Wieder geöffnet hat die Staatliche Kunsthalle in Baden-Baden: jetzt gilt eine Maskenpflicht, zudem weisen Bodenabstandsmarkierungen den richtigen Weg. | Foto: Dorscheid

Zwei Häuser sind wieder offen

Die Museumsmeile in Baden-Baden erwacht erst langsam

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Die Staatliche Kunsthalle Baden-Baden hatte es besonders arg erwischt. Kaum war im März die Ausstellung „Körper. Blicke. Macht. Eine Kulturgeschichte des Bades“ mit vielen Gästen eröffnet worden, musste sie Corona-bedingt schon wieder schließen. Seit Freitag ist sie wieder zugänglich. Auch das Stadtmuseum hat seine Pforten wieder offen. Aber die kurstädtische „Museumsmeile“ in der Lichtentaler Allee mit ihren vier Einrichtungen erwacht erst langsam, wie eine BNN-Stippvisite am Samstag zeigt.

Die Kunsthalle zählte am Freitag, dem Eröffnungstag, 15 Gäste, am Samstag waren es dann schon 17. Das Stadtmuseum Baden-Baden registrierte am Samstag 16 Besucher, darunter viele Stammgäste. Seit der Wiedereröffnung vergangenen Mittwoch tröpfelten täglich fünf bis acht Gäste; in „Vor-Corona-Zeiten“ waren es rund 25 am Tag, an Wochenenden zum Teil deutlich mehr. „Die Öffnung muss sich erst noch herumsprechen“, sagt Mitarbeiterin Viviane Baudisch. Seit dem 15. März, also fast zwei Monate lang, war das Haus geschlossen.

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Neue Regeln für den Besuch im Museum

Jetzt achten die Mitarbeiter des Stadtmuseums auf die Einhaltung der Regeln: maximal 20 Besucher dürfen gleichzeitig ins Haus (was an der Kasse kontrolliert wird) und ein Mund-Nasen-Schutz ist ebenso Pflicht wie das Einhalten des Mindestabstands von 1,50 Meter. Und: Personen mit Erkältungssymptomen werden nicht hereingelassen, klärt ein Schild am Eingang auf. Am Eingang erwartet die Besucher eine Händedesinfektion.

Die Zeit der Schließung sei für kleinere Instandsetzungen genutzt worden, so Veronika Stempniewicz.

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Werden die Ausstellungen verlängert?

In dieser Phase seien Mitarbeiter des Stadtmuseums teilweise im Stadtarchiv eingesetzt worden. Das Museum kooperiert mit der Staatlichen Kunsthalle; deshalb sind aktuell an beiden Ausstellungsorten Exponate zur Kulturgeschichte des Bades zu sehen. Offen ist derzeit, ob die Ausstellungen angesichts der verordneten Schließzeiten verlängert werden.

Ich bin sehr froh, dass es wieder losgeht in den Museen.

Bernhard Hemminger, Museumsbesucher

Das Thema „Kulturgeschichte des Bades“ interessiert auch Bernhard Heminger aus Karlsruhe; er ist am Samstag der erste Tagesbesucher der Kunsthalle. „Ich bin sehr froh, dass es wieder losgeht in den Museen.“ Er komme immer wieder sehr gerne in die Kurstadt, kombiniere an Wochenenden das Naturerlebnis – etwa den Battert oder die Geroldsauer Wasserfälle – mit einem Besuch in den Baden-Badener Museen.

Noch geschlossen ist derzeit das LA8. Ab Samstag, 6. Juni, soll die Ausstellung „Baden in Schönheit“ zu sehen sein. | Foto: Dorscheid

Gebhard Lenz, Mitarbeiter der Kunsthalle, erklärt die neuen Regeln: Es gibt Bodenabstandsmarkierungen ebenso wie die Trennung von Ein- und Ausgang, damit sich die Besucher möglichst wenig begegnen. In den Räumen weisen ebenfalls Bodenmarkierungen auf die vorgeschriebenen Laufwege hin. Auch in die Kunsthalle dürfen nur höchstens 20 Personen, die eine Maske tragen müssen, gleichzeitig.

Die Staatliche Kunsthalle (neue Öffnungszeit: Dienstag bis Sonntag 11 bis 18 Uhr) und das Stadtmuseum (ebenfalls Dienstag bis Sonntag 11 bis 18 Uhr) haben wieder offen, das Museum Frieder Burda stößt am Dienstag, 12. Mai, hinzu; dort wird dann die Ausstellung „Die Bilder der Brüder. Eine Sammlungsgeschichte der Familie Burda“ zu sehen sein (Dienstag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr offen). Das LA8 ist noch geschlossen, kündigt auf der Homepage die Ausstellung „Baden in Schönheit. Die Optimierung des Körpers im 19. Jahrhundert“  ab Samstag, 6. Juni, an.