Als Besuchermagnet entpuppte sich von Anfang an der Bühler Kultursommer. Die Konzerte auf dem Europaplatz sowie die Filmnacht vor dem Stadtmuseum und die Lesung in der Mediathek gehören seit 2008 im August zum festen Angebot. | Foto: pr

Kultursommer Bühl

„Blick über den Tellerrand intensivieren“

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Seit mittlerweile zehn Jahren bietet der Bühler Kultursommer jeweils im August einen bunten Mix aus Musik, Film und Lesung. Über den bei Einheimischen und Gästen beliebten Treffpunkt im Herzen der Stadt sprach unser Redaktionsmitglied Klaus-Peter Maier mit Bürgermeister Wolfgang Jokerst, dem Initiator des sommerlichen Kulturangebots:

Die „After Work“-Partys im Stadtgarten gehen gerade zu Ende, und der Bühler Kultursommer knüpft nahtlos an. In welchem Verhältnis stehen die beiden sommerlichen Angebote in der Stadt?

Wolfgang Jokerst | Foto: pr

Jokerst: Beides sind Veranstaltungen für die Bühler Bürgerinnen und Bürger. Bei den „After Work“-Partys steht einfach das Zusammenkommen im Vordergrund. Nach der Arbeit Freunde und Bekannte treffen in unserem tollen Stadtgarten. Darum geht es. Beim Kultursommer kommen die Menschen zwar auch zusammen. Aber hier stehen die Konzerte beziehungsweise die Lesung und die Filmnacht im Vordergrund.

Die jetzige Kultursommer-Auflage präsentiert sich bunt, aber dennoch etwas abgespeckt. Machen sich mit Blick auf die Sponsoren beide Veranstaltungsreihen gegenseitig Konkurrenz oder worin liegen die Gründe für den Sparkurs?

Jokerst: Der diesjährig etwas abgespeckte Kultursommer hat nichts mit der Sponsorenfrage zu tun. Wir haben von Anfang treue Sponsoren, die uns unterstützen. Aber in einem knappen Haushaltsjahr muss auch die Kultur etwas zur Konsolidierung beitragen, zumal wir auch keinen Eintritt verlangen. Etwas anderes wäre auch schlecht zu vermitteln.

Unter dem Motto „Das Beste gibt’s zu Hause“ wurde vor zehn Jahren auf Ihre Initiative die Reihe gestartet. Was war damals und ist heute die Intention dieses kulturellen Angebotes?

Jokerst: Die Intention war von Anfang an, den Bühler Bürgern und den Gästen im Ferienmonat August interessante und anregende Kulturveranstaltungen zu bieten und dabei auch immer wieder über den kulturellen Tellerrand zu schauen. Letzteres wollen wir im nächsten Jahr wieder etwas intensivieren. Wenn es finanziell möglich ist, werden wir 2018 mit vier bis fünf Konzerten wieder die gleiche Anzahl wie in den Vorjahren haben und vom Sparetat zum ursprünglichen Budget zurückzukehren.

Der Mix aus Musik, Filmnacht und Lesung hat sich bestens bewährt, der Kultursommer entpuppte sich von Beginn an als Erfolgsgeschichte. Gibt es Veranstaltungen, die Ihnen in besonderer Erinnerung geblieben sind?

Jokerst: Gleich beim ersten Kultursommer im Jahr 2008 gab es ein für alle Besucher sehr beeindruckendes Konzert mit der Musikerin Yungchen Lhamo aus Tibet. Aber auch das Konzert mit „Bratsch“ oder mit der Jazzsängerin Cecil Verny bleiben mir lebhaft in Erinnerung.

Wird die Stadt an dem bewährten Sommer-Mix festhalten?

Jokerst: Ja, daran werden wir festhalten. Nicht so sehr, weil es bewährt ist, vielmehr weil unsere Kultursommer-Mischung, wie ich meine, einfach spannend ist.

Dieses Jahr gibt es eine Veranstaltung weniger. Auf was dürfen sich die Besucher freuen?

Jokerst: Ich denke, das Team des Kulturbüros um Petra Ewert hat trotz des Sparetats ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt. Chris Cosmo wird ein besonders pfiffiges Konzert geben, nicht zuletzt weil die Musik gut tanzbar ist. Aber auch die Liebhaber der Swingmusik werden mit Asbanda auf ihre Kosten kommen. Die Krimilesung und die Filmnacht haben eh treue Fans. Ja und zum Abschluss wollen wir noch mit einer Premiere zur Saisonpräsentation des Bürgerhauses überraschen.

Klassik ist diesmal nicht im Angebot. Wird es 2018 wieder ein Konzert für die Klassik-Fans geben?

Jokerst: Ich gehe stark davon aus, dass wir im nächsten Jahr wieder ein klassisches Konzert im Programm haben werden. Mir liegt auf jeden Fall sehr viel daran. Überhaupt wollen wir künftig wieder alle vier Sparten – Jazz, Weltmusik, Klassik und Pop – gleichermaßen bedienen. Es gibt ja viele Möglichkeiten, andere Kulturkreise kennenzulernen, das ist ja gerade das Spannende, und dafür gab es beim Kultursommer in den vergangenen Jahren viele positive Rückmeldungen. Auch am freien Eintritt wollen wir natürlich festhalten.