Kinder lernen schwimmen
Wer schwimmen lernt, erobert eine spritzige neue Welt. Doch längst nicht alle Grundschüler halten sich sicher über Wasser. Nichtschwimmer unter Karlsruhes Drittklässlern fischt die Aktion Schwimmfix heraus. | Foto: dpa

Schwimmunterricht

Eltern in der Pflicht

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Beinahe die Hälfte der Zweitklässler an einer Bühler Grundschule können nicht richtig schwimmen, schätzt die Schulleiterin. Schulen und Schwimmvereine sehen die Eltern in der Pflicht. Viele davon würden die Verantwortung für die Schwimmfähigkeit ihrer Kinder aber gerne abgeben. Zu unrecht, findet unser Redaktionsmitglied Christel Manzey.

Fahrrad fahren, Prozentrechnung, und jetzt auch noch Schwimmen – die Liste der Dinge, bei denen Eltern unterstützend eingreifen müssen, ist lang. Viele Mütter und Väter stehen unter einem enormen Druck, kriegen Beruf und Familie nur mühsam unter einen Hut. Sollen sie in ihrer wenigen Freizeit auch noch Schwimmlehrer spielen?

Die Frage sollte eher sein: Welche zusätzlichen Pflichten kann die Schule noch stemmen? Bereits jetzt scheinen viele zu glauben, dass Erziehung ein rein schulisches Phänomen ist. Dabei leiden unsere Bildungseinrichtungen unter immer volleren Lehrplänen und immer weniger Schwimmbädern und Fachkräften. Selbst wenn der Sportlehrer entsprechend qualifiziert ist, muss um ausreichend Belegungszeiten im örtlichen Hallenbad gebuhlt werden. Wenn es denn noch eines gibt.

Auch wenn es schwerfällt, sollten Eltern ihre Kinder mit dem ausstatten, was sie für ihr späteres Leben unbedingt brauchen. Dazu gehört das Schwimmen in jedem Fall. Denn im Gegensatz zu einem Korbleger beim Basketball oder dem perfekten Sprung über einen Kasten ist es beim Schwimmen nicht egal, ob es beim ersten Mal klappt