Spannende Sache: Um Spargel und Rhabarber drehte sich alles beim Praxiskurs des Landkreis-Ernährunsgzentrums in Bruchsal. Mit Cordula Pfaff (links) konnten leckere Rezepte ausprobiert werden. | Foto: Manfred Spitz

Gemüsestars des Frühjahrs

Spargel und Rhabarber – ein perfektes Paar

 

Keine Frage, Spargel ist unbestritten der Star unter dem Frühjahrsgemüse. Etwas anders verhält es sich mit Rhabarber. Auch er, wie der Spargel, ein Frühjahrsbote, der solo, aber auch in Kombination mit süßen Beeren erfrischend schmeckt und vielseitig verwendet werden kann. Wegen seiner Säure kann Rhabarber, der zur Gruppe der Sauerampfergewächse gehört und wie Spargel nur bis zum Johannistag am 24. Juni geerntet werden soll, aber nicht jeden (auf Anhieb) begeistern. Schade eigentlich, denn Rhabarber und Spargel: die passen geschmacklich perfekt zusammen. Selbst als „Paar“ in einem Gericht verarbeitet, harmonieren sie bestens.

Kombination Spargel und Rhabarber – eine spannende Sache

„Die Kombination Spargel und Rhabarber ist eine spannende Sache“, sagt Cordula Pfaff vom Ernährungszentrum im Landkreis Karlsruhe. Gemeinhin gilt Rhabarber wegen seiner Zubereitung als Obst, zählt aber eigentlich zum Gemüse. Wie Spargel ist Rhabarber kalorienarm, reich an Mineralstoffen und enthält viel Wasser.  „Früh in der Saison schmeckt er am besten“, erklärt Cordula Pfaff. „Und rote Stangen sollten grünen vorgezogen werden. Sie enthalten weniger Oxalsäure.“

Oxalsäure bindet Kalzium und erschwert die Aufnahme von Eisen im Körper. Kleinkinder, Menschen mit Nierenleiden, Gicht oder einem erhöhten Eisenbedarf sollten daher nur kleine Mengen Rhabarber essen. Oder eben nur selten, sagt die Ernährungsspezialistin. Jetzt, mit Spargel, stehe einem Genuss aber nichts im Wege.  Durch schälen und kochen lässt sich der Oxalsäure-Gehalt zudem verringern.

Rhabarber mit Milchprodukten kombinieren

Sinnvoll sei auch, so Pfaff, Rhabarber mit Milchprodukten zu kombinieren. Die würden den erhöhten Kalziumverbrauch ausgleichen. Zum Beispiel Rhabarberkuchen mit Sahne- oder Quarkguss, Desserts mit Vanillesoße oder Vanillepudding.

Praxiskurs im Ernährungszenztrum Bruchsal

Um die Frühjahrs-Gemüsestars  Spargel und Rhabarber kennenzulernen, bot das Landkreis-Ernährungszentrum in Bruchsal erstmals einen Praxiskurs an – und wurde von Anmeldungen passionierter Hobbyköchinnen und -köche förmlich überrollt. Deshalb werde es wohl noch „Nachschlag“ geben, ließ Cordula Pfaff wissen. Längst nicht alle Interessenten konnten berücksichtigt werden, „deshalb werden wir noch einen zweiten, vielleicht sogar dritten Kurs anbieten“, so Pfaff.

Kulinarischer Perspektivwechsel

Soviel sei verraten: Wer diesen Kurs mitgemacht hat, weiß: Es ist Zeit für einen kulinarischen Perspektivwechsel. Die Kombination Spargel und Rhabarber – einfach köstlich. Der Spargel-Rhabarber-Salat punktete mit seiner „interessanten“ Note. „Das ist mal was anderes“, waren sich die Kursteilnehmer einig. Die meisten von ihnen bevorzugten die Variante ohne Koriander. Außerdem „gezaubert“ wurden Spaghetti mit Spargel (die „Nummer eins“ an diesem Abend), Schweineröllchen gefüllt mit Spargel und eine Spargelquiche (die auch einen Nicht-Quiche-Fan überzeugen konnte).

Favoriten bei den Kursteilnehmern: Spargel-Rhabarber-Salat mit Koriander (links) und ohne (Mitte). Rechts Spaghetti mit Spargel. | Foto: Spitz

Als Nachtisch hatte sich Cordula Pfaff einen Rhabarber-Krümelkuchen, ein Rhabarber Crumble (quasi ein Streuselkuchen ohne Boden) und ein Rhabarber-Clafoutis (halb Auflauf, halb Kuchen und ein bisschen Pancake) mit frischer Erdbeersoße ausgedacht. Beim süßen Geschmacksrennen gab’s keinen Sieger. Kuchen, Clafoutis oder Crumble: mmh, zum Vernaschen. Wer kann da schon Nein sagen?

Zubereitungszeit 30 bis 40 Minuten

Mit jeweils  30 bis 40 Minuten für jedes der Gerichte hält sich die Zubereitungszeit erfreulich im Rahmen. „Das ist wichtig“, betont Cordula Pfaff. „Die Leute wollen was mitnehmen, das sie Zuhause ohne großen Aufwand machen können.“ Und welches ist ihr Lieblingsrezept? „Spaghetti mit Spargel“, sagt Pfaff. Den Spargel-Rhabarber-Salat habe sie bei diesem Kurs zum ersten Mal gemacht, erzählt sie und fügt hinzu: „Aber ganz sicher nicht zum letzten Mal.“

 

 

Spargel-Rhabarber-Salat:Zutaten (für 4 Personen): 1 Kilo Spargelspitzen, 3 rote Rhabarberstangen, 1 Zitrone, 1 Bund Schnittlauch, 1 Bund Koriander (wahlweise; ausprobieren, ist nicht jedermanns Geschmack), Traubenkernöl, Salz, Zucker. – Zubereitung: 1. Die Spargelspitzen waschen, putzen, schälen (längere Stücke halbieren). In kochendem Salzwasser etwa 10 Minuten bissfest garen, abgießen und eiskalt abschrecken. – 2. Rhabarber waschen, schälen und in kleine Würfel schneiden. Zitrone waschen, Schale abreiben und den Saft auspressen. – 3. Die Rhabarberwürfel in Öl (1 Esslöffel) andünsten, mit Zitronensaft ablöschen (ausprobieren, wie viel Saft benötigt wird), Zitronenabrieb dazugeben, abkühlen lassen. – 4. Schnittlauch in Röllchen schneiden (falls Koriander erwünscht: waschen, trocknen, klein zupfen). Öl (2 Esslöffel), Zucker, Schnittlauch (Koriander) zum Rhabarber geben, mischen und abschmecken. Mit den Spargelspitzen auf Tellern anrichten.

Spaghetti mit Spargel:Zutaten (für 4 Personen): 750 Gramm Grünspargel, 400 Gramm Spaghetti, 300 Gramm gekochter Schinken, 200 ml  Süße Sahne, 100 ml Milch, 2 Esslöffel Tomatenmark, 2 Eigelb, Salz, Pfeffer, Zucker. – Zubereitung: 1. Spargel waschen, das untere Drittel schälen. Die Enden abschneiden und die Stangen in 2 Zentimeter große Stücke schneiden. Wasser mit Salz und Zucker zum Kochen bringen und die Spargelstücke darin bissfest garen. – 2. Sahne mit Milch aufkochen. Gekochten Schinken würfeln und zur Sahnemischung geben. Mit Salz, Peffer und Tomatenmark    abschmecken. Mit dem Eigelb legieren. Spargelstücke zur Sahne geben. – 3. Spaghetti al dente kochen und mit der heißen Spargelsoße servieren.