Der Europaplatz ist bei Marktbeschickern und Kunden gleichermaßen beliebt. Nach der Sanierung des Markt- und Kirchplatzes wird der Wochenmarkt im neuen Jahr aber an seinen traditionellen Standort zurückkehren. | Foto: Ulrich Coenen

In Bühl

Der Markt kehrt auf den Marktplatz zurück

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So richtig glücklich wirkten die Marktbeschicker bei der Pressekonferenz am Montag nicht. Exakt ein Jahr nach seinem durch die Bauarbeiten erzwungenen Exodus wird der Wochenmarkt am Samstag nach dem Dreikönigstag auf den Markt- und Kirchplatz zurückkehren. Ottmar Serrer und Konrad Baumann, die Sprecher der insgesamt 24 Beschicker, betonten unisono, dass man mit der Interimslösung Europaplatz höhere Umsätze erziele. Als Grund vermuteten sie die große Zahl der Parkplätze im Bereich des nicht weit entfernten Kaufland, die offensichtlich viele neue Kunden dazu animiert hat, den Wochenmarkt zu besuchen.

Teure Sanierung

Gehört hat man diese Beweggründe in zwei Besprechungen mit der Stadt schon, doch für Oberbürgermeister Hubert Schnurr überwogen letztendlich die Argumente für den gerade mit dem erheblichen finanziellen Aufwand von 1,15 Millionen Euro sanierten Markt- und Kirchplatz. Doch Schnurr will den Marktbeschickern an ihrem traditionellen Standort so weit wie möglich entgegenkommen.

Events müssen umziehen

In Zukunft sollen sie nur noch zweimal im Jahr (Adventsmarkt, Zwetschgenfest) für andere Veranstaltungen vom Markt- und Kirchplatz weichen müssen. Für andere Events wie Streetfood oder närrischer Markt werden neue Standorte gesucht oder sie müssen sich mit ihrem Aufbau an den Marktzeiten orientieren.
Daneben wird der Wochenmarkt auf dem Markt- und Kirchplatz im neuen Jahr einen völlig neuen Aufbau erhalten. Die 24 Stände am Samstag (montags sind es nur 15) werden lockerer aufgebaut, sodass für die Besucher viel mehr Platz zur Verfügung steht. Wie auf dem großen Europaplatz soll auch im Schatten von Kirche und Rathaus ein Ort der Kommunikation entstehen. Auf dem Marktplatz wird deshalb auf die Stände in der Mittelgasse verzichtet. Stattdessen rücken die Marktbeschicker auf dem Kirchplatz deutlich weiter nach Westen als bisher bis in die Nähe des Narrenbrunnens.

Die neue Anordnung der Stände auf dem Bühler Wochenmarkt: Am 12. Januar ist Premiere. | Foto: Stadt Bühl

Logistik wird verbessert

Auch die Logistik wird für die Marktbeschicker optimiert. In Zukunft wird es gleich vier Autozufahrten geben, jeweils zwei von der Hauptstraße und zwei von der Eisenbahnstraße. Weil insgesamt deutlich mehr Fläche als bisher zur Verfügung steht, dürfen die Fahrzeuge der Beschicker während des Marktes auf dem Platz stehen bleiben.

Sparkasse baut um

OB Schnurr betonte, dass auch die Infrastruktur des Markt- und Kirchplatzes durch die Sanierung deutlich verbessert worden sei und es nun vier zusätzliche Stromanschlüsse und Wasserstellen gebe. „Weil im Frühjahr 2019 der Umbau der Sparkasse beginnt, wäre eine Fortsetzung des Wochenmarktes auf dem Europaplatz ohnehin nicht möglich“, meint er.

Parternschaftlich

Obwohl die Meinungsverschiedenheiten über den idealen Standort zwischen Stadt und Marktbeschickern nicht restlos ausgeräumt sind, ist das Klima zwischen den Parteien partnerschaftlich. „Alle Achtung, dass wir überhaupt von der Stadt gefragt werden“, sagt Baumann. „Das schätzen wir.“ Serrer ergänzt: „Es gibt keinen besseren Standort als Bühl. Hier bekommen wir jede Unterstützung. In anderen Kommunen sieht das anders aus.“ So viel Lob freute den Rathauschef: „Wenn es nötig ist, werden wir nachbessern“, verspricht er. Marktmeister Edgar Jäger sei schließlich der „Marktbeschicker-Flüsterer“ der Stadt und habe immer ein Ohr für die Sorgen und Wünsche der Händler.

Eine Eröffnungsfeier ist für den ersten Marktsamstag am neuen alten Standort am Samstag, 12. Januar, geplant. Andreas Bohnert, Ordnungsamtsleiter der Stadt, verspricht den Besuchern passend zur Jahreszeit Glühwein oder Punsch. Auch ein Flyer wird für die Marktbesucher vorbereitet.
Die bei der Pressekonferenz am Montag vorgestellten neuen Regeln sind das Ergebnis einer Besprechung zwischen OB Hubert Schnurr und den Marktbeschickern am 17. November im Friedrichsbau. „Nach ersten Gesprächen im Juli haben wir alle Anregungen geprüft und Vor- und Nachteile der beiden Standorte abgewogen“, konstatiert Schnurr. Obwohl die Marktbeschicker mit der Lösung nicht ganz zufrieden sind, gab es keinen Widerspruch. Ob alle Händler auf dem Markt- und Kirchplatz zurückkehren, ist zwar noch nicht hundertprozentig klar. „Wir haben aber keine Signale, dass jemand aussteigt“, berichten die Sprecher Konrad Baumann und Ottmar Serrer.