Das Preisgericht tagte unter dem Vorsitz von Fred Gresens im Haus Alban Stolz. Acht Architekten wurden für die zweite Bearbeitungsstufe ausgewählt. | Foto: pr

Jury tagt für „Campus Bühl“

Acht Architekten starten in die zweite Runde

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Da waren’s nur noch acht. Die erste Runde des Wettbewerbs Campus Bühl ist abgeschlossen. Das Preisgericht hat bei seiner Sitzung im Haus Alban Stolz die Entwürfe von 23 Arbeitsgemeinschaften aus Architekten, Stadt- und Landschaftsplanern für das 8,3 Hektar große Gelände zwischen Friedrichstraße, Eisenbahnstraße, Güterstraße und Rheinstraße bewertet. Sieben Teilnehmer hatten in diesem „Kombinierten städtebaulichen Ideen- und hochbaulichen Realisierungswettbewerb“, wie das Verfahren offiziell heißt, bereits vorher aufgegeben und keine Arbeiten eingereicht.

Wie berichtet (siehe Links am Ende des Beitrags), ging es in dieser ersten Stufe um ein städtebauliches Konzept für das Quartier. Die nach Ansicht der Jury besten Bearbeiter dürfen in der zweiten Stufe nun Pläne für die notwendigen Hochbauten entwickeln. Dabei geht es unter anderem um eine Mensa, eine Turnhalle für die Aloys-Schreiber-Schule und ein Jugendcafé.

Entscheidung am 31. Mai

Am 31. Mai wird das Preisgericht schließlich endgültig entscheiden. Erst danach werden alle Entwürfe und Modelle aus beiden Stufen der Konkurrenz der Öffentlichkeit in einer Ausstellung präsentiert.
Fred Gresens, Bezirksvorsitzender der Architektenkammer Südbaden, wurde von der Jury zum Vorsitzenden gewählt. Die acht (statt der laut Auslobung möglichen zehn) Bearbeiter für die zweite Stufe seien vom Preisgericht mit großer Mehrheit festgelegt worden, berichtete er unmittelbar nach der Sitzung gegenüber dieser Zeitung. „Diese Arbeiten erfüllen die Vorgaben des Wettbewerbs am besten. Alle erhalten nun die Hinweise des Preisgerichts für die weitere Beschäftigung mit dem Thema.“

Bearbeiter sind anonym

Ein wesentlicher Bestandteil des Wettbewerbswesens in der Bundesrepublik ist die Anonymität der Entwurfsverfasser. Alle Teilnehmer verbergen sich deshalb hinter Tarnnummern. „Wir kennen also nicht die Namen der Architekten, deren Entwürfe wir bewertet haben“, erklärte Gresens. Das wird sich auch in der zweiten Wettbewerbsstufe nicht ändern.

Nicht die Jury, sondern das Architekturbüro Thomas Thiele (Freiburg), das vom Gemeinderat mit der Durchführung der Konkurrenz beauftragt wurde, wird die beteiligten Architekten informieren. Der externe Gutachter hat in Form eines 120-seitigen Vorprüfberichts wichtige Vorarbeit geleistet. Dessen umfangreiche Analyse erhielten die 15 stimmberechtigten Preisrichter und das halbe Dutzend Berater, das die Sitzung ohne Stimmrecht begleitete, vorab.

Jury breit aufgestellt

„Das Preisgericht ist sehr breit aufgestellt, das hat man in dieser Form selten“, meinte Gresens. „Es fehlt im Grunde nur der Hausmeister.“ Neben Architekten gehören dem Gremium, wie üblich, Vertreter der Gemeinderatsfraktionen, aber auch Mitarbeiter der Realschule und der Aloys-Schreiber-Schule als spätere Nutzer der projektierten Hochbauten an. Im ersten Wertungsrundgang hat das Preisgericht sieben Arbeiten ausgeschieden, im zweiten acht.

Interessante Ansätze

Die acht, jetzt zur zweiten Runde zugelassenen Entwürfe, enthalten nach Auskunft von Gresens „hochinteressante Ansätze, wie man mit der Campus-Idee umgehen kann“. Allein für die Verkehrsführung im Bereich des Kauflands würden diese acht Büros auf alle vier verkehrstechnischen Varianten zurückgreifen, die der von der Stadt beauftragte Verkehrsplaner in den Wettbewerbsbedingungen dargelegt habe.

Die Jury ist von der Qualität der Wettbewerbsbeiträge überzeugt. „Wir erhalten ein breites Feld an Vorschlägen auf einem hohen Niveau, wie der Campus an die historischen Altstadt, den Stadtgarten und den Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) angebunden werden kann“, freute sich der Vorsitzende Fred Gresens. „Ebenso gibt es ganz unterschiedliche Varianten für die Parkierung mit oder ohne Tiefgarage.“
Genauso breit ist das Spektrum im Hinblick auf die für die Aloys-Schreiber-Schule und die Realschule notwendigen Neubauten. „Anbau, Aufstockung und freistehende Gebäude, alles ist dabei“, sagte Gresens. „Für die Mensa werden ganz unterschiedliche Standorte angedacht.“

Konzentration auf kommunale Flächen

In der zweiten Stufe erwartet das Preisgericht nach Auskunft seines Vorsitzenden, dass die acht verbliebenen Architekten sich stärker auf die kommunalen Gebäude und die Flächen im Stadtbesitz innerhalb das Campusgeländes konzentrieren. Gresens lobte den „Hirnschmalz“, den die Bearbeiter in der ersten Stufe in die Gestaltung der Bereiche im Privatbesitz (beispielsweise Octomedia) investiert haben. Dies solle aber nicht weiter vertieft werden. „Es gibt zwei hochinteressante und realistische Vorschläge, wie mit der vorhandenen Bausubstanz des Octomedia-Elektrofachmarkts und des Kauflands umgegangen werden könnte“, konstatierte der Vorsitzende.

OB Schnurr ist zufrieden

Am 5. Mai müssen die verblieben Architekten ihre Entwürfe abgeben, mit den Modellen haben sie bis 12. Mai Zeit. Für Oberbürgermeister Hubert Schnurr ist schon jetzt klar: „Der Wettbewerb hat sich gelohnt.“

Links zur bisherigen Berichterstattung

Gemeinderat beschließt den Auslobungstext

Interview mit OB Hubert Schnurr

Grundsatzbeschluss des Gemeinderates zum Wettbewerb

Zu wenige Bewerber für Campus Bühl

Sieben Architekten haben die Segel gestrichen