Ein Haus mit großer Geschichte: Der neue Besitzer will an die goldenen Zeiten des Badischen Hofs anknüpfen. | Foto: Klaus-Peter Maier

Traditionshaus in Bühl

Grossmann erwirbt Badischen Hof

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Der Projektentwickler und Architekt Jürgen Grossmann hat den Badischen Hof in Bühl erworben und will dem stattlichen Anwesen, dessen Geschichte bis ins 16. Jahrhundert zurückreicht, zu neuem Glanz verhelfen. „Der Badische Hof war in gastronomischer Hinsicht über Jahrzehnte die erste Adresse Bühls“, sagt Grossmann. „Es ist mir eine große Freude, dass wir die Chance haben, an diese großartige Tradition anzuknüpfen und neue Ideen umzusetzen.“

Business-Hotel schließt Ende Juli

Aktuell wird der Badische Hof unter der Leitung von Eigentümerin Silvia Weisenburger als Business-Hotel genutzt. Geschäftsreisende aus aller Welt haben in der ehemaligen Tiefburg der Herren von Windeck übernachtet. Diese Ära endet nun. Das Business-Hotel wird Ende Juli schließen, denn im Hintergrund arbeitet Grossmann bereits an den Details für ein neues Nutzungskonzept. Spruchreif sind die Pläne für den Badischen Hof im Detail noch nicht, sagt Grossmann. Auch über den Kaufpreis für die Immobilie wurde Stillschweigen vereinbart. Als sicher gelte jedoch, dass künftig im Badischen Hof wieder auf hohem Niveau gekocht und gefeiert werde. Der Biergarten an der Bühlot hat es dem Projektentwickler ebenfalls angetan.

Investor mit gastronomischen Wurzeln

In Grossmanns Familie spielt das Thema Gastronomie seit Generationen eine Rolle. Sein Urgroßvater führte die „Traube“ am Johannesplatz in Bühl, Großvater und Vater waren als Köche tätig – erst der Sohn schlug als Architekt einen ganz anderen Weg ein. „Vielleicht ist das der Grund, dass es mir gastronomisch-touristische Immobilien so angetan haben“, sagt der Investor. „Erst recht, wenn diese auch noch eine interessante Historie aufweisen und so herrlich gelegen sind.“

Bau im 16. Jahrhundert

Die Geschichte des Hotels Badischer Hof reicht weit ins Mittelalter zurück und ist eng mit der Familie von Windeck und Reinach verbunden. Für dieses Adelsgeschlecht wurde das Anwesen am Ufer der Bühlot 1563 als sogenannte Tiefburg erbaut. Das Familienwappen befindet sich daher bis heute an der Frontseite des Hotels. Anfang des 18. Jahrhunderts diente der Badische Hof als Beamtenwohnung, bis er 1790 an den Gastwirt Bernhard Geppert verkauft wurde und bis 1887 in dessen Familienbesitz blieb. Mit der Familie Geppert und seinem Nachfolger Franz Kuen war das Gasthaus im altdeutschen Stil weit über Bühls Grenzen hinaus bekannt. Von 1919 bis 1963 war der Badische Hof im Besitz der Familie Bertrand, ab 1970 war ein Altenheim der evangelischen Kirche in den historischen Mauern untergebracht. 1986 erwarb der Rastatter Bauunternehmer Herbert Weisenburger das denkmalgeschützte Ensemble. Die beiden Häuser wurden komplett entkernt, saniert und durch eine Glaskonstruktion verbunden – das Hotel Badischer Hof entstand. Ein Jahr später 1987 pachtete der bekannte Sternekoch Peter Wehlauer den Badischen Hof. Er betrieb hier seine Kochschule sowie ein überregional bekanntes Gourmetrestaurant.

Anknüpfen an goldene Zeiten

„An diese goldenen Zeiten wollen wir anknüpfen“, sagt Grossmann. „Aber natürlich mit den Mitteln unserer Zeit. Uns schwebt ein Konzept vor, das Tradition und Moderne verbindet. Regionalität und Weltoffenheit. Lässigkeit und Eleganz. Ich glaube: So hat der Badische Hof das Zeug, wieder zu Bühls erster Adresse zu werden.“