Emotionaler Abschied: Mit Danke-Schildern und anerkennenden Worten sagten die Fans Cheftrainer Ruben Wolochin Adieu. | Foto: Jörg Seiler

Ruben Wolochin verabschiedet

Emotionaler Abschied von den Bisons

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Es war ein emotionaler Abschied, der eine große Zäsur in der Geschichte des Volleyball-Bundesligisten TV Bühl bedeutet. Nach dem Viertelfinal-Aus der Bisons gegen Serienmeister Friedrichshafen stand im Hexenkessel Großsporthalle, wie berichtet, ein Mann im Mittelpunkt: Der scheidende Cheftrainer Ruben Wolochin.  Und als sich die Fans auf den Rängen erhoben hatten, kleine Plakate mit Wolochins Konterfei hoch hielten, auf denen „Danke!!“ stand, da schien dann auch der sonst so sachlich wirkende, erste Bisons-Bändiger gerührt. 

Herzliche Umarmung: Wolochin-Schüler David Sossenheimer und sein ehemaliger Chefcoach | Foto: jös

Hallensprecher Oliver Stolle hatte es bereits direkt nach der Partie angekündigt. Erst stehe die Ehrung der wertvollsten Spieler auf dem Fahrplan, gefolgt vom Gewinnspiel „und dann kommt noch ein bisschen mehr.“ Das „bisschen mehr“ zeigte dann, wie sehr doch Ruben Wolochin (und Familie) während seiner acht Jahre währenden Zeit als Cheftrainer der Bisons den Bühlern ans Herz gewachsen ist.

Das ist eine Riesenarbeit

Vital Heynen, Trainer der siegreichen Häfler, der – wie Wolochin – ebenfalls Ende der Runde bei seinem derzeitigen Verein aufhört, würdigte die Kompetenz seines Kollegen. Der stelle jedes Jahr aufs Neue eine Mannschaft mit Spielern aus der ganzen Welt zusammen, „die ich zum Teil selbst nicht mal kenne. Das ist eine Riesenarbeit.“ Der Belgier Heynen, alter Hase im Geschäft und international erfahren, würdigte nicht nur das fachliche Können des Bisons-Coaches. Er hatte auch ein dickes Lob für den Menschen Ruben Wolochin parat.

Unzählige Riesenschlachten

TVB-Finanzchef Joachim Stolz zog eine sportliche Bilanz, in der von „unzähligen Riesenschlachten“ in der Bundesliga ebenso die Rede war, wie von der zweimaligen Teilnahme am Finale des Deutschen Volleyball-Pokals. Dazu kamen die Auftritte im Europa-Cup und nicht zuletzt von den beiden Play-offs-Halbfinals.

Viele Spieler ausgebildet

Wolochin habe viele Profis ausgebildet, für die Bühl zum Karriere-Sprungbrett wurde. Hätte es eines Beispiels bedurft, so könnte man das letzte Saison-Spiel der Bühler gegen Friedrichshafen nennen. Da hatte der  Ex-Bühler David Sossenheimer einen großartigen Job für den VfB gemacht.

Es war einfach eine geile Zeit

Markus Thumann würdigte Wolochin dann im Namen des Aufbauteams, während Baden-Rockets-Chef Dieter „Titus“ Habich den Bisons-Übungsleiter mit folgenden Worten bedachte: „Wenn ich bedenke, dass wir als Fanclub mit Dir durch ganz Deutschland und halb Europa gezogen sind, sage ich jetzt, es war einfach eine geile Zeit.“ Vom Fanclub erhielt Wolochin einen Präsentkorb mit Affentaler Wein und einem Plüschbison zum Andenken.

Wimmelbild: Zum Saisonfinale fanden sich noch einmal Spieler, Verantwortliche, Aufbauteam und auch Fans zusammen | Foto: jös

David Molnar, viele Jahre das Gesicht des Profivolleyballs in Bühl lobte ebenfalls den Menschen sowie den Trainer Ruben Wolochin. Molnar hat den scheidenden Coach als Spieler und Teammanager erlebt. „Am Anfang war es schwierig“, so Molnars Bilanz. Die Bühler Volleyballer mussten binnen dreier Jahre mehrere Trainerwechsel verkraften.

Von Mathias Eichinger über Lukas Mark zu Ruben Wolochin

Von Mathias Eichinger über Lukas Mark zu Ruben Wolochin. „Wir wussten damals nicht, wie lange Ruben bleiben wird“, so Molnar, der längst mit seiner Familie in Bühl heimisch geworden ist. Und der Argentinier blieb. Er führte acht Jahre den Bundesligisten immer wieder in die Schlacht um den Klassenverbleib. Teilweise mit  „spektakulären Ergebnissen“, berichtete Molnar weiter.

 

„Wir haben gemeinsam Höhen und Tiefen erlebt. Dass er weg geht, finde ich nicht gut, aber durch den Wechsel kann auch neuer Wind rein kommen.“  Ruben Wolochin, so sein ehemaliger Weggefährte, habe sehr viel für die Professionalisierung des Volleyballsports in Bühl geleistet.

Wir sind auch außerhalb des Volleyball-Felds Freunde geworden

 

Sehr persönlich angerührt war auch Ranno Timmermann, der mit dem Freundeskreis vor einigen Jahren dafür sorgte, dass der Bundesliga-Volleyball in der Zwetschgenstadt eine Zukunft hat.  „Ich habe ihn und seine nette Familie noch in der Schwarzwaldhalle kennen gelernt und seitdem sind wir nicht nur auf dem Volleyball-Feld sondern auch daneben Freunde geworden“, so Molnar.

Adios Amigo. Nos vemos

„Egal wie groß seine Kompetenz als Trainer oder Spieler-Scout ist, der größte Verlust ist, ihn als Freund zu verlieren“, so Timmermann. Er hatte extra ein argentinisches Rugby-Hemd angezogen hatte und ein Schild mit „Adios Amigo. Nos vemos.“ – Auf Wiedersehen, Freund. Wir sehen uns“ geschrieben. Auch die weitere Botschaft „Ruben 2011 – 2019. Thank You“ auf einem Leintuch zeugte davon, dass sich der Cheftrainer in Bühl gute Kontakte aufgebaut hatte.

Fantastische acht Jahre in Bühl

Wolochin selbst stockte nach dem großen Ehrungsreigen, an dem auch die Spieler und die Verantwortlichen des VfB Friedrichshafen teilnahmen, dann doch etwas die Stimme, als er das Hallenmikrofon in die Hand nahm und sich für „fantastische acht Jahre“ in Bühl bedankte. In diesen Dank schloss er auch das begeisterungsfähige Publikum ein, das in guten wie schlechten Zeiten hinter der Mannschaft gestanden sei.

Abschied
Die Bisons der Saison 2018/19 finden sich demnächst noch einmal zu einem Abschieds-Auftritt zusammen. Dieser findet am Samstag, 13. April auf dem Marktplatz in Bühl statt und beginnt um 12 Uhr.