Blick ins Schwarzwaldbad: Seit die Temperaturen durch die Decke gingen, zogen die Besucherzahlen kräftig an. Im Juli passierten 33 853 zahlende Gäste die Drehkreuze; Kinder unter vier Jahren werden nicht mitgezählt. | Foto: Bernhard Margull

Bühler Schwarzwaldbad

Auch ohne Rekorde auf gutem Weg

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Jörg Zimmer lässt sich von Momentaufnahmen nicht täuschen. Ja, seit ein paar Wochen herrscht Hitze auch im Badischen, und ja, die Besucherzahlen im Schwarzwaldbad können sich sehen lassen. Aber ob sie auch auf Rekordkurs sind? Da winkt der Geschäftsführer der Bühler Sportstätten GmbH ab. Denn die Freibadsaison kennt noch andere Phasen als sommerliches Bilderbuchwetter im Juli und August. „Mai und Juni waren sehr verhalten und schlechter als 2017“, berichtet Zimmer. Im Juni sei es nachts noch recht kühl gewesen, was sich dann auch tagsüber bemerkbar gemacht habe. Insgesamt aber laufe die Badesaison dank hoher Temperaturen und beständiger Sonnenversorgung wesentlich besser als im Vorjahr.

Zahlen im Juli fast verdoppelt

Im Juli lagen die Besucherzahlen fast doppelt so hoch wie im vergangenen Jahr: 33 853 zahlende Gäste passierten die Drehkreuze, 2017 waren es 18 118. Die aktuelle Zahl liegt damit hinter tatsächlichen Rekordsommern wie 2003 oder 2006, und auch 2015 waren im Juli mit 39 000 Gästen mehr Badefreunde geströmt. „Richtig geboomt hat es eben erst in den letzten drei Wochen“, sagt Zimmer; zuvor habe der Juli auch einige schlechte Tage mit weniger als 200 Besuchern gehabt. Erst als die Temperaturen durch die Decke gingen, stiegen die Besucherzahlen kräftig an.

Statistische Besonderheiten

Insgesamt rechnet Zimmer für dieses Jahr mit 180 000 Badegästen. Das liegt dann doch deutlich unter dem Rekordjahr von 1991 mit 250 000 Besuchern und auch unter 2003 (236 000). Hier kommt allerdings eine statistische Bühler Besonderheit ins Spiel: Im Unterschied zu anderen Bädern in der Region, sagt der Geschäftsführer, werden seit 2001 Kinder unter vier Jahren, die freien Eintritt haben, nicht mehr mitgezählt, „und das sind Monat für Monat Tausende“. Ein weiterer Punkt erschwert die Vergleichbarkeit: Bis zum 30. Juni ist das Hallenbad geöffnet, die Besucherstatistik wird nicht getrennt geführt. Zudem trennt Zimmer in vor 2013 und nach 2013: „Auch wenn es nicht gravierend ist, aber die damalige Preiserhöhung spüren wir.“

Aber auch ohne Rekorde ist Zimmer unterm Strich bislang zufrieden mit der Saison. Denn zur Bilanz zählen schließlich nicht nur Zahlen. So freut er sich, dass es bislang wenige „sonstige Vorfälle“ gab: „Wir hatten kaum Unfälle, und es musste in der bisherigen Saison kein einziges Badeverbot ausgesprochen werden.“ Das habe es in seiner Zeit in Bühl noch nie gegeben; dass aktuell über eines nachgedacht werde („das müssen wir noch prüfen“), ändert am positiven Grundbefund nichts.

Drei Einbrüche

Einen etwas größeren Wermutstropfen gibt es aber doch noch, und er bezieht sich auf den Kiosk. Mit dem neuen Pächter ist Zimmer hochzufrieden. Natürlich gebe es bei großem Andrang immer noch Schlangen vor der Ausgabe; um hier ein wenig Abhilfe zu schaffen, habe man an auf der Liegewiese eine Hütte aufgestellt, aus der heraus Süßigkeiten und kalte Getränke verkauft werden. Mittlerweile aber sei dreimal in die Hütte eingebrochen und einiger Sachschaden angerichtet worden, allein zweimal am vergangenen Wochenende. Das verärgert Zimmer kolossal: „In dieser Hütte gibt es nichts zu holen, das ist blinde Zerstörungswut. Man kann nichts mehr machen.“ Bestraft würden dadurch kleine Kinder, denn ohne die Hütte würden die Wartezeiten am Kiosk deutlich länger.

Der soll im Übrigen nach dem Sommer genauer in den Blick genommen werden. Die Technik müsse saniert werden, und das sei dann auch die Gelegenheit, mit dem Pächter zu besprechen, was am Kiosk verändert werden könnte oder sollte, um den Service zu verbessern: „Damit können wir den Pächter bei seiner Arbeit unterstützen.“