Für den Mensa-Bau im Garten des Kinder- und Familienzentrums wirbt Isabel Trenkle, die Vorsitzende des Elternbeirats der Aloys-Schreiber-Schule. | Foto: Lienhard

Diskussion über Bühler Pläne

Eltern setzen auf Mensa-Bau

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In der Diskussion um den geplanten Mensa-Neubau im Garten des Kinder- und Familienzentrums haben sich jetzt auch die Elternvertreter der Aloys-Schreiber-Schule zu Wort gemeldet. In einem offenen Brief an Oberbürgermeister Hubert Schnurr, Bürgermeister Wolfgang Jokerst und die Stadträte aller Fraktionen berichten sie von ihren Sorgen, wie es angesichts der Raumnot an der Schule weitergehen soll.
„Mit Freude haben wir in der Elternbeiratssitzung vom 25. Oktober 2017 vernommen, dass die Planung für den Neubau konkret wird“, heißt es in dem Schreiben. Nun hätten sich die Eltern angesichts des Widerstands gegen das Vorhaben dazu entschlossen, sich an Stadtverwaltung und Gemeinderat zu wenden, berichtet die Elternbeiratsvorsitzende Isabel Trenkle. Intensiv sei in der jüngsten Elternbeiratssitzung über den Inhalt des Briefs gesprochen worden. In ihrem Brief weisen die Eltern auf die Raumnot in der Aloys-Schreiber-Schule hin. Seit Jahren werde an der Schule im Mehrschichtbetrieb gegessen, es gehe eng zu, und nur im Dachgeschoss des Kinder- und Familienzentrums sei der Mensabetrieb für die Grundschüler möglich.

Raumnot im Schulgebäude

Dazu drohe ab dem Schuljahr 2019/20 auch im Schulgebäude selbst Raumnot: „Bei einer durchgängig zweizügigen Lerngruppengröße müssen bestehende Fachräume (Kunstraum bereits in diesem Schuljahr!) als Lerngruppenräume ausgewiesen werden, ebenso verlieren Lernateliers ihre Funktion als Lernraum.“
Im ABB-Gespräch vertieft Isabel Trenkle die Elternpositionen. Der Wunsch, die Bäume im Kifaz-Garten zu erhalten, sei nachvollziehbar, „im vorliegenden Fall überwiegen aber andere Interessen“. Der dreigeschossige Bau mit Mensa, Jugendcafé und Klassenräume diene nicht nur der Aloys-Schreiber-Schule, sondern auch der Carl-Netter-Realschule. Täglich sollen 400 bis 500 Kinder in der künftigen Mensa essen; durch den gestiegenen Bedarf sei die derzeitige Lösung nur noch eine Notlösung: „Bereits jetzt herrscht schon akuter Platzmangel und dadurch bedingt dreischichtiger Essensbetrieb. Das kann aus Sicht der Eltern keine Dauerlösung sein.“ Dazu fehlten in der Aloys-Schreiber-Schule Klassenräume, um einen reibungslosen Schulablauf zu garantieren: ein naturwissenschaftlicher Raum, zwei Klassenzimmer und ein Lernatelier. Der Bau im Kifaz-Garten könne diese Raumprobleme schnell lösen.

Eltern wollen sich aktiv beteiligen

Angesichts von Leserbriefen, Protestaktionen der „Bürgerinitiative zum Schutz der Oase beim Kinder- und Familienzentrum“ fragen sich die Eltern: „Was hat das zu bedeuten?“ So wollen sie von Stadtverwaltung und Gemeinderat wissen: „Werden unsere Kinder im kommenden Schuljahr in Containern untergebracht? Wo sollen unsere Kinder essen? Der zweite naturwissenschaftliche Raum ist baulich zwar vorbereitet, dient aber seit dem Start der Gemeinschaftsschule als Lerngruppenraum. Wann werden die Fachräume ihrer tatsächlichen Bestimmung übergeben?“ Die Eltern bitten dabei um Entscheidungen, „die die Bildung und Erziehung unserer Kinder im Blick haben“. Isabell Trenkle wirbt mit Blick auf den 5. November und die Bürgerbeteiligung im Bürgerhaus für die Teilnahme der Elternsprecher der einzelnen Klassen: „Wir wollen uns aktiv beteiligen und eigene Ideen einbringen.“

Hoffnung auf baldige Lösung

Im Namen der Eltern befürwortet Trenkle die Campus-Pläne: „Wir wollen unseren Kinder einen reibungslosen Schulalltag ermöglichen, ihre Entwicklung positiv beeinflussen und Möglichkeiten zum Austausch schaffen.“ Als Eltern hätten sie sich vor allem wegen des Konzepts der Schule für die ASS entschieden: „Wir setzen großes Vertrauen in die Schule und würden uns daher wünschen, für alle Beteiligten eine baldige und akzeptable Lösung zu finden. Daher käme uns ein rasches Vorankommen des Bauvorhabens sehr entgegen.“

Unter dem Oberbegriff Campus wird in der Bühler Innenstadt ein ganzes Viertel neu gestaltet – gemeinsam mit dem Bürger, betont die Stadtverwaltung in einer Pressemitteilung. Alle Bühler Bürger, auch aus den Ortsteilen, sind deshalb eingeladen und aufgerufen, an der Bürgerbeteiligung am Montag, 5. November, 18 Uhr, im Bürgerhaus Neuer Markt aktiv mitzuarbeiten. „Es ist ein Thema für die Gesamtstadt“, sagt Oberbürgermeister Hubert Schnurr.
Acht Hektar umfasst die Fläche zwischen Rheinstraße, Eisenbahnstraße, Friedrichstraße und Güterstraße, die stadtplanerisch komplett neu aufgerollt wird. Neben einer Stärkung des Bildungssektors über dringende Erweiterungen der Aloys-Schreiber-Schule und der Carl-Netter-Realschule hofft die Stadtverwaltung durch die Umgestaltung des Areals um Mediathek, Bürgerhaus und Kaufland auf mehr Aufenthaltsqualität. „Die Aufenthaltsqualität steht im Mittelpunkt“, erklärt Bürgermeister Wolfgang Jokerst. Der Europaplatz etwa werde von vielen als zu steril empfunden, er solle aber künftig zum Verweilen einladen. „Wie die verschiedenen Freiräume im Campus gestaltet und mit Leben erfüllt werden können, darüber wollen wir mit den Bürgern sprechen“, so Jokerst. Dabei handelt es sich um den Platz Villefranche, die Heidlauffstraße, den Europa- und den Sparkassenplatz.
Am 5. November werden zunächst Fachleute die Rahmenbedingungen darstellen, etwa eine autofreie Kernzone oder den für die Schulen erforderlichen Raumbedarf. Dieser soll nach den Vorstellungen der Stadtverwaltung durch den Bau einer dreigeschossigen Mensa, der auch neue Klassenzimmer beinhaltet, abgedeckt werden. „Wir möchten den Schulen die maximal mögliche Entwicklungsmöglichkeit geben. Der Campus soll schließlich auch für ein Schul- und Bildungsviertel stehen“, sagt Schnurr. Nach dem Input geht es an einzelnen Thementischen darum, konkrete Vorschläge und Ideen zu erarbeiten. Neben den Freiraumbereichen trägt ein weiterer Thementisch den Titel „ein Viertel für alle Generationen“.