Tierpatin: Heidi Knappe will dem notleidenden Circus Bely helfen.
Tierpatin: Heidi Knappe will dem notleidenden Circus Bely helfen. | Foto: Holbein

Tierpatenschaft übernommen

Bühlerin hilft dem notleidenden Zirkus Bely

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Heidi Knappe aus Bühl will dem notleidenden Zirkus Bely helfen. Sie hat eine Tierpatenschaft übernommen. Jeden Monat kommt ein fester Betrag auf das Konto der Zirkusfamilie.

Von unserer Mitarbeiterin Martina Holbein

„Rio“ schüttelt seine Mähne, seine Ohren zucken, er ist aufgeregt, als ihn seine neue Patin am Halfter nimmt. „Du bist ein Schöner“ redet Heidi Knappe beruhigend auf ihn ein, denn er soll ja für das Pressefoto posieren.

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Die Idee, eine Tierpatenschaft beim Zirkus Bely zu übernehmen, kam ihr bei einem Besuch in ihrem Reitstall, in dem sie selbst ein Pferd stehen hat. Dort hing ein Zeitungsartikel aus, der auf die Not des Zirkus Bely, der in dieser Saison noch keine einzige Vorstellung zeigen durfte, aufmerksam machte.

Jeden Monat kommt ein fester Betrag auf das Konto

„Da hab ich mir überlegt, ich könnte doch eine Patenschaft für ein Pferd übernehmen. Das ist etwas ganz konkretes und jeden Monat bekommt die Zirkusfamilie einen festen Betrag auf ihr Konto.“ Sie setzte sich mit Marina Frank-Bely in Verbindung, ein Termin wurde ausgemacht, an dem die Bühlerin ihr Patentier kennenlernen konnte.

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Auf „Rio“ fiel die Wahl. „Rio“ ist sechs Jahre alt und einer der sechs Friesenhengste, die normalerweise mit ihrem Temperament und ihrer Disziplin für Begeisterung in der Manege sorgen. Doch wegen der Corona-Pandemie ist alles anders. Traditionell beginnt für die Zirkusfamilie Bely die Saison mit einem zweiwöchigen Gastspiel auf dem Rastatter Festplatz.

Das große Zelt war bereits aufgebaut, dann hieß es am zweiten Märzwochenende: Alles abbauen, zurück ins Winterquartier auf das Gelände der Merzeau-Kaserne an der Kehler Straße, bis Ende August Auftrittsverbot. „Uns kribbelt es in den Füßen“, beschreibt Zirkusdirektorin Marina Frank-Bely einen Teil ihrer Gefühlslage. Der andere Teil ist dominiert von der Sorge, wie die Zeit ohne Einnahmen zu überleben ist. Denn die Tiere brauchen ihr Futter, jeden Tag. Bis jetzt haben die Bauern, die das Heu liefern, den Betrag gestundet, aber auch die werden ihr Geld bald wollen.

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Als Heidi Knappe mit der Idee einer Tierpatenschaft an sie herantrat, ist ihr eingefallen, dass es Patenschaften schon gibt beim Zirkus Bely. Einst hatte der damalige Bühler Bürgermeister Hans Striebel eine Patenschaft für das Kamel „Casimir“ übernommen. Und auch der ehemalige Rastatter Oberbürgermeister Walker hat eine Patenschaft.

Gleich drei Tierpatenkinder hat Oberbürgermeister Hans Jürgen Pütsch angenommen. „Wir haben diese Idee wiederbelebt und es wäre wunderbar, wenn sich ganz viele zu solch einer Patenschaft entschließen könnten“, sagt Heidi Knappe. Diese sei an keinen festen Betrag gebunden, jeder könne so viel geben, wie er kann.

Als Dankeschön können die Paten ein Selfie von sich und „ihrem“ Patentier machen. Samstags und sonntags bietet der Zirkus an, die Tiere auf dem Merzeau-Gelände nach telefonischer Voranmeldung unter (01 72) 7 29 20 93 zu besuchen.

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