Die lebende Legende Peter Rowan (Dritter von links) gastiert beim Bühler Bluegrass-Festival mit der italienischen Formation „Red Wine“. | Foto: pr

Festival am 11. und 12. Mai

Bühl als Mittelpunkt der Bluegrassszene

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Zwei Generationen, eine Leidenschaft. Sie ist gerade mal 26 Jahre jung und stand bereits elfjährig als Wunderkind auf der Bühne der Grand Ole Opry in der Country-Metropole Nashville. Er ist eine lebende Legende und macht sich mit 75 Jahren nochmals auf den Weg von Übersee nach Europa: Die Rede ist von Sierra Hull und Peter Rowan. Die junge US-Mandolinenvirtuosin und der erfahrene Gitarrist und Songwriter, einst Mitglied der legendären „Bluegrass Boys“ des Bluegrass-Gründervaters Bill Monroe, sind bei der 16. Auflage des Internationalen Bühler Bluegrass-Festivals im Mai zu erleben, dessen Programm Oberbürgermeister Hubert Schnurr, Fachbereichsleiter Klaus Dürk und der künstlerische Leiter des Festivals, Patrick Fuchs, jetzt vorstellten.

Wir bewegen uns in der Champions League

„Das 16. Festival macht Bühl wieder zum Mittelpunkt der europäischen Bluegrassszene“, freut sich Dürk, der am 11. und 12. Mai wieder zahlreiche Bluegrassfans aus ganz Deutschland und dem benachbarten Ausland – im Vorjahr waren es 1500 – in der Zwetschgenstadt erwartet.
„Wir bewegen uns in der Champions League“, sagt Dürk mit Blick auf das „absolute Spitzenprogramm“ mit sechs Bands aus den USA, Kanada, Norwegen, Italien und Berlin.

Da geht die Post ab: Die kanadische Band „Pert Near Sandstone“ eröffnet das Festival. | Foto: pr

„Bluegrass unter Hebebühnen“ zum Auftakt

Nach dem großen Erfolg im vergangenen Frühjahr wird das Konzept beibehalten, kündigt Patrick Fuchs an. So heißt es zum Festivalauftakt am Freitag, 11. Mai, ab 20 Uhr wieder „Bluegrass unter Hebebühnen“ in der Halle des Hauptsponsors, der Firma Josef Oechsle im Industriegebiet Süd. „Wir müssen auch an die jungen Leute denken“, betont Patrick Fuchs und kündigt nach dem fulminanten Auftritt der Kanadier „The Dead South“ beim vergangenen Festival erneut einen „wilden Abend“ an. Erweitert werden dazu die räumlichen Kapazitäten: 450 Besucher (bisher 300) wird die Halle fassen, wenn die US-Band „Pert Near Sandstone“ das Festival mit Oldtime-Power aus Minnesota eröffnet. Die zweite Formation des ersten Festivalabends heißt „Murder Murder“, und der Namen der Kanadier ist laut Fuchs Programm: „Alles was blutrünstig ist, verarbeiten sie in ihren Texten.“ Musikalisch bewegt sich die Band zwischen Bluegrass, Punk und Alternative Country.

Open-Air-Auftritte auf dem Johannesplatz

Open-Air-Auftritte auf dem Johannesplatz eröffnen bei freiem Eintritt wieder den Festivalsamstag. Um 11 Uhr gastiert das 2013 in Berlin gegründete multinationale Trio „St. Beaufort“ mit einer Mischung aus Folk, Oldtime, Americana und Bluegrass. Um 12.30 Uhr lässt dann „Ila Auto“ aufhorchen. Die „beste und bekannteste Bluegrassband Norwegens“ (Fuchs) hat Lieder in ihrer Landessprache, aber auch traditionelle englischsprachige Bluegrass-Songs im Repertoire.

Peter Rowan spielte einst an der Seite des Bluegrass-Gründungsvaters Bill Monroe. | Foto: pr

Peter Rowan – eine Legende

Sowohl „St. Beaufort“ als auch „Ila Auto“ sind dann auch im Abendprogramm ab 17 Uhr auf der Bühne des Bürgerhauses Neuer Markt zu erleben. Als „die Sensation“ kündigt Patrick Fuchs zudem das Gastspiel von Sierra Hull (USA) an. Die 26-jährige Musikerin aus Byrdstown (Tennessee), 2016 und 2017 in den USA zum „Mandolin Player of the Year“ gewählt, verbindet Bluegrass mit Jazz, Pop, Klassik und Weltmusik. „Eine musikalische Wundertüte“, meint Fuchs, „es kann alles passieren, aber es wird zauberhaft.“ An ihrer Seite spielt im Duo der Kontrabassist Ethan Jodziewicz.

Last but not least: Mit dem Gitarristen und Songwriter Peter Rowan kommt ein original „Bluegrass Boy“ zum Festival nach Bühl. Als junger Mann spielte er ab 1963 in der Band von Bill Monroe, engagierte sich in der Folge jahrzehntelang in vielen Folk-, Rock- und Bluegrassprojekten. Rowan war sechs Mal für einen Grammy nominiert und wird auf seiner Europatournee begleitet von der italienischen Band „Red Wine“. Das Quartett aus Genua ist seit 40 Jahren eine feste Größe im europäischen Bluegrass und war bereits 2006 in Bühl zu erleben.

Karten für das 16. Internationale Bühler Bluegrass-Festival´gibt es ab sofort  im Bürgerhaus Neuer Markt, Telefon (0 72 23) 93 16 16, sowie online unter www.eventim.de. Beim Festivalauftakt in der Halle der Firma Oechsle gibt es ausschließlich Stehplätze. Im Bürgerhaus sind die Sitzplätze nummeriert. „Dies hat sich bewährt“, so Susanne Schirmann-Drescher vom städtischen Kulturbüro, bei der die Fäden der Organisation zusammenlaufen.
Internet
www.bluegrassfestivalbuehl.de