In der Seimelstraße hat die Gartengruppe ein Grundstück gefunden, auf dem gemeinsam gegärtnert werden kann. Eine Tafel informiert über diverse Projekte. | Foto: pr

Arbeitskreis Kulturelles Leben

Im Bühler Stadtteil Vimbuch sprießen die Ideen zum sozialen Miteinander

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„Kulturelles Leben“ ist der Titel eines von vier Arbeitskreisen im Bürgerbeteiligungsprozess „Vimbuch neu entdecken“. Die Mitglieder haben bereits zahlreiche Ideen entwickelt und stehen bei der Umsetzung in den Startlöchern. Nur die Corona-Pandemie steht noch im Weg.

Im Frühjahr ist Gartenzeit, und so steht der Arbeitskreis „Kulturelles Leben“ im Bürgerbeteiligungsprozess „Vimbuch neu entdecken“ schon in den Startlöchern. Was die Corona-Pandemie in den nächsten Wochen zulässt, bleibt abzuwarten.

Wir wollen das soziale Miteinander fördern.

Stefanie Stedry

Das gemeinsame Gärtnern aber ist nur eine von zahlreichen Ideen, die die Gruppe entwickelt und teilweise auch schon weit vorangetrieben hat. Alle Ideen eint ein Grundgedanke, wie Stefanie Stedry sagt, und vielleicht wird er in der Nach-Corona-Zeit eine immense Bedeutung erhalten: „Wir wollen das soziale Miteinander fördern.“

Keine Konkurrenz für die Vereine

Eine Konkurrenz für die Vereine sei dies ausdrücklich nicht: „Die Vereine machen viel, aber sie erreichen eben auch nicht jeden. Manche fallen durch das Netz, und die wollen wir auffangen.“ Dass dies gelingen könne, habe der bisherige Beteiligungsprozess schon bewiesen, wie Jörg Knapp findet: „Es sind nicht nur dieselben Leute wie immer, die hier mitmachen. Es entstehen neue Kontaktmöglichkeiten.“

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Bunter Ideenreichtum

So vielfältig wie die „Kultur“, so bunt ist der Ideenreichtum, den die Gruppe entwickelt habe, freut sich Stedry. Da ist etwa die Gartengruppe, die schon weit vorangekommen ist. Sie hat sich als Untergruppe dem Obst- und Gartenbauverein angeschlossen, womit einerseits versicherungsrechtliche Belange abgedeckt sind und andererseits Spendenbescheinigungen ausgestellt werden können.

Gemeinsames Gärtnern in der Seimelstraße

In der Seimelstraße hat die Gruppe ein Grundstück gefunden, auf dem gemeinsam gegärtnert werden kann. Auch Schule und Kindergarten seien willkommen, wie Rainer Schmidt vom Arbeitskreis betont: „Sie können dort buddeln und erfahren, was Gartenarbeit bedeutet.“

Ortsvorsteher Manuel Royal weiß nach einem ersten gemeinsamen Projekt mit dem Obst- und Gartenbauverein im vergangenen Jahr aus eigener Erfahrung, wie gut das ankommt: „Meine eigenen Kinder waren begeistert und auch überrascht vom tollen Geschmack eines selbst gezogenen Gemüses.“

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Infotafel errichtet

Mittlerweile ist in der Seimelstraße eine Infotafel errichtet worden. Damit soll laut Stedry erläutert werde, was auf dem Grundstück geschehe. Das ist noch deutlich mehr als „nur“ das gemeinsame Gärtnern. So strebt Rainer Schmidt einen Brotbackofen für das gesamte Dorf an, der alle zwei bis drei Wochen angefeuert werden könnte.

Neben dem Ofen selbst, der je nach Preislage auch eine mobile Lösung sein könnte, ist zur Vorbereitung des Backens ein Blockbohlenhaus samt Sitzgruppe denkbar. Auch ein kleines Foliengewächshaus und eine Bewässerungsanlage stehen auf der Wunschliste. Und für all das soll selbst Hand angelegt werden.

Unterstützung durch Leader

Im Juni soll zur Finanzierung ein Antrag beim EU-Förderprogramm Leader gestellt werden. Dann würden nahezu zwei Drittel der Bruttokosten aus diesem Programm beglichen, und auch 100 Arbeitsstunden könnten abgerechnet werden. Dass dies alles so möglich ist, sei auch Sponsoren und der Hilfe durch Ortsverwaltung und Ortschaftsrat zu verdanken. Weitere Helfer seien jederzeit willkommen, sagen Stedry und Schmidt.

Erhält der Arbeitskreis eine Förderung, wäre es nicht die erste finanzielle Unterstützung durch Leader. Für die Gartengruppe gab es bereits einen Zuschuss, und auch auf einer ganz anderen Ebene profitiert Vimbuch davon: So soll es in diesem Jahr vier Termine des Vereins „Kasper und seine Freunde“ gebe.

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„Vimbuch neu erleben“

Auf den Weg gebracht worden ist auch eine Spielgruppe, die mittlerweile auch einen barrierefreien Raum gefunden hat, wo sie zweimal im Monat treffen kann. Ein Kneipp-Becken, das sein Wasser aus dem Sandbach erhält oder eine Mitfahrbank – Ideen hat die Arbeitsgruppe noch etliche.

Damit auch festgehalten wird, wie es vorangeht, wurde das Logo „Vimbuch neu erleben“ ersonnen. Unter diesem Motto sollen Vimbucher Fotos posten können. Wir wollen auch die Öffentlichkeitsarbeit forcieren“, sagt Stefanie Stedry, ganz nach Erich Kästners Satz: „Tue Gutes und rede darüber“.