Konstanter Punktesammler: Der Brite Tommy Nicolaou tritt auch 2019 wieder für den TV Bühl an. | Foto: Steuerer

Erstmals in Zweiter Liga

Bühler Turner schreiben Geschichte

Anzeige

„Das ist eine ganz schöne Hausnummer. Ein großer Berg“, sagt Cheftrainer Gerd Lugauer. Die Bühler Turner sind bekanntlich als Nachrücker in die Zweite Bundesliga aufgestiegen, und nun fängt die harte Arbeit an, vor allem natürlich das Training.

Was wäre, wenn wir aufsteigen?

Die Kaderplanung begann schon deutlich früher, denn die Bühler turnten eine Wahnsinnssaison in der Dritten Liga, führten – bis zum Mittelbaden-Derby gegen den späteren Meister TG Hanauerland – sogar die Tabelle an. „Was wäre, wenn wir aufsteigen?“ – diese Frage kursierte schon länger in den Reihen der Bühler. Denn als Tabellenzweiter waren sie zumindest mal für das Aufstiegsfinale in Monheim qualifiziert.

Jubelnde Bühler Kunstturner gab es in dieser Saison öfters zu sehen. | Foto: Ottnad

„Wir haben im Vorfeld bei einer Mannschaftssitzung Pro und Kontra diskutiert“, berichtet Teammanager Jan Lugauer. Ganz demokratisch wurde entschieden, auch im Falle des Einzugs in die Zweite Turn-Bundesliga bleibt die Erfolgsriege der Saison 2018 zusammen. „Das Team hat es verdient“, so Lugauer, „es sind alles Leute aus der Turnschule des Gerd Lugauer.“

Topscorer Tommy Nicolaou turnt auch 2019 für Bühl

Verstärkung von außerhalb wird wieder Tommy Nicolaou sein. Dem jungen britischen Topturner, der mit einer ungeheuren Konstanz überzeugte, gefällt es so gut in Bühl, dass er schon am Anfang der Runde fragte, ob er 2019 nicht wieder für den TVB an den Start gehen könnte.

Alexander Fortmeier kehrt zurück

Damit war also die Personalfrage weitestgehend geklärt, der Kader mit Felix Pfaffenhausen, Pascal Weiß, Jan Fäßler, Florian Barny, Martin Lukomski und Nick Hofmann wird zudem verstärkt durch Alexander Fortmeier, der nach Schulterverletzung und Operation kommendes Jahr wieder angreifen will. Auch Jan Lugauer steht mit seiner Zweitliga-Erfahrung zur Verfügung.

Junge Talente aus Team II sollen Chance bekommen

Zudem wollen Cheftrainer Gerd Lugauer und sein Sohn, Teammanager Jan, versuchen, junge Talente aus der zweiten Mannschaft hoch zu ziehen. Zumindest sollen die geeigneten Nachwuchsturner anfangs im Bundesliga-Team trainieren und bei den Wettkämpfen im Tross dabei sein.

Sind nach wie vor ein Stadtverein

Nicht ohne einen gewissen Stolz verweisen die Bühler auf ihren Status als „Stadtverein“, was bedeutet, nach wie vor speist sich der Kader aus Aktiven eines Vereins, nämlich dem TVB. Der Blick in die deutschen Topligen offenbart, es ist fast schon ein Alleinstellungsmerkmal .

Viele Mannschaften rekrutieren Turner aus mehreren Vereinen

Exquisa Oberbayern, beheimatet in München, vereint Turner aus dem halben Freistaat. Die TG Allgäu (Kempten) ist sportliche Heimat für Spitzenleute aus der Region zwischen Lindenberg und Marktoberdorf, Sonthofen und Markt Wald, in der TG Hanauerland – dem mittelbadischen Derbyrivalen der Bühler – turnen die Topleute aus der Region Rheinau, Lichtenau und Kehl.

Weiter mit Mittelbaden-Derby

Apropos Derby: Zum sportlichen Kräftemessen mit der TGH gesellt sich in der Zweitliga-Saison 2019 für den TVB noch ein weiterer „Lokalkampf“, und zwar der gegen den TV Schiltach. Damit sind die drei badischen Vertreter in der Zweiten Bundesliga Süd genannt, die übrigen Gegner sind in Bayern beheimatet – Exquisa Oberbayern, TSV Buttenwiesen (Landkreis Dillingen/Donau), TSV Monheim (Landkreis Donau-Ries), TG Allgäu und Liga-Dino KTV Ries (Nördlingen), der seit 25 Jahren der Zweiten Liga angehört.

Premiere in Liga zwei beginnt am 14. September

Die Premierensaison – erstmals turnt ein Bühler Team in der zweithöchsten deutschen Turnliga – beginnt für die Bühler am 14. September mit dem Heimwettkampf gegen Exquisa Oberbayern. „Es ist ein großer Sprung“, sagt Teammanager Lugauer, von Liga drei zu Liga zwei sei der Unterschied größer als eine Klasse. Wie hart es in Liga zwei zugeht, erfuhr gerade der VfL Kirchheim unter Teck, der sich 2017 souverän als Drittliga-Meister nach oben verabschiedete, um 2018 sang- und klanglos gleich wieder abzusteigen.

Erfolgstrainer Gerd Lugauer (rechts) mit Jan Fäßler. | Foto: Steuerer

 

Aber die Bühler Kunstturner, die ein sehr guter Zusammenhalt auszeichnet, der in der „Seuchensaison 2017“ noch wuchs, gehen die Herausforderung mit Gelassenheit an. „Ohne Druck“, wie Jan Lugauer sagt. Wenn es zum Schluss nicht reiche, heiße die Konsequenz eben Abstieg.

Hoffen auf noch mehr Zuschauer

Die Bühler wollen aber 2019 definitiv wieder ansprechendes Kunstturnen zeigen – angesichts der Liga mit höheren Schwierigkeitsgraden – und setzen bei den Heimwettkämpfen auf gute Publikums-Resonanz. „Da haben wir es in der Runde 2018 gut erwischt“, konstatiert Jan Lugauer, „wir hoffen jetzt auf noch mehr Zuschauer.“