Das Team der Talentcube, zu dessen Gründern Hendrik Seiler aus Vimbuch zählt (Vierter von links), hat nach dem Auftritt in der „Höhle der Löwen“ einen zusätzlichen Schub erfahren. | Foto: pr

Vimbucher Jungunternehmer

Eine Zeit vor und nach der Sendung

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Der Fernsehauftritt in der „Höhle der Löwen“ hat sich für die Gründer der Münchener Talentcube mit Hendrik Seiler aus Vimbuch gelohnt: Knapp zehn Monate später hat sich die Mitarbeiterzahl um fast die Hälfte vergrößert, die Nachfrage war groß.

Ja, sagt Hendrik Seiler, die Zeit vor dem November 2017 und danach seien unterschiedliche Kapitel in der Firmengeschichte. Damals war der Vimbucher mit seinen Studienkollegen Sebastian Hust und Sebastian Niewöhner zu Gast in der Fernsehsendung „Die Höhle der Löwen“. Gemeinsam hatten sie das Unternehmen Talentcube gegründet, und in der Gründershow warben sie dafür um eine finanzielle Beteiligung – mit Erfolg: Der Finanzunternehmer Carsten Maschmeyer stieg mit 400 000 Euro ein und übernahm damit 33,3 Prozent der Firmenanteile. Diese Finanzspritze und die TV-Präsenz hätten für einen zusätzlichen Schub gesorgt, berichtet Seiler knapp zehn Monate später.

Masterarbeit lieferte die Idee

Die Firmenidee basierte auf einer Masterarbeit zum Thema „Mobile Recruiting“, in der die Schwachstellen aktueller Bewerbungsprozesse untersucht und Optimierungsansätze durch den Einsatz von Smartphones abgeleitet wurden. Daraus wurde Talentcube, ein Unternehmen, das die Möglichkeit mobiler Video-Bewerbungen nutzt. Das Trio hatte sich im Studium kennengelernt (Seiler hatte am Technischen Gymnasium in Bühl das Abitur abgelegt und anschließend Wirtschaftsinformatik studiert). 2015 ging das Unternehmen in Esslingen an den Start, unterstützt von einem Förderprogramm des Bundeswirtschaftsministeriums; eine Förderung durch die Ludwig-Maximilians-Universität führte zum Umzug nach München.

Persönlichkeit im Mittelpunkt

Die Talentcube-App setzt auf die Smartphone-Affinität potenzieller junger Mitarbeiter. Sie will die Persönlichkeit in den Mittelpunkt rücken und Personalchefs die Möglichkeit geben, frühzeitig die richtigen Kandidaten für zeitintensive Bewerbungsgespräche zu finden. Das geschieht über eine Plattform, auf der Bewerber ihre Daten und Dokumente einstellen und in der sie sich mit einer Videovorstellung dem potenziellen Arbeitgeber präsentieren können. Unternehmen hinterlegen zu ihrer Stellenausschreibung drei individuelle Fragen, die der Bewerber im Video beantwortet. Darauf können sich die interessierten Kandidaten nicht vorbereiten, weshalb die Firmen schon vor dem Bewerbungsgespräch einen authentischen und persönlichen Eindruck der Kandidaten erhalten.

Wachstum nach der Sendung

Seit der Fernsehsendung ist das Unternehmen deutlich gewachsen. Die Mitarbeiterzahl ist um fast die Hälfte auf 17 gestiegen, „speziell der Vertriebsbereich wurde weiter ausgebaut“, berichtet Seiler. Komplett neue Büroräume am Münchener Leonrodplatz wurden bezogen, auch mit Blick auf ein mögliches weiteres Wachstum. Die Erwartungen an den Fernsehauftritt hätten sich damit vollauf erfüllt. Es habe nach der Sendung „wahnsinnig viele Anfragen“ aus den unterschiedlichsten Bereichen gegeben. Mit der Hilfe von Carsten Maschmeyer habe ein „sehr strukturierter Vertriebsweg aufgebaut werden können.
An diesem Dienstag nun, wenn auf Vox die neue Staffel von „Die Höhle der Löwen“ startet, wird auch ein Rückblick auf die bisherigen Start-ups ausgestrahlt. Gleich in der ersten Sendung ist die Talentcube zu sehen, und die kurze filmische Revue zeigt Seiler mit Blick auf das Unternehmen auch: „Das ist jetzt schon ein deutlicher Unterschied zu vorher.“