Wildschweine haben beim FC Östringen schon sechs Mal den Trainingsrasen umgepflügt. Ein Elektrozaun steht inzwischen und helfe hoffentlich, so die Kicker.
Wildschweine haben beim FC Östringen schon sechs Mal den Trainingsrasen umgepflügt. Ein Elektrozaun steht inzwischen und helfe hoffentlich, so die Kicker. dav | Foto: privat

Zur Futtersuche auf Grünfläche

Wildschweine lieben Östringer Fußballfeld

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Sie haben einfach Schwein, die Sportler des FC Östringen – nur in diesem Fall sind es lästig viele: Wildschweine haben aus dem Trainingsrasen am Josef-Küne-Waldstadion Östringen einen braun durchpflügten Acker gemacht und das sechs Mal in zwei Monaten, Ende September und Anfang Oktober gleich viermal und kürzlich wieder.

Kreisjägermeister Werner Ritter führt die Häufung darauf zurück, dass die Tiere wegen sinkender Temperaturen nach eiweißreicher tierischer Nahrung suchen, wie Larven, Insekten oder Engerlinge.

Der Kreisjägermeister erläutert, das Jahr sei ein reiches Mastjahr gewesen, mit Eicheln und Bucheckern in rauen Mengen. Die schönen Temperaturen seit dem Frühjahr trugen zu vollem Blütenstand und somit zu reicher Frucht bei. Bei dieser Futterlage blieben die Wildschweine lange in den Wäldern.

Sinken die Temperaturen, kommen die Wildschweine aus den Wäldern, um tierische Nahrungzu suchen, die sie für Fettreserven brauchen.
Sinken die Temperaturen, kommen die Wildschweine aus den Wäldern, um tierische Nahrung zu suchen, die sie für ihre Fettreserven brauchen. | Foto: dpa

Tiere suchen eiweißreiche Nahrung

Nun aber steige  bei  sinkenden Temperaturen ihr Appetit auf Engerlinge und Co, wie auch der FC Östringen erfahren musste. Bei diesem musste das Training ausfallen oder verlegt werden, auf die Soliswiesen – „dank TSV und Stadt Östringen“, so Marcus Kölmel. Der Vorsitzende der Vereinsverwaltung des FC Östringen sagte der Bruchsaler Rundschau, Vereinsmitglieder hätten nach wiederholter Rasenwiederherstellung in ehrenamtlicher Arbeit nun einen Elektrozaun aufgestellt. Sie hoffen, dass er Abhilfe schafft, groß sei diese Hoffnung aber nicht, so Kölmel. Ein feststehender Zaun soll in Kürze folgen, so der Plan.

Auch Wildschweine lernen

Und Kölmel kann Recht haben. Denn wo die schlauen Tiere fündig wurden, wühlen sie gerne wieder, informiert Kreisjägermeister Ritter. Sie graben mit ihren Rüsseln vielerorts einige Zentimeter tief, um sich für den Winter mit eiweiß- und fettreicher Nahrung zu wappnen. Zwischen Ettlingen und Marxzell sollen viele Grünflächen betroffen sein, denn Würmer zählen neben Insekten zu den Leibspeisen der Wildschweine, erläutert auch Kreisbauernverbandsvorsitzender Werner Kunz. Er steht mit Ritter in engem Kontakt.

Abschüsse vertreiben die Tiere kurzzeitig

„Mit den Jagdpächtern zu sprechen ist wichtig für uns Landwirte, gerade jetzt im Oktober, wenn die Aussaat des Weizens ansteht“, sagt Kunz. Er wartete mit der Aussaat von Weizen auf seinem Acker am Waldrand in Zeutern, nachdem ein Jäger dort zwei Tiere einer Rotte erlegt hatte. Wahrscheinlich blieben die anderen nun fern, nimmt Landwirt Kunz an. „Zwei bis drei Wochen“, nennt Ritter Erfahrungswerte, „hält die abschreckende Wirkung auf die Tiere nach dem Verlust von Rottenmitgliedern an.“

Derzeit sind Larven von Käfern und anderes Getier noch leichte Beute. „Solange es recht warm ist, liegen sie nah unter der Oberfläche“, so Ritter. Das erhöhe aktuell die Gefahr für Verwüstungen. Ritter: „Erst an frostigen Böden verbiegen sich die Wildschweine dann ihre Rüssel auf der Suche nach Proteinen.“