Im malerischen Obertal spielte sich das Beziehungsdrama in einem Einfamilienhaus in Bühlertal ab. Die Nachbarn berichten von zunächst geklärten Verhältnissen zwischen den beiden jungen Menschen.
Im malerischen Obertal spielte sich die Tat in einem Einfamilienhaus in Bühlertal ab. Die Nachbarn berichten von zunächst geklärten Verhältnissen zwischen den beiden jungen Menschen. | Foto: Bühler

Tatverdächtiger in Haft

Große Betroffenheit in Bühlertal nach gewaltsamem Tod einer 20-Jährigen

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Nach dem gewaltsamen Tod einer 20-Jährigen in Bühlertal ist die Betroffenheit groß. Ein 24 Jahre alter Mann soll die Frau am Dienstag getötet haben. Gegen ihn wurde mittlerweile Haftbefehl erlassen. BNN-Redakteur Andreas Bühler hat sich im Ortsteil Obertal umgehört.

„Als wir die Zivilen gesehen haben, war uns klar, dass da was Schlimmes passiert ist“, erzählt im gedämpften Ton der Verschwiegenheit einer der Nachbarn unweit des Hauses, in dem sich frühen Dienstagmittag die tödliche Tat abspielte, von der Ankunft der Polizei.

Mehr zum Thema: Tote 20-Jährige aus Bühlertal obduziert (Update mit weiteren Informationen)

„In so einem krassen Fall sind hier alle betroffen, mit denen ich gesprochen habe. Das ist doch wirklich schlimm. Es soll sogar noch Wiederbelebungsversuche von einer Schulkameradin gegeben haben, die als allererste herbeigerufen wurde“, weiß der gut informierte Bühlertäler.

Sie war wirklich ein nettes Mädchen

Menschen in Bühlertal sind betroffen

Auch beim Bäcker in der Bühler Innenstadt ist die Nachricht vom „Beziehungsdrama im Obertal“ längst angekommen. „Sie war wirklich ein nettes Mädchen und an ihrem Arbeitsplatz und bei den Kameraden der Feuerwehr beliebt“, klinkt sich eine Kundin beim Bäcker ungefragt in das Gespräch ein.

„Alle sind wie vor den Kopf gestoßen“, schildert sie eindrücklich die Gemütslage in der eigentlich idyllischen Feriengemeinde Bühlertal. Die Familie sei über die lang gezogene Talgemeinde hinaus wegen ihres sozialen Engagements bekannt. „Das sind offene Menschen. Die Jungen sind aufgeschlossen und reden mit den Leuten“, schildert einer der Nachbarn am Bühlertäler Goldberg.

Dort, in dem unscheinbaren Einfamilienhaus, das idyllisch in der Nähe des Waldrandes liegt, hat sich offensichtlich nach Angaben des Polizeipräsidiums in Offenburg am frühen Dienstagnachmittag die verhängnisvolle Begegnung der beiden jungen Leute ereignet.

Demzufolge sei der Notruf um 13.22 Uhr eingegangen. Danach ging alles blitzschnell, dennoch kam jede Hilfe zu spät. Die junge Frau konnte nicht mehr wiederbelebt werden.

Tatverdächtiger ist im Gefängnis

Da sich nach Angaben der Polizei am Tatort Hinweise auf ein offensichtliches Gewaltverbrechen ergeben hätten, war ein 24 Jahre alter Mann direkt am Tatort von den Beamten festgenommen worden. Am Mittwoch wurde Haftbefehl erlassen. Der Verdacht lautet auf Totschlag. Der 24-Jährige wurde in eine Justizvollzugsanstalt überstellt. Er hat sich zu dem Tatvorwurf noch nicht geäußert.

Nun sind die Kriminaltechniker und Rechtsmediziner gefragt, die anhand der Spurenlage vor Ort in dem besagten Einfamilienhaus im Bühlertäler Obertal sowie durch die Untersuchung der toten jungen Frau die verhängnisvollen Hintergründe der Tat entschlüsseln sollen.

Dafür muss nach Angaben von Staatsanwaltschaft und der Polizei die junge Frau auf jeden Fall obduziert werden, um genaue medizinische Erkenntnisse über die Todesursache zu erlangen.

War es ein Streit nach einer beendeten Beziehung?

„Eigentlich war die ganze Situation zwischen den beiden jungen Leuten doch schon geklärt“, schildert eine gut vernetzte Bühlertälerin Innenansichten dieser Beziehung. „Sie hatte schon vor zwei Wochen für Klarheit gesorgt und sich von dem Kerl getrennt.“

Soweit sei demnach noch alles in geregelten Bahnen verlaufen. Zu der traurigen Wende sei es jedoch gekommen, als die junge Frau, die offensichtlich in einem Bühler Stadtteil wohnte, bei ihrem ehemaligen Freund klingelte, um auszuräumen. „Sie wollte nur ihre letzten Sachen abholen. Dann kam es zu der Auseinandersetzung, die schließlich völlig aus dem Ruder lief und eskalierte.“

Von offizieller Seite ist hingegen noch nichts über ein mögliches Tatmotiv zu hören.