Für das Mutterhaus Neusatzeck bei Bühl gibt es ein neues Konzept: Die Anbauten rechts und links an den hohen Altbau von 1928 sollen ebenso wie die Ökonomie (ganz links) abgerissen werden. An der Talseite ist ein U-förmiger Neubau geplant.
Für das Mutterhaus Neusatzeck bei Bühl gibt es ein neues Konzept: Die Anbauten rechts und links an den hohen Altbau von 1928 sollen ebenso wie die Ökonomie (ganz links) abgerissen werden. An der Talseite ist ein U-förmiger Neubau geplant. | Foto: Ulrich Coenen

Plötzlich zwei Konzepte

Bühler Gemeinderat hat beim Kloster Neusatzeck die Wahl zwischen Seniorenzentrum und Neubaugebiet

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Ein kommunalpolitischer Dauerbrenner geht in die nächste Runde. In nichtöffentlicher Sitzung hat sich der Gemeinderat erneut mit dem Mutterhaus des Klosters Neusatzeck beschäftigt. Neben den Plänen für ein Seniorenzentrum gibt es nun konkrete Pläne für ein Neubaugebiet auf dem Klostergelände. Endgültig entscheidet der Gemeinderat in seiner öffentlichen Sitzung am 17. Juni.

Der Baden-Badener Projektentwickler Bernd Matthias stellte seinen völlig neuen Entwurf für das Seniorenzentrum in der nichtöffentlichen Sitzung vor. Wie bereits am 20. Februar ausführlich berichtet, hat Matthias einen neuen Architekten engagiert, der ein Seniorenzentrum mit U-förmigem Grundriss entworfen hat.

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Den Ursprungsbau des Mutterhauses aus dem Jahr 1928, in dessen Dachstuhl artengeschützte Fledermäuse wohnen, muss Matthias erhalten, die anderen Bestandsgebäude sollen abgerissen werden. Matthias hat mit seinen Architekten an der nichtöffentlichen Gemeinderatssitzung teilgenommen. „Es wurden Fragen gestellt, die wir beantwortet haben“, berichtet er. „Es gab keine Unmutsäußerungen.“

Ein Pflegeheim bedeutet sichere Mieten.

Trotz der Corona-Pandemie und ihrer Folgen für die Wirtschaft will Matthias an seinen Plänen für Neusatzeck festhalten. „Weder die Investoren noch der Betreiber lassen sich dadurch beeinflussen“, stellt der Projektentwickler fest. „Ein Pflegeheim bedeutet sichere Mieten.“

Die neuen Pläne gefallen Oberbürgermeister Hubert Schnurr entschieden besser als die früheren. „Sie nehmen Rücksicht auf Topografie und Landschaft“, sagt er. „Hätte der Projektentwickler diesen Entwurf von Anfang an präsentiert, wäre er wahrscheinlich längst genehmigt worden.“

Freie Wähler wollen Neubaugebiet

Auf Antrag der Freien Wähler wird sich der Gemeinderat am 17. Juni außerdem mit einem Konzept für ein Neubaugebiet mit rund zwei Dutzend Einzel- und Doppelhäusern auf dem Klostergelände beschäftigen. Dieses Konzept hat der Neusatzer Ortschaftsrat nach Auskunft des OB einstimmig verabschiedet. Der Plan stammt von einem CDU-Kommunalpolitiker, der allerdings kein Architekt ist.

Dieses Konzept ist aus Sicht von Hubert Schnurr aus verschiedenen Gründen problematisch. „Es sieht beispielsweise den Abriss des Altbaus von 1928 vor“, berichtet er. „Das ist wegen der artengeschützten Fledermäuse aus rechtlichen Gründen nicht möglich.“

Die vorliegende Planskizze ist nach Auskunft des Oberbürgermeisters außerdem sehr schematisch, so dass man sich keine genauen Vorstellungen machen könne. Schnurr befürchtet ein „kunterbuntes Durcheinander in einer sensiblen Landschaft“. Nach seiner Meinung ist unklar, ob die vorhandene Infrastruktur für ein solches Neubaugebiet ausreichend ist. Schnurr nannte unter anderem die Dimensionierung des Kanals in Neusatzeck.