Bereits um 5.30 Uhr war am Sonntagmorgen für insgesamt 34 Mitarbeiter des Bühler Bauhofs und der Stadtgärtnerei die Nacht zu Ende. | Foto: Bernhard Margull

Wintereinbruch in Bühl

Frau Holle hat ihre Betten gemacht

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Frau Holle hat ihre Betten gemacht. Glücklicherweise war sie am Wochenende fleißig, so dass sie den Berufsverkehr nicht behindert hat. Der Start in den Winter verlief damit auch für das Team des städtischen Bauhofs und der Stadtgärtnerei in Bühl einigermaßen sanft.

Nacht ist früh zu Ende

Während bei Schnee und Glatteis die Nacht für die Mitarbeiter normalerweise bereits sehr früh zu Ende ist, mussten sie am Sonntagmorgen erst gegen 5.30 Uhr zum Dienst antreten. Uwe Schultheiß leitete den Einsatz und koordinierte ihn von der Zentrale im Bauhof aus.

33 Mann im Einsatz

33 seiner Kollegen waren auf dem weitverzweigten Straßennetz im gesamten Stadtgebiet im Einsatz, das sich von der Rheinebene bis in den Schwarzwald erstreckt und damit an den Winterdienst sehr unterschiedliche Anforderungen stellt. „Wir beobachten die Wetterentwicklung und die entsprechenden Prognosen im Winter grundsätzlich sehr genau“, berichtet Uwe Schultheiß. „Am Sonntagmorgen wurden wir deshalb nicht überrascht. Der Wintereinbruch hat sich ja bereits vor einigen Tagen angekündigt.“

Winterlich präsentierte sich am Sonntagmorgen der Bühler Stadtgarten. Auch auf dem denkmalgeschützten Großherzog-Friedrich-Brunnen lag Schnee. | Foto: Ulrich Coenen

Start in den Winter

Für das Team von Bauhof und Stadtgärtnerei war es am Sonntagmorgen der erste Einsatz in der beginnenden Wintersaison. „Am späteren Vormittag hat sich die Situation in den unteren und mittleren Lagen bereits entspannt, weil dort inzwischen wieder Plusgerade erreicht wurden“, sagt Schultheiß. Seine Mannschaft war mit fünf Großfahrzeugen und zehn Mann Besatzung unterwegs. Diese Lastwagen und Unimogs sind grundsätzlich mit einem Schneeschild und einer Streuvorrichtung ausgestattet. Sie waren in den frühen Morgenstunden ununterbrochen aktiv. Die Besatzungen durften sich erst gegen 10 Uhr eine zehnminütige Kaffeepause leisten.

Volle Salzlager

„Unsere drei Salzlager sind randvoll“, berichtet Schulheiß. Zwei der Silos stehen im kommunalen Bauhof, das dritte befindet sich in Neusatz. Insgesamt beträgt der Vorrat 350 Tonnen Salz. Der wurde aber am Sonntagmorgen bereits heftig geplündert. Schultheiß geht davon aus, dass schon 60 Tonnen auf Bühler Straßen gelandet sind.

Wendige Fahrzeuge auf Plätzen

Auch die drei kleinen Allzweckfahrzeuge des Bauhofs, mit denen im Sommer die kommunalen Rasenflächen gemäht werden, mussten am Sonntagmorgen ran. Sie lassen sich mit wenigen Handgriffen für den Winterdienst umrüsten. „Auf Radwegen oder Plätzen können wir das schwere Gerät nicht verwenden“, erklärt Uwe Schultheiß. Dort haben die wendigeren kleinen Fahrzeuge viele Vorteile.

Verschneit war auch Bühlertal: Die Anwohner räumten die Bürgersteige noch in der Dunkelheit mit dem Besen. | Foto: Bernhard Margull

Handarbeit

Daneben war viel Handarbeit gefragt. 18 Mitarbeiter waren unterwegs. Fußgängerüberwege, Bushaltestellen und die Umgebung von Kirchen mussten dringend von der weißen Pracht befreit werden. In der Woche liegt der zusätzliche Fokus auf Schulhöfen und Kindergärten. Wegen des Wochenendes bestand dieses Mal dort keine Gefahr.

Drei Prioritätsstufen

„Unser Straßennetz ist in drei Prioritätsstufen unterteilt“, sagt Schultheiß, „Hauptstraßen und die Strecken, die von den Bussen der Citylinie befahren werden, haben natürlich die höchste Priorität.“ Weil am Sonntag kein Berufsverkehr unterwegs war, konnte sich das Team das Bauhofs vor allem auf die erste Kategorie konzentrieren.

Keine Probleme

Für Uwe Schultheiß in der Zentrale verlief der Start in den Winter vergleichsweise ruhig. „Wir haben ein tolles Team“, meint er. „Es gab keine Probleme. Die Polizei, mit der wir eng zusammenarbeiten, hat sich nicht gemeldet, und von Bürgern kamen keine Beschwerden.“

Räum- und Streupflicht

Auch für viele Bühler war die Nacht am Sonntag relativ früh zu Ende. Bekanntlich gibt es in der Stadt eine Räum- und Streupflicht. Deshalb mussten sie Schaufel und Besen in die Hand nehmen, um die Bürgersteige vom Schnee zu befreien.

Schneeballschlacht

Der BNN-Reporter konnte bei einem Rundgang durch die Innenstadt am Sonntagmorgen beobachten, dass nicht alle Bürger dieser Pflicht mit derselben Begeisterung nachgehen. Viele Bürgersteige waren noch vollständig mit Schnee bedeckt. Doch der Winter hat auch schöne Seiten: Insbesondere die Kinder hatten viel Freude an Frau Holles Werk. Am Sonntagmorgen gab es im verschneiten Stadtgarten bereits die ersten Schneeballschlachten.