In ihrem Atelier gestaltet die Bühler Künstlerin Eva Schniedertüns Gornik die Baumstammsitze. Insgesamt sind es mittlerweile 17 Sitzobjekte, die sie gefertigt hat. Foto: pr

Bühler Künstlerin in Lahr

Grün, grün, grün sind alle meine … Sitzmöbel

Grün in Grün fügen sich die künstlerisch gestalteten Sitzobjekte von Eva Schniedertüns Gornik in die Wiesenlandschaft bei der Lindenallee auf der Landesgartenschau in Lahr ein. Die drei Objekte, eine Baumstamm-Sitzgruppe unter dem Titel „Grüner Platz“, sind im „Grünen Bereich“ ausgestellt, daher mussten sie farblich passen. Sie sind eine Auftragsarbeit für die Landesgartenschau. Für die Künstlerin war das eine Herausforderung: „Ich liebe Grün in der Natur, es gibt über 6 000 Grüntöne. Nur in meiner Kunst habe ich kein Grün, da ich eher auf Verfremdung setze, weil die Natur zu schön ist, um sie nachzuahmen. Für mich wird es dann schnell kitschig.“ Dennoch sei die Arbeit eine tolle Erfahrung gewesen.

Farbpsychologische Bedeutung

Farbe und Form ihrer Werke sind Schniedertüns Gornik sehr wichtig. Sie achtet auf die farbpsychologische Bedeutung. Rein grüne Sitzmöbel wären für sie nicht infrage gekommen, denn „alle Farben gehören zum Leben.“ Das Grün stehe unter anderem für die Natur, das Rot für die innere Lebenskraft des Baumes, Gelb für das Sonnenlicht und Blau für Ruhe. Die Künstlerin nutzt qualifizierte Acrylfarben. Diese trägt sie in einer Lasurtechnik auf das Holz auf und überzieht das fertige Objekt zum Schutz mit einer durchsichtigen Lasur „Bei der Landesgartenschau ausgestellt zu werden ist eine Ehre“, erklärt Schniedertüns Gornik. Bereits 2004 war die Künstlerin mit fünf Sitzobjekten – damals in rot – zu Gast bei der Landesgartenschau in Kehl. Nach Lahr wurde sie nun wieder eingeladen.

Die farbpsychologische Bedeutung ist der Künstlerin besonders wichtig. Es gibt über 6000 verschiedene Grüntöne. Die Auftragsarbeit für die Landesgartenschau war eine Herausforderung für Schniedertüns Gornik. Foto: pr

Aus Zerstörtem etwas Neues machen

Die Baumstammsitze haben eine besondere Geschichte. „Ich wohne in Neusatz, der Orkan Lothar hat dort im Dezember 1999 viel von der Natur zerstört“, sagt Schniedertüns Gornik und klingt noch immer etwas wehmütig. Sie wollte nicht, dass die entwurzelten Bäume einfach zersägt und entfernt werden. Die Künstlerin wollte etwas daraus fertigen. „Das ist wie eine Transformation – ich hauche dem Baum künstlerisches Leben ein“, erklärt sie ihre Arbeit. Aus Zerstörtem etwas Neues machen, heute heißt das Upcycling. „Damals hat man da nicht dran gedacht, aber das war schon der Sinn: Daraus etwas machen, das schön ist und die Erinnerung an die Natur bewahrt“, so Schniedertüns Gornik.

Insgesamt 17 Baumstammsitze

Im Jahr 2000 entstanden die ersten Sitzobjekte. Die Idee zum Baumstamm-Sitz kam der Künstlerin, weil sie selbst gerne im Wald auf Baumstämmen sitzt. Bei der Fertigung haben ihr Waldarbeiter geholfen. In die Baumstümpfe muss unter anderem ein mindestens 15 Zentimeter tiefer Schlitz schräg eingesägt werden, sodass die Lehne hineingesteckt werden kann. Insgesamt hat die Künstlerin mittlerweile 17 Sitzobjekte gestaltet. Die ersten zwei Exemplare – in rot – stehen vor ihrer eigenen Haustüre. Auf der Landesgartenschau sind nun die letzten Baumstamm-Sitze zu sehen, die aus dem Holz der Bäume gefertigt sind, welche Orkan Lothar zum Opfer gefallen waren. „Das war ein Drama, wenn man damals durch den Wald gegangen ist“, denkt Schniedertüns Gornik zurück, „aber es ist toll, wie schnell die Natur sich alles wiederholt, wenn man sie lässt.

Service: Die Landesgartenschau in Lahr ist noch bis Sonntag, 14. Oktober, geöffnet. Eva Schniedertüns Gorniks Baumstamm-Sitzgruppe ist im Bereich Bürgerpark an der Via Ceramica zu finden. Weitere Infos gibt es im Internet unter: http://landesgartenschau-lahr2018.de/