Wer in der Bühler Innenstadt mit Smartphone oder Tablet surfen will, muss auf seinen eigenen Mobilfunkanbieter zurückgreifen. Das öffentliche WLAN ist seit Juli nicht verfügbar. | Foto: dpa

Kostenlos Surfen in der City

Ab nächster Woche gibt es in Bühl wieder WLAN

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Im Lauf der nächsten Woche soll Bühl wieder online gehen. Dies erklärte Rüdiger Höche, der Technische Geschäftsführer der Stadtwerke, auf Anfrage dieser Zeitung.  Die Stadtwerke haben das öffentliche WLAN in der Innenstadt im Juli abgeschaltet. Damit reagierte das kommunale Unternehmen auf Beschwerden im Zusammenhang mit dem Datenschutz.

Ärger mit dem Datenschutz

„Wir prüfen aktuell alle kritisierten Punkte und werden uns gegen Ende der Woche ein finales Bild machen“, berichtete Höche. „Dabei wird die Nutzeridentfikation im Mittelpunkt stehen. In Zukunft wird man das öffentliche WLAN in Bühl ohne Benutzerregistrierung in Anspruch nehmen können. Man wird sich nur noch einmal einloggen müssen.“

Kompliziert und langsam

Das WLAN in der City ist seit November 2016 kostenlos verfügbar. Rund 140 000 Euro haben die Stadtwerke in dessen Ausbau zwischen dem Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) im Westen und dem Johannesplatz im Osten investiert. Bereits seit Sommer 2015 läuft freies WLAN im Schwarzwaldbad.
Das WLAN in der Innenstadt stand von Anfang an der Kritik. Die Nutzung sei zu kompliziert, hieß es. Auch die Geschwindigkeit wurde moniert. „Es gab technische Probleme“, räumt Höche ein. „Daran arbeiten wir. Das öffentliche WLAN in der Innenstadt befindet sich noch in seiner Testphase.“

Viele Fragen

Ein Kritiker des aus seiner Sicht unzureichenden Datenschutzes im öffentlichen WLAN der Stadt ist Patrick Emmler. In einem der Redaktion vorliegenden Brief an Höche und Oberbürgermeister Hubert Schnurr, der Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke ist, präsentiert er einen umfangreichen Fragenkatalog. Dabei geht es unter anderem um die Benennung eines Datenschutzbeauftragten und den Datenschutz im Allgemeinen. Ein Knackpunkt ist, ob die Stadtwerke von den WLAN-Nutzern personenbezogene Daten erhoben und an Dritte in Deutschland und den USA weiter gegeben haben.

Wie hoch sind die Kosten?

Emmler will wissen, wer sonst noch im Boot ist. „Gibt es für den Betrieb des WLAN außer den Stadtwerken weitere Dienstleister, welche involviert sind?“, fragt er. Außerdem interessiert sich Emmler für die laufenden Kosten, die durch das freie WLAN entstehen.

Bedauern in Baden-Baden

In diesem Zusammenhang ist eine Pressemitteilung der Stadt Baden-Baden von Interesse. „Die Zahl der Teilnehmer am interkommunalen BADEN-WLAN steigt stetig“, schreibt Pressesprecher Roland Seiter. „2015 wurde BADEN-WLAN mit den Verbundpartnern Baden-Baden, Bretten und dem Schwarzwaldbad Bühl gegründet. Alle Teilnehmer verzichteten ab diesem Zeitpunkt auf ihre eigenen öffentlichen WLAN-Bezeichnungen und vermarkteten nur noch das gemeinsame BADEN-WLAN. Bühl ist leider aus dem Verbund ausgestiegen und versucht sich mit einer eigenen, isolierten Lösung. In vielen anderen Städten, Gemeinden und Institutionen wird der Service hingegen weiter ausgebaut. Auch in Baden-Baden geht der Ausbau weiter.“

Ausstieg aus kommunalem Verbund

Rüdiger Höche bestätigte, dass sich die Stadtwerke bereits vor Monaten aus dem Verbund verabschiedet haben. „Für das freie WLAN in der Innenstadt haben wir von Anfang an unsere eigene Technik entwickelt und eingesetzt“, berichtete er. „Lediglich im Schwarzwaldbad haben wir auf den Verbund, an dem der Verein INKA beteiligt ist, zurückgegriffen. Nachdem das WLAN in der City freigeschaltet wurde, haben wir im Schwarzwaldbad noch eine Weile einen Parallelbetrieb gefahren. Inzwischen greifen wir auch dort nur noch auf unsere eigene Technik zurück.“