Die Polizei hat den Täter, der zwei Personen beim Kartunger Straßenfest schwer verletzt hat, noch nicht ermittelt. Die Hinweise verdichten sich aber. | Foto: Tanja Rastätter

Verletzte bei Fest in Sinzheim

Hinweise auf Täter verdichten sich

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Die Polizei hat den Täter, der beim Straßenfest im Sinzheimer Ortsteil Kartung in der Nacht zum Samstag eine 21-jährige Frau und ein 22-jähriger Mann durch einen Flaschen- beziehungsweise einen Bierkrugwurf schwer verletzt hat, noch nicht ermittelt (wir berichteten). „Die Hinweise auf eine bestimmte Person verdichten sich jedoch“, erklärte Yannik Hilger von der Pressestelle des Polizeipräsidiums Offenburg auf Anfrage dieser Zeitung.

Beide Fälle gehören zusammen

Nach Erkenntnissen der Polizei gehören die Fälle vermutlich zusammen. „Beide unbeteiligte Opfer wurden offensichtlich beim selben Streit verletzt“, meinte Hilger. „Bisher hat sich aber noch niemand gestellt.“ Im sozialen Netzwerk Facebook wurde kolportiert, der Täter sei „identifiziert“.

Gefährliche Körperverletzung

Der Polizeiposten in Baden-Baden-Oos ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung in zwei Fällen. Im Verlauf des Montags wurden mehrere Zeugen befragt. Diese hatten sich zum Teil bereits in der Nacht zum Samstag am Ort des Geschehens bei den ermittelnden Polizeibeamten gemeldet. „Eine ausführliche Vernehmung gibt es üblicherweise aber immer erst zu einem späteren Zeitpunkt“, sagte Hilger.

Großes Interesse an Berichterstattung

Der Pressesprecher geht davon aus, dass auch die Berichterstattung in den Medien und der Zeugenaufruf, den Freunde eines Opfers auf Facebook gestartet haben, weitere Zeugen motiviert hat, sich bei der Polizei zu melden. Der private Zeugenaufruf auf Facebook wurde über 2000 Mal geteilt. Auch die Online-Berichterstattung dieser Zeitung über den Fall fand mit mehreren tausend Klicks große Beachtung. Am Montagabend waren zeitweise 300 Nutzer gleichzeitig online, um den Beitrag zu lesen.

Polizei mahnt zur Besonnenheit

Alexandra Vollmer, die kommissarische Leiterin der Führungsgruppe des Polizeireviers Baden-Baden, begrüßt den privaten Zeugenaufruf auf Facebook grundsätzlich. „Allerdings ist die Sache zweischneidig“, meint sie. „Ein solcher Zeugenaufruf darf natürlich nicht dazu führen, dass Bürger privat an Tatverdächtige herantreten oder ermitteln. Das ist ausschließlich Aufgabe der Polizei.“

Zumindest eines der beiden Opfer befand sich am Montag noch stationär im Krankenhaus. Details zum gesundheitlichen Zustand wollte die Polizei nicht nennen.