Motivierter Rückkehrer: Libero Florian Ringseis, hier im Trikot seines Ex-Clubs Alpenvolleys Haching, möchte die Bisons Bühl zu alter Stärke zurückführen.
Motivierter Rückkehrer: Libero Florian Ringseis, hier im Trikot seines Ex-Clubs Alpenvolleys Haching, möchte die Bisons Bühl zu alter Stärke zurückführen. | Foto: imago images

Volleyball-Bundesliga

Bisons Bühl planen mit reduziertem Kader und verpflichten Ringseis als Führungsfigur

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In der aktuellen Situation ist an ein normales Volleyball-Spiel nicht zu denken, doch die Bisons Bühl treiben die Planungen für die kommende Saison eifrig voran. Als ersten Neuzugang präsentierte der badische Bundesligist nun ein in der Zwetschgenstadt bekanntes Gesicht: Florian Ringseis kehrt nach sechs Jahren zurück und bekleidet bei den Bisons die Libero-Position, die zuletzt aushilfsweise vom gelernten Außenangreifer Tim Stöhr besetzt war.

Der Transfer des 27-jährigen Österreichers wurde möglich, weil sich Ringseis’ bisheriger Club, die Alpenvolleys Haching, bekanntlich aus der Bundesliga zurückzogen.

„Gerade in diesen Zeiten ist es schön, auf etwas Altbekanntes vertrauen zu können. Deshalb freue ich mich sehr auf Bühl. Ich bin mit vielen Leuten aus Bühl immer noch in sehr gutem Kontakt und möchte den Bisons helfen, zu alter Stärke zurückzufinden“, sagt Ringseis, der nach zwei Jahren in Bühl (2012 bis 2014) über die United Volleys Frankfurt (2015 bis 2017) sowie die finnischen Clubs Raision Loimu (2014/2015) und VaLePa Sastamala (2017/2018) bei den Alpenvolleys landete.

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Titel in Österreich und Finnland

In dieser Zeit holte er in Österreich zwei Pokalsiege sowie in Finnland eine Meisterschaft und einen Pokalsieg. Für Bisons-Cheftrainer Alejandro Kolevich ist Ringseis „der Spielertyp, den wir in dieser Zeit sehr zu schätzen wissen. Ein Spieler, der sich mit Bühl identifiziert, der den absoluten Siegeswillen besitzt und darüber hinaus seine Leistungen immer verbessern will und damit auch das Spiel seiner Mitspieler fördert.“

Verbleib von Top-Scorer Qafarena offen

Neben Ringseis steht aktuell nur Edvinas Vaskelis als Mitglied des neuen Kaders fest. „Wir hoffen auf ihn als Joker“, sagt Bisons-Manager Oliver Stolle über den Litauer, der sich als zweiter Diagonalgreifer für Einsätze aufdrängen soll. Mittelblocker Yannick Goralik lehnte ein Angebot der Bisons ab und verabschiedete sich mit noch unbekanntem Ziel, der Vertrag des Außenangreifers Corbin Balster wurde nicht verlängert. In den nächsten Tagen sollen weitere Entscheidungen fallen. So wartet der Club auf eine Information von Top-Scorer Anton Qafarena, ob er seinen noch bis 2021 laufenden Vertrag erfüllt.

Die vermeintliche Starting Six muss wettbewerbsfähig sein

Oliver Stolle, Manager Bisons Bühl

Bei der Zusammensetzung des Kaders gilt indes die Maxime Klasse statt Masse. Wegen des geringeren Budgets wird zunächst mit nur zehn Spielern geplant. „Die vermeintliche Starting Six muss wettbewerbsfähig sein“, betont Stolle, der sich aufgrund der ungewissen Lage „von Tag zu Tag entlanghangelt“. Klarheit über das Budget gebe es erst, wenn sich die von der Krise betroffenen Sponsoren nach dem Lockdown zurückmelden. „Viele Rückmeldungen sind offen“, berichtet Stolle.

Hilfspaket der Liga mit einem Volumen von 200.000 Euro

Vor diesem Hintergrund kommen die gelockerten Auflagen sowie die finanzielle Unterstützung vonseiten der Volleyball Bundesliga (VBL) gelegen. Um knapp 200.000 Euro will die Liga die Vereine der Ersten und Zweiten Liga (Männer und Frauen) entlasten. Welcher Anteil davon auf die Bisons entfällt, lässt sich noch nicht beziffern. Geringere Schiedsrichtergebühren und vor allem die um die Hälfte reduzierten Transferkosten bei internationalen Spielerwechseln seien laut Stolle aber auf jeden Fall hilfreich.

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Wohl nur noch zehn Teams in der Bundesliga

Auch die Fristen der Lizenzierung wurden an die Umstände angepasst. So müssen die Kandidaten für die Bundesliga ihre Unterlagen bis zum 15. Mai (statt 15. April) einreichen. Nach derzeitigem Stand bilden lediglich zehn Teams das Feld für die Saison 2020/21, in der vergangenen Runde waren es noch zwölf. Nicht mehr dabei sind die Alpenvolleys Haching und der TV Rottenburg, die sich freiwillig zurückzogen.

Die insolventen Volleys Eltmann bekamen keine Lizenz mehr. Der Ausbildungsclub VCO Berlin kehrt turnusmäßig zurück in den erstklassigen Betrieb. Der Moerser SC, der als einziger Zweitligist sein Interesse bekundet hatte, erklärte inzwischen aus wirtschaftlichen Gründen seinen Verzicht auf einen möglichen Aufstieg.

Training soll Mitte August beginnen

Ihr jeweiliges Budget müssen die Erstliga-Clubs erst am 31. August nachweisen. Bis dahin soll das neue Bisons-Team bereits im Training sein. „Ich gehe davon aus, dass wir Mitte August die Mannschaft zusammenholen“, sagt Bisons-Manager Oliver Stolle, der nach heutigem Stand von einem Saisonstart Mitte Oktober ausgeht. Allerdings könne sich der Auftakt verzögern, da sich der Rahmenspielplan an den internationalen Wettkämpfen orientiert.

Keine Neuigkeiten gibt es unterdessen im juristischen Streit zwischen den Bisons und Ex-Trainer Johan Verstappen um dessen Vertragsauflösung. „Das Verfahren läuft immer noch“, teilt Stolle auf BNN-Nachfrage mit.