Die Arbeit des Rettungsdienstes wird häufig durch Schaulustige gestört. | Foto: Armer (Archiv)

Drei Fragen

Zahl der Angriffe auf Sanitäter im Landkreis Karlsruhe steigt

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Helfer in Not. Die Zahl der Angriffe auf Sanitäter steigt im Landkreis Karlsruhe. Zum heutigen Weltrotkreuztag äußert sich Daniel Schneider, Rettungsdienstleiter des Deutschen Roten Kreuzes Kreisverband Karlsruhe.

Inwiefern haben sich die Einsätze von Rettungskräften im Landkreis verändert?

Schneider: Die Einsätze, bei denen das Personal des Rettungsdienstes aggressiv empfangen und behandelt wird, haben in den vergangenen Jahren im gesamten Landkreis deutlich zugenommen. Auch wird die Arbeit des Rettungsdienstes durch Schaulustige teilweise extrem gestört. Das geht manchmal soweit, dass wir richtig belagert werden und unsere Materialien verschoben werden – alles für das perfekte Foto. Zudem gibt es immer mehr wütende Autofahrer, die sich durch uns eingeschränkt fühlen und dies auch lautstark und beleidigend mitteilen.

Wie werden Sanitäter auf solche Übergriffe vorbereitet? Wie werden sie geschützt?

Daniel Schneider leitet den Rettungsdienst des DRK Kreisverbands Karlsruhe.
Daniel Schneider leitet den Rettungsdienst des DRK Kreisverbands Karlsruhe. | Foto: PR

Schneider: Die Notfallsanitäter bekommen bereits in ihrer Ausbildung erklärt, wie man auf schwierige Personen stress- und gewaltfrei reagieren kann. Hier werden in Fallbeispielen mögliche Lösungswege zur Entschärfung solcher Situationen vermittelt. So können die Kolleginnen und Kollegen in der Regel für Entspannung auf allen Seiten sorgen. Selbstverständlich ist aber, dass die Kollegen sich unmittelbar zurückziehen, wenn eine Situation nicht gelöst werden kann. Solche Situationen werden im Nachgang im Kollegenkreis und den Führungskräften ausführlich besprochen.

Gibt es Regelungen, ab wann Sanitäter die Polizei hinzuziehen dürfen?

Schneider: Der Rettungsdienst darf jederzeit die Polizei hinzuziehen. Es gibt hier keinerlei Einschränkungen oder Schwellwerte. Dies ist ganz bewusst so gewählt, damit der Rettungsdienst ungestört und ohne große Überlegungen seiner originären Tätigkeit nachkommen kann.