Campus Bühl ist der zweistufige Wettbewerb für die westliche Innenstadt überschrieben. Aktuellarbeiten 30 Architektenteams an Plänen für das Kulturviertel. | Foto: Ulrich Coenen

Wettbewerb Campus Bühl

Aufgegeben hat bisher noch niemand

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Seit der Vorweihnachtszeit suchen 30 Architektenteams in einem zweistufigen Wettbewerb gute Ideen für den Campus Bühl. Nachdem die Stadt wegen des extrem engen Zeitplans zunächst Probleme hatte, genügend Interessenten für diese sehr anspruchsvolle Konkurrenz zu finden, wurden die gesetzten Fristen im Herbst ein wenig ausgedehnt (wir berichteten). Dennoch bleibt das Programm, wie von beteiligten Büros zu hören ist, stramm.

Zeit ist knapp

Das räumt auch Barbara Thévenot, Abteilungsleiterin Stadtplanung, Hochbau und Klimaschutz im Rathaus, gegenüber dieser Zeitung ein. „Dass die Zeit knapp ist und unsere Ansprüche hoch sind, haben wir von Anfang an gewusst“, sagte sie. „Bisher ist aber niemand abgesprungen.“

Zwei Stufen

Zur Erinnerung: Die erste Stufe des Wettbewerbs bezieht sich auf eine städtebauliche Aufwertung des Gebietes zwischen Friedrichstraße, Eisenbahnstraße, Güterstraße und Rheinstraße (8,3 Hektar). In der zweiten Stufe geht es um die Realisierung eines Hochbaus für eine Mensa und ein Jugendcafé in der Nachbarschaft von Aloys-Schreiber-Schule und Carl-Netter-Realschule.

Die Stadt hat insgesamt sechs erfahrene Architektenteams aus der Region gesetzt. 24 weitere wurden zugelost. Insgesamt 39 hatten sich für diese 24 freien Plätze beworben.

Erste Runde endet am 17. Februar

Die erste Runde, also der städtebauliche Wettbewerb, endet am 17. Februar. Das Preisgericht wird die Begründung seiner Entscheidung nicht öffentlich bekannt geben. „Wir haben lange überlegt, was sinnvoll ist“, erklärte Thévenot. „Weil der erste Teil des Wettbewerbs aber nahtlos in den zweiten übergeht, erscheint uns diese Lösung sinnvoll.“ Die zehn Büros, die nach Ansicht der Jury die besten Lösungen präsentiert haben, sollen bis zum 5. Mai an Entwürfen für die geplanten Hochbauten arbeiten. Am 31. Mai tritt das Preisgericht zum zweiten Mal zusammen, um eine abschließende Entscheidung zu treffen.

Neue Entwicklung

Als der Wettbewerb im vergangenen Jahr ausgelobt wurde, ahnte noch niemand im Rathaus, dass zwei Bühler Investoren die in den vergangenen Jahren vom Abriss bedrohte spätklassizistische Villa Walchner/Lörch erwerben. Bekanntlich konnte die Stadt den Abbruch nur durch die neue „Erhaltungssatzung westliche Eisenbahnstraße“ verhindern. Am 9. Februar wollen die Investoren ihre Pläne präsentieren (wir berichteten).

Erste Details

Erste Details hat OB Hubert Schnurr bereits in seiner Neujahrsansprache bekannt gegeben. Die Reihenbebauung an der Eisenbahnstraße soll östlich und westlich der Villa durch jeweils einen Neubau ergänzt werden. Diese Häuser sollen sich in ihrer Formensprache der Architektur des 19. Jahrhunderts in der Eisenbahnstraße anpassen. Im rückwärtigen Bereich der Villa Lörch sollen parallel zum Schulhof der Realschule drei Punkthäuser in zeitgenössischen Formen entstehen.

Allgemeine Vorgaben

Die Verhandlungen der Stadt mit dem in der Schweiz lebenden früheren Eigentümer der Villa Lörch waren im Vorfeld des Wettbewerbs ergebnislos verlaufen. „Er wollte nicht mitmachen“, berichtete Thévenot.
Das verwundert nach den Erfahrungen, den die Stadt in den vergangenen Jahren mit dem im Ruhestand lebenden Unternehmer und Kunstsammler gemacht hat, nicht. „Wir haben die Vorgaben im Hinblick auf das frühere Lörchgelände deshalb im Auslobungstext sehr allgemein gehalten“, sagte Barbara Thévenot.

Der Auftrag an die Planer in der Auslobung lautet: Ausarbeitung eines Neuordnungskonzepts. Dabei erscheint es der Stadt sinnvoll, einen Teil der rückwärtigen Grundstücksfläche der Realschule zuzuordnen. „Natürlich kann die Planung den Wettbewerb tangieren“, räumte Thévenot ein. „Wir wurden ein wenig von der aktuellen Entwicklung überholt.“

Attraktivität steigern

Grundsätzlich soll in der ersten Wettbewerbsstufe (dem städtebaulichen Teil) die Attraktivität des Quartiers gesteigert werden. Abgesehen davon sollen sich die Wettbewerbsteilnehmer über einige für die Öffentlichkeit überraschende Aufgabenstellungen Gedanken machen. Unter anderem soll der Bau einer weiteren Tiefgarage im Quartier mit Anbindung im Bereich der Einmündung Rheinstraße/Elisabethenstraße geprüft werden.