Ein Modell wie die versunkene Lok hätte aussehen können.

Nach dem Projekt-Aus

„Wir haben das Lok Ness“ – Reaktionen zum Fehlschlag „versunkene Lok“

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Das Projekt „versunkene Lok“, das am 21. Oktober mit der Bergung der 1852 im Rhein versunkenen Lok seinen Höhepunkt finden sollte, ist gescheitert. Am Tag danach ist die Bestürzung nicht nur bei den „Jägern der versunkenen Lok“ Horst Müller, Uwe Breitmeier und Volker Jenderny, groß. Die Vorbereitungen für das große Event der Lokbergung waren schließlich bereits in vollem Gange.

Dementsprechend gedrückt ist die Stimmung im Philippsburger Rathaus am Dienstag, als sich das Aus für das Lok-Projekt allmählich herumspricht. Auch der Philippsburger Bürgermeister Stefan Martus ist enttäuscht.

Kein Event des Jahrhunderts, aber des Jahrzehnts

„Es ist einfach schade. Für Philippsburg wäre das sicherlich ein großes Event gewesen, vielleicht nicht des Jahrhunderts, aber sicherlich des Jahrzehnts“, sagte Martus gegenüber den BNN. Sehr viel Aufwand sei in der Gemeinde seit dem Jahresbeginn betrieben worden, um das Projekt zu unterstützen. Auch, um den Tag der Lokbergung, zu dem rund 15.000 Besucher erwartet wurden, überhaupt stemmen zu können. Sogar die Vereine hätten sich einbringen wollen. „Die standen schon in den Startlöchern.“

Der Philippsburger Bürgermeister Stefan Martus bei der Vorstellung des Konzeptes zur Bergung der im Rhein versunkenen Lok. | Foto: Bernd Kamleitner

„Was wäre das für eine Sensation gewesen!“

Auch auf der anderen Seite des Rheins, in Germersheim, ist die Bestürzung ob des gescheiterten Lok-Projekts groß. „Was wäre das für eine Sensation gewesen“, zeigt sich auch Christoph Buttweiler, der Stellvertreter des Landrats, in Germersheim enttäuscht. „Ich habe das Projekt mit Spannung verfolgt. Es ist wirklich schade, dass das so aufwändig vorbereitete und durchgeführte Projekt so endet und alle Energie, Anspannung und Freude in einer Enttäuschung enden.“ Der Landkreis wünsche nun allen Beteiligten, dass sie das Scheitern gut verarbeiteten.

Am Rhein bei Germersheim und in Höhe von Philippsburg-Rheinsheim hatten die Vorbereitungen für die Bergung der Lok bereits begonnen. | Foto: Projektbüro "Jäger der versunkenen Lok"

Galgenhumor in Rheinsheim

Mit Humor versucht Jasmine Kirschner, die Ortsvorsteherin von Rheinsheim, der Enttäuschung zu begegnen. „Schottland hat das Loch Ness, wir in Rheinsheim haben das Lok Ness“, sagt Kirschner mit einem Augenzwinkern. Großes Lob gelte in jedem Fall „den Rheinsheimern, die sich eingesetzt haben.“

Nachdem das Lok-Projekt gescheitert ist, sind noch viele Fragen unbeantwortet. Doch auch die „Jäger der versunkenen Lok“ sind noch ratlos. Nun wird es an die Ursachenforschung gehen. Die bisherigen Entwicklungen haben die BNN in einem Online-Dossier zur versunkenen Lok zusammengefasst.