Nimmt bei der Bewerbung um den Welterbe-Titel eine bedeutende Rolle ein: die Stourdza.Kapelle in Baden-Baden.
Nimmt bei der Bewerbung um den Welterbe-Titel eine bedeutende Rolle ein: die Stourdza.Kapelle in Baden-Baden. | Foto: Bernd Kamleitner

Aktion bis Ende März

In Baden-Baden können Bürger für eine goldene Kuppel der Stourdza-Kapelle spenden

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Wenn Kommunalpolitiker Spenden sammeln, dann fließen die – in der Regel – zumeist in die Finanzierung von Wahlkämpfen. Die Wählervereinigung Freie Bürger für Baden-Baden (FBB) hat ihre Mitglieder, Förderer und Freunde jetzt zur Unterstützung eines Projekts aufgerufen, dessen Realisierung die Stadtverwaltung von der entsprechenden finanziellen Unterstützung der Bürgerinnen und Bürger abhängig macht: Es geht um die Vergoldung der Kuppel der Stourdza-Kapelle.

Die rumänisch-orthodoxe-Kapelle auf dem Michaelsberg oberhalb der Trinkhalle gilt als ein bedeutendes Baudenkmal, das von 1864 bis 1866 als Grabkapelle der Fürstenfamilie Stourdza entstand. Das Bauwerk, seit 1923 im Besitz der Stadt, ist zudem ein Bestandteil der laufenden Bewerbung Baden-Badens um den Welterbetitel als bedeutende Kurstadt des 19. Jahrhunderts.

Ging im Jahr 1923 in den Besitz der Stadt über: die Stourdza-Kaplle.
Ging im Jahr 1923 in den Besitz der Stadt über: die Stourdza-Kaplle. | Foto: Bernd Kamleitner

Kupferdach war bis 1918 vergoldet

Gegen Ende des Ersten Weltkriegs im Jahr 1918 wurde die bis dahin vergoldete Kupfereindeckung der Stourza-Kapelle auf Anweisung des damaligen Kriegsministeriums abgebaut und durch ein Blechdach ersetzt. Jetzt, im Zuge einer aufwendigen Sanierung der Kapelle, könnte die Gelegenheit beim Schopfe gepackt werden, um die Sünde von damals zu korrigieren.

Vergoldung mit 23,75 Karat Blattgold

In den kalkulierten Sanierungskosten von 430.000 Euro sind Aufwendungen für die Vergoldung der Kuppel und der darunter liegenden Dachfläche aber nicht enthalten. Die werden mit mindestens 100.000 Euro beziffert. Die Vergoldung soll mit 23,75 Karat Blattgold durch einen Spezialisten erfolgen.

Spenden sollen Mehrkosten decken

Die Mehrkosten sollen aber nur investiert werden, wenn das Geld über Spenden bei der Stadt eingeht, ließ die Verwaltung jüngst verlautbaren. Der Stadtkämmerer bestätigt bereits den Eingang von Spenden für diesen Zweck. Doch die würden den prognostizierten Aufwand bei weitem noch nicht decken, teilt die städtische Pressestelle auf Anfrage mit. Die Spendenaktion soll noch bis Ende März laufen.

Die Kuppel der Stourdza-Kapelle von innen.
Die Kuppel der Stourdza-Kapelle von innen. | Foto: Bernd Kamleitner

Die FBB verweist auf 28.9000 Euro, die sie schon einsammeln konnte. „Die wiederhergestellte goldene Kuppel soll auch für Frieden und Toleranz in unserer Stadt stehen“, betont FBB-Vorsitzender Heinrich Liesen.

Der Stadtrat koordiniert die Spendenaktion. Diese in nur vier Tagen eingegangene Summe zeige, „welche Verantwortung unsere Baden-Badener für unser kulturelles Erbe spüren“.

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Das findet auch bei anderen Fraktionen Zustimmung. „Es ist toll, dass es in Baden-Baden Menschen gibt, die solche Dinge mit Spenden unterstützten“ betont etwa CDU-Fraktionschef Ansgar Gernsbeck. Er will das Thema in der nächsten Fraktionssitzung mit seinen Parteifreunden besprechen.

Spenden an: Sparkasse Baden-Baden, IBAN: DE25662500300000010868, BIC: SOLADES1BAD. Stichwort: Vergoldung Stourdza-Kapelle