Das neue Gebäude der Bühler Stadtwerke. | Foto: pr

Stadtwerke Bühl

Gas wird billiger – Strom bleibt stabil

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Der Strompreis bleibt stabil, der Gaspreis sinkt: Mit dieser Botschaft wollen die Geschäftsführer der Stadtwerke Bühl, Rüdiger Höche und Reiner Liebich, ihren Beitrag zu einem gelungenen Weihnachtsfest ihrer Kunden leisten. Für die Badengas-Privatkunden sinkt der Preis für die Kilowattstunde Erdgas von 5,41 Cent auf 5,15 Cent; das ist eine erneute Senkung, nachdem der Preis 2015 noch bei 5,83 Cent gelegen hatte. Noch mal günstiger wird es für Kunden, die sich auf zwei Jahre festlegen: Sie zahlen 4,82 Cent. Mittlerweile nutzen rund zehn Prozent der Stadtwerke-Kunden die Möglichkeit, sich mit einer Preisgarantie auf zwei Jahre zu binden.

Viele Nebenkosten beim Strom

Möglich wurde die neuerliche Preissenkung auch durch vergleichsweise stabile Nebenkosten. Das ist beim Strom ganz anders: Dort verhinderten viele Unwägbarkeiten ein ähnliches Angebot. Der Strompreis ist mit zahlreichen Nebenzahlungen belegt. Zahlten die Verbraucher 1998 bundesweit noch insgesamt 2,3 Milliarden Euro an Steuern und Abgaben, sind es heute 3,4 Milliarden Euro – die Mehrwertsteuer ist in diesen Zahlen noch gar nicht enthalten. Die im Jahr 2000 eingeführte Stromsteuer, das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), das Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz, die Offshore-Haftungsumlage, die Konzessionsabgabe – dies ist nur ein Auszug aus der Liste der Zusatzkosten. Die reine Energielieferung schlägt bei den Stadtwerken noch mit gerade 19,2 Prozent zu Buche, und nur hier haben sie Einflussmöglichkeiten. „Man kann das auch positiv sehen: Das ist unser aller Beitrag zum Gelingen der Energiewende“, sagt Rüdiger Höche. Zu niedrig wiederum erscheint ihm das Netznutzungsentgelt. Das ist jenes Entgelt, das Strom- und Gasnetzbetreiber von den Netznutzern erheben. Das ist mittlerweile vom Gesetzgeber auf 4,11 Cent pro Kilowattstunde gedeckelt (2013: 4,74). Vor dem Hintergrund notwendiger Investitionen in die Netze sei das nicht hilfreich. Den Aufgaben der dezentralen Einspeisung könne man damit nur schwer bis gar nicht gerecht werden.

Vorausschauende Einkäufe

Steuern und Abgaben machen mittlerweile 56 Prozent des Strompreises aus. Aktuell steigt zum Jahresbeginn die EEG-Abgabe um einen halben Cent pro Kilowattstunde. Dass es gelungen sei, den Preis pro Kilowattstunde beim Badenstrom-privat wie seit 2015 bei 23,85 Cent zu halten, habe seinen Grund in vorausschauenden Einkäufen: Die Stadtwerke ordern den Strom zum Teil in kleineren Mengen drei bis vier Jahre im voraus, um so optimale Preise erzielen zu können, sagt Liebich. Marginal höher lägen die Preise für jene 40 Prozent der Kunden, die den Grund- und Ersatztarif gewählt haben. Dies soll das Risiko eines kurzfristigen Anbieterwechsels abdecken.

Ökostrom stagniert

Die Wechselquote im Bühler Netzgebiet liegt bei rund zehn Prozent. Das ist laut Liebich eine marktübliche Größenordnung und werde durch Zugewinne aus anderen Netzgebieten nahezu kompensiert. Der Anteil der Stadtwerke-Kunden, die Ökostrom beziehen, liege bei drei bis vier Prozent, mengenmäßig allerdings betrage der Anteil dank zweier Großabnehmer fünf Prozent. Nach Fukushima habe es hier verstärkte Nachfrage gegeben, mittlerweile aber stagniere das Wachstum in diesem Segment, so Liebich. Wie das in einigen Jahren aussieht, ist eine ganz andere Frage: Ende 2022 sollen die letzten Kernkraftwerke vom Netz gehen, über den Ausstieg aus der Braunkohle wird gesprochen, „ergo wird der Anteil der erneuerbaren Energien deutlich größer werden müssen“, schließt Rüdiger Höche aus den politischen Rahmenbedingungen.

Synthetisches Gas

Auch beim Gas werde es langfristig Veränderungen geben. Das Thema synthetisches Gas werde zu Entwicklungen führen, „die wir heute noch gar nicht kennen“. Eines aber könne festgehalten werden: Auch synthetisches Gas müsse transportiert werden, und deswegen seien die Netze und ihr Ausbau von großer Bedeutung.