Wolfhard Neu (links) von der OHF Hafen- und Flussbau GmbH und SWR-Redakteur Schmiedicke mit einem Modell der Lok "Rhein". Die Firma aus Au am Rhein ist für die Bergung der versunkenen Lok aus dem Rhein zuständig.
Wolfhard Neu (links) ist der Chef der Firma OHF, die die Lok aus dem Rhein heben wollte. | Foto: Bernd Kamleitner

Interview mit dem OHF-Chef

Wie teuer war das Projekt „versunkene Lok“ insgesamt?

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Auch wenn die versunkene Lok nicht gefunden wurde, war das Unternehmen ein Mammutprojekt – auch in finanzieller Hinsicht. Der Hauptgeldgeber stand schon am Anfang des Projektes fest: Die Firma OHF Hafen- und Flussbau aus Au am Rhein, die die Lok selbst aus dem Rhein heben wollte. Nun ist das Projekt gescheitert, die versunkene Lok bleibt versunken. Das Geld wurde trotzdem ausgegeben. Wer zahlt nun die Zeche? Und wie teuer war die „Jagd nach der versunkenen Lok“ insgesamt? 

„Für uns sind die Kosten enorm, weil wir die Aktivsten waren“, sagt Wolfhard Neu, Chef und Gründer der Firma OHF, im Gespräch mit den BNN. „Enorm“ bedeutet in Zahlen: etwa 500.000 Euro. So hoch war der bereits im Vorhinein gesteckte finanzielle Rahmen des Lok-Projekts. Etwa ein Drittel der Gesamtkosten sollte OHF im Nachhinein aus dem Spendentopf erstattet werden. Die anderen beiden Drittel zählen als „Spende gegenüber der Museumsgesellschaft“, erklärt OHF-Chef Neu.

Leistungen wurden erbracht

Dass die Lok letztendlich nicht gefunden wurde und somit auch nicht gehoben werden kann, spart OHF jedoch kaum Geld. „Die kompletten Leistungen sind im Grunde erbracht“, sagt Neu. Die Zusatzleistungen der magnetischen Bohrungen seien erfolgt. Das bedeutet, dass auch die erwarteten Kosten nahezu vollständig entstanden sind, auch ohne Lok. Dass die Hebung des Stahlrosses nicht stattfinden wird, fällt also kaum ins Gewicht. Schließlich gab es auch zusätzliche Untersuchungen, die „aus unserem Ehrgeiz heraus“ getragen wurden, erklärt Neu.

Wer trägt die Kosten?

Ob die Firma OHF nun das ihr zugesprochene Drittel erhalten wird, weiß der Gründer und Chef zum jetzigen Zeitpunkt nicht. Seitdem das Projekt Lok gescheitert ist, sind natürlich auch die Spendengelder versiegt. Ob die 140.000 Euro, die OHF aus den Spendentöpfen hätten zufließen sollen, überhaupt je zusammen gekommen sind, ist fraglich. Doch auch wenn die aus dem gescheiterten Lok-Projekt entstandene Summe enorm ist, hatte die Frage nach dem Geld für Neu nach der Hiobsbotschaft am Montagabend zunächst keinen Vorrang. „Der Zeitpunkt am Montag wäre verfrüht gewesen“, sagt der OHF-Chef.

Würde sich die Firma OHF noch einmal an einem „Projekt Lok“ beteiligen?

Verärgert über den finanziellen Verlust ist Neu nicht. Die „Gesamtharmonie und der gesamte Ehrgeiz“ seien einfach zu groß gewesen. Vielmehr überwiegt die Enttäuschung über das Scheitern des ehrgeizigen Projekts. „Der Ehrgeiz war da, die Zustimmung auch“, so der OHF-Gründer. Dennoch sei es nicht so, „dass wir sagen, wir sind so enttäuscht und wollen davon nichts mehr wissen.“ An ein baldiges Auffinden der Lok glaubt Neu allerdings nicht. Wie die Aktivitäten nun weitergehen, müsse man abwarten.

Alle Informationen rund um das Projekt „versunkene Lok“ finden Sie auch im Dossier der BNN zum Thema.