Die Citylinie 272 nach Weitenung ist normalerweise eine der Strecken mit den meisten Fahrgästen. Seit der Öffnung der Schulen sind nun auch wieder Schüler an Bord.
Die Citylinie 272 nach Weitenung ist normalerweise eine der Strecken mit den meisten Fahrgästen. Seit der Öffnung der Schulen sind nun auch wieder Schüler an Bord. | Foto: Coenen

Sorge vor Ansteckung

Die Bühler Citylinie hat in Zeiten der Corona-Pandemie deutlich weniger Fahrgäste

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Öffentliche Verkehrsmittel sind in Zeiten der Pandemie nicht unproblematisch. Kritiker sehen die proppenvollen Flugzeuge und die ICEs, in denen Abstand zu halten, zunehmend schwieriger wird, skeptisch. In den Fahrzeugen der Bühler Citylinie herrscht allerdings mitunter Leere.

Bühl hat die kommunale Citylinie, die insgesamt sechs Strecken im gesamten Stadtgebiet bedient. Konzessionär ist das Bühler Unternehmen Faller-Reisen. Nicole Faller, die stellvertretende Geschäftsführerin, sieht bisher keine Probleme mit den Corona-Regeln. „Im Prinzip läuft es bei der Citylinie nicht anders als beim Karlsruher Verkehrsverbund (KVV), weil wir zu diesem Verbund gehören“, berichtet Faller. „Die Busse der Citylinie wurden, um die Fahrer zu schützen, teilweise mit einem Spuckschutz ausgestattet. Die Fahrgäste müssen Masken tragen.“

Das klappt nach Erfahrungen von Faller sehr gut. Schwierigkeiten bereitet lediglich die Nachrüstung aller Busse mit Spuckschutz. „Er ist schlichtweg nicht für jeden Fahrzeugtyp verfügbar“, sagt Faller. „Die Hersteller arbeiten aber daran. Außerdem gibt es Fremdanbieter, die sich in dieser Hinsicht engagieren.“ Ganz so einfach ist die Nachrüstung aber nicht. „Diese nachträglichen Einbauten benötigen natürlich ein TÜV-Zulassung“, sagt Faller. „Deshalb haben wir bisher nur für einen Teil unserer Busse eine funktionierende Lösung gefunden.“

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Doch auch die anderen Fahrer hält die Unternehmerin gegen eine mögliche Ansteckung mit dem Virus Sars-CoV-2 für gut geschützt. „Die vordere Tür bleibt zu“, berichtet sie. „Das hat der KVV so vorgegeben. Für diese Fahrer ist unterdessen kein Mund-Nasen-Schutz vorgeschrieben. Manche Fahrer und Fahrerinnen tragen den Schutz freiwillig.“

Trotz Schulöffnungen sind die Busse nicht voll

Normalerweise benutzen rund 20.000 Fahrgäste pro Monat die Busse der Bühler Citylinie. „Diese Zahl ist natürlich auf dem Höhepunkt der Pandemie deutlich zurückgegangen“, erklärt Faller. „Das hängt insbesondere mit den geschlossenen Schulen zusammen, weil sehr viele unserer Fahrgäste Schüler sind. Eine Statistik haben wir allerdings nicht geführt.“

Weil die Schulen inzwischen wieder geöffnet haben, ziehen auch die Fahrgastzahlen deutlich an. Überfüllt sind die Busse aber dennoch nicht, weil der Unterricht für die Klassen versetzt stattfindet. „Es gibt keine Probleme, den Mindestabstand einzuhalten“, sagt Faller. Busse der Citylinie verfügen teilweise über 45 Sitzplätze. Die werden nach Auskunft des Unternehmens zurzeit praktisch nie ausgelastet.

Mit der Disziplin ihrer Fahrgäste ist die Busunternehmerin zufrieden. „Viele unserer Stammgäste sind älter und wollen sich gegen eine Ansteckung schützen“, erklärt sie. „Die halten die Hygieneregeln selbstverständlich ein und tragen einen Mund-Nasen-Schutz.“

Doch auch die Schüler ziehen mit. „Das Thema wurde offensichtlich in den Schulen thematisiert“, sagt Nicole Faller. Es gebe praktisch keinen Ärger „Das hängt sicher auch damit zusammen, dass wir in einer kleinen Stadt leben, in der die Welt noch in Ordnung ist“, vermutet die Unternehmerin. Als Arbeitgeberin findet Fallert das beruhigend. „Wegen der vielen Kontakte ist Busfahrer fraglos ein Risikojob“, sagt sie. „Die Kollegen sind sich dessen bewusst und deshalb sehr vorsichtig.“