende steigen“, wirbt Hörrmann.

Mit oder ohne Eintritt?

Künftig will man sich allerdings grundlegende Gedanken über die Neuausrichtung machen. Immer wieder wurde beispielsweise das Thema Eintrittspreise diskutiert. „Ohne Eintritt funktioniert das Konzept, so wie es ist, derzeit nicht“, erklärt die OB. An zwei Dezember-Wochenenden im großflächig abgeriegelten Schlossgarten gab es neben Verkaufs- und Essensständen bisher immer ein umfangreiches Bühnenprogramm. Mit der Konzentration auf nur ein Wochenende und der Verlagerung vor das Schloss hofft man, die Kosten zu verringern und die Besucher an einem Wochenende zu konzentrieren. „Die Gewohnheiten und die Erwartungen haben sich verändert“, erläutert Hörrmann. Dem will man Rechnung tragen und daher ein neues Konzept erarbeiten. „Es wird auch in den folgenden Jahren etwas geben“, sichert er zu.

Signalwirkung in die Innenstadt

Der Stadt ist wichtig, dass man sich auch künftig vom städtischen Weihnachtsmarkt am Kübelmarkt abhebt. Mit der Verlagerung der Schlossweihnacht in den Ehrenhof rückt man zudem automatisch näher an die City heran. „Das gibt eine neue Signalwirkung in die Innenstadt“, findet Hörrmann. Auch die zehnte Auflage wird Eintritt kosten. „Ich muss hier eine Lanze für Herrn Gerspacher brechen“, erklärt Hörrmann. Dass etwa die Schlossweihnacht in Rastatt keinen Eintritt kostet, sei einer anderen Konstellation geschuldet und nicht ohne Weiteres auf Bruchsal übertragbar.