Am Aschermittwoch zieht das Polizeirevier Bühl die Bilanz der närrischen Wochen. Revierleiter Walter Kautz (links) und sein Stellvertreter Rolf Fritz freuten sich vor Vertretern von Kommunen, Justiz und Rettungsorganisationen über eine vergleichsweise ruhige Fastnachtszeit. | Foto: Bernhard Margull

Fastnachtsbilanz der Polizei

Bühler Revier ist zufrieden

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Beim traditionellen Katerfrühstück im Bühler Polizeirevier haben Revierleiter Walter Kautz und sein Stellvertreter Rolf Fritz die Bilanz der Fastnachtszeit gezogen. Sie ist gut ausgefallen: keine gravierenden Vorfälle bei den Umzügen, eine vergleichsweise geringe Zahl stark alkoholisierter Jugendlicher, und das Thema Alkohol am Steuer fiel auch nicht aus dem Rahmen. Was Kautz und Fritz besonders erfreute: Es gab keine besonderen Klagen über Respektlosigkeit gegenüber den Einsatzkräften. „Das ist nach den Vorjahren eine sehr positive Entwicklung“, sagte Fritz.

Keine gravierenden Aussetzer

Auch wenn die vergangenen Wochen „ohne gravierende Aussetzer“ (Kautz) über die Bühne gingen: Arbeit hatten die Polizeibeamten mehr als genug. „Die Kolleginnen und Kollegen waren auch oft in ihrer Freizeit gefordert“, sagte Fritz vor Vertretern von Kommunen, Justiz und verschiedener Organisation aus dem Rettungswesen. 42 Veranstaltungen waren bei der Polizei angemeldet worden, bei 28 davon war sie präsent. Unterstützung von der Bereitschaftspolizei erhielt das Revier bei den Umzügen in Weitenung und Bühlertal; in Varnhalt waren Kräfte der Alarmhundertschaft des Polizeipräsidiums Offenburg dabei, nachdem die Bereitschaftspolizei anderweitig benötigt wurde.

Umfangreiche Vorarbeit

Zum aus polizeilicher Sicht guten Ergebnis hat auch eine umfangreiche Vorarbeit beigetragen. Vor den einzelnen Umzügen waren wieder Gespräche mit Kommunen und Vereinen geführt und dabei die vergangenen Umzüge analysiert worden; die gewonnenen Erfahrungen mündeten in entsprechende Konzepte. Bewährt habe es sich in Varnhalt, das Hausrecht dem Veranstalter des Umzugs zu übertragen. Er war damit befugt, den Zugang zum Umzugsgelände zu kontrollieren, alkoholische Getränke und gefährliche Gegenstände abzunehmen und bereits alkoholisierten Personen den Zugang zu verwehren. „Anzumerken ist, dass die Menge des entsorgten Alkohols in diesem Jahr deutlich geringer als 2018 war“, berichtete Fritz; insgesamt waren es über die Fastnachtstage 20 Liter. Gerade beim Umzug in Varnhalt hätten die Jugendsachbearbeiter der Reviere Bühl, Baden-Baden und Rastatt sehr gut zusammengearbeitet. Bereits im Vorfeld waren 15 Jugendlichen für den Umzug in Varnhalt Aufenthaltsverbote erteilt worden, nachdem sie bei Fastnachtsveranstaltungen im Rastatter Raum mehrfach auffällig geworden waren. Einer dieser Jugendlichen versuchte es dennoch in Varnhalt, wurde aber angetroffen und nach Hause geschickt.

„Ich hoffe, das geht so weiter“

Insgesamt registrierte die Polizei bei den Fastnachtsveranstaltungen in der Region eine gefährliche Körperverletzung, drei Körperverletzungen und zwei Bedrohungen. Zwei betrunkene Jugendliche wurden an das DRK und von dort an ihre Eltern übergeben, ein Jugendlicher hatte einen Alkoholwert von 2,2 Promille im Blut. Die betrunkenen Jugendlichen seien „aber absolut friedlich“ gewesen – Fritz erwähnte dies besonders und machte damit deutlich, dass seine Kolleginnen und Kollegen dies auch schon ganz anders erlebt haben. In acht Fällen gab es Elternbriefe durch das Team Halt (Hart am Limit). So konnte Revierleiter Walter Kautz am Ende des Katerfrühstücks auch erfreut feststellen: „Alle Beteiligten haben ihre Hausaufgaben gemacht, das Resümee fällt positiv aus.“ Und zu dem Thema Respekt gegenüber den Einsatzkräften meinte er: „Ich hoffe, das geht so weiter.“

Bei 34 meist nächtlichen Kontrollen haben die Beamten des Polizeireviers Bühl seit Mitte Januar mehr als 400 Fahrzeuge angehalten und die Insassen überprüft. Daraus resultierten neun Strafanzeigen und sieben Ordnungswidrigkeiten wegen Fahrens unter Alkohol oder Drogen. Der „Spitzenreiter“ brachte es auf 3,2 Promille. Wie der stellvertretende Revierleiter Rolf Fritz weiter ausführte, waren außerdem vier Unfälle unter Einfluss von Alkohol oder Drogen aufzunehmen. In vier Fällen verhinderten die Beamten Trunkenheitsfahrten, indem sie betrunkene Autofahrer rechtzeitig ansprachen. Insgesamt jedoch hätten sich die Autofahrer vorbildlich verhalten. Oft seien Fahrgemeinschaften gebildet oder ein Taxi gerufen worden. Eine Auffälligkeit gab es aber doch noch: Anders als in den Vorjahren musste die Polizei in der Fastnachtswoche selbst Verstöße feststellen, am Dienstag war der letzte Alkoholunfall der Fastnachtszeit zu verzeichnen. „Das hatten wir in den letzten Jahren so nicht“, sagte Fritz.