Die Vorstandsmitglieder der fünf Eine-Welt-Initiativen präsentierten sich gemeinsam mit OB Hubert Schnurr bei der Vorstellung des Programms für ihre Jubiläumsveranstaltung. | Foto: pr

Eine-Welt-Initativen Bühl

„Die Kirche ist die einzige zuverlässige Größe“

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Sie sind keine Einzelkämpfer. Es ist gleich eine ganz Handvoll Hilfsorganisationen, die sich für Entwicklungsländer engagieren. Ausgerechnet in diesem Jahr feiern die fünf Bühler Vereine allesamt einen runden Geburtstag. Für Oberbürgermeister Hubert Schnurr war das Anlass, 2018 als „Eine-Welt-Jahr“ auszurufen. Den Worten folgen nun Taten. „Unter dem Motto “Meine Welt – Deine Welt – Eine Welt“ gibt es am 22. und 23. Juni im Bürgerhaus Neuer Markt eine ganze Reihe von Veranstaltungen. Dort werden sich nicht nur die Keniahilfe Bühl, die 40 Jahre alt wird, der Perukreis St. Peter und Paul (30 Jahre), der Weltladen Bühl (25 Jahre), Pro Gamines (20 Jahre) und Kimbondo (zehn Jahre) präsentieren, es gibt gleichzeitig ein umfangreiches Rahmenprogramm. Das stellten OB Hubert Schnurr und Bürgermeister Wolfgang Jokerst gemeinsam mit Vertretern der Vereine auf einer Pressekonferenz vor.

„Besonderes Merkmal“

„Diese fünf Initiativen prägen das Leben in der Stadt mit“, stellte Jokerst fest. „Dabei geht es längst nicht nur um die Teilnahme am Adventsmarkt. Dass es gleich fünf dieser Organisationen in einer relativ kleinen Stadt wie Bühl gibt, ist ein besonderes Merkmal.“

Gerechtere Welt

Mit der zweitägigen Jubiläumsveranstaltung sollen die Bürger, so Jokerst, für eine gerechte Welt sensibilisiert werden. „Auch die Stadt will aktiver werden“, berichtete der Beigeodnete. „Wir haben uns auf dem Weg zur Fair-Trade-Stadt gemacht. Die Bewerbungsunterlagen liegen bereits auf meinem Schreibtisch.“

Klimawandel und Migration

Hansjörg Willig, der Vorsitzende der Keniahilfe, wies auf die Probleme hin, die Wassermangel, Klimawandel und Migrationsbewegungen mit sich bringen. „Da kommt noch einiges auf uns zu“, meinte er. Aus diesem Grund wird die Veranstaltung am 22. Juni um 19.30 Uhr im Bürgerhaus mit einem Vortrag von Alexander Lohner, Grundsatzreferent bei Miserior, zum Thema Wasser eröffnet.

Kleine Schritte

Wolfgang Sauerbeck (Kimbondo) berichtete, dass sein Verein in vielfältiger Weise im Kongo tätig sei. Doch der zweite wichtige Bereich der Arbeit liege in Deutschland. „Es geht darum, in kleinen Schritten das Bewusstsein der Menschen zu verändern“, sagte er „Wir müssen uns bewusst sein, dass wir auf Kosten der Dritten Welt leben.“

Faire Preise

Durch den Verkauf von fair gehandelten Waren aus der Dritten Welt will der Weltladen die Lebensbedingungen der Produzenten dort zu verbessern. „Faire Preise und ein menschenwürdiges Leben sind das Ziel“, erklärte Monika Krippl. „Weil alle Mitarbeiter ehrenamtlich tätig sind, geht das Geld, das übrig bleibt, an die anderen Hilfsogranisationen.“

Geben und Nehmen

Christiane Maurer, Vorsitzende des Peruskreises, erzählte von der Zusammenarbeit mit der Partnergemeinde „Nuestra Señora de la Esperanza“. „Wir finanzieren unter anderem elf Jugendlichen dort die Ausbildung“, sagte sie. Wegem der gegenseitigen Besuche sei diese Partnerschaft mit der Gemeinde aber ein Geben und Nehmen.

Leistung der Kirche

Die Vorsitzenden der anderen Hilfsorganisationen betonten, dass ihre Entwicklungsarbeit vor Ort ohne die katholische Kirche kaum möglich sei. „Wir arbeiten praktisch nur mit der Kirche zusammen“, berichtete Hansjörg Willlig. „Sie ist die einzige zuverlässige Größe.“ „Ohne die Kirche geht nichts“, ergänzte Michaela Sauerbeck (Kimbondo). Ihr Mann Wolfgang meinte: „Ohne die Kirche gibt es im Kongo keinen Sozialstaat. Auch politisch ist die Kirche aktiv.“

Weitere Zusammenarbeit

Das Schlusswort hatte OB Hubert Schnurr: „ Es ist toll, was die fünf Initativen leisten. Wir müssen vernetzt zusammenarbeiten. Jetzt wollen wir sie in einer gemeinsamen Veranstaltung vorstellen. Doch die Zusammenarbeit soll darüber hinaus fortgesetzt werden.“

Programm zum Jubiläum

Der Reichtum der Welt ist nicht gerecht verteilt“, heißt es im Flyer zur Jubiläumsveranstaltung der fünf Eine-Welt-Initiativen am 22 und 23. Juni im Bürgerhaus Neuer Markt.

Den Auftakt bildet am Freitag, 22. Juni, um 19.30 Uhr ein Vortrag von Alexander Lohner, Grundsatzreferent bei Misereor, zum Thema Wasser. „Das kostbare Nass – Die weltweite Wasserprobelamtik als entwicklungspolitische Herausforderung“ lautet der Titel. Rund ein Viertel der Todesfälle bei Kindern unter fünf Jahren weltweit haben in unzureichender Wasser- und Sanitärversorgung ihre Ursache, heißt es in der Vortragsankündigung. Viele Menschen beziehen ihr Wasser notgedrungen aus Pfützen, Tümpeln, brüchigen Wasserleitungen und Brunnen. Auf der Erde haben rund 700 Millionen Menschen kein sauberes Wasser zur Verfügung und 2,4 Miliarden Menschen fehlt es an ausreichender Sanitärversorgung. Der Großteil der Betroffenen lebt in Asien und Afrika. Gerade in Afrika gibt es zudem eine ganze Reihe durch Wasser übertragene Krankheiten. Der Klimawandel verschärft die Situation laut Vortragsankündigung noch. Der Eintritt zum Vortrag ist frei.

Am Samstag, 23. Juni, gibt es im Bürgerhaus am 19 Uhr ein musikalisches Programm, dass von Peter Adalbert Rauffmann, dem stellvertretenden Vorsitzenden der Keniahilfe, moderiert wird. Zunächst spielen die „Pop-Juniors“ der städtischen Schule für Musik und darstellende Kunst unter Leitung von Markus Faller. Um 19.45 Uhr steht der Auftritt von „Anatou Friemds“ unter der Leitung von Annette Kalomba auf dem Programm. Es folgt um 20.45 Uhr die Bigband „Torture Brass“ der Musikschule unter Leitung von Pirmin Ullrich. Den Abschluss bildet von 22 bis 24 Uhr „Thomas Hubers Partyband“.

Karten für das Konzert gibt es im Vorverkauf im Bürgerhaus, beim Bürgeramt, bei der Sparkasse und der Volksbank.