Saisoneröffnung im Freibad Bühl: Im Wärmesprudelbecken ließ es sich bei 32 Grad Celsius gut aushalten. Ins Schwimmerbecken (hinten rechts) wagte sich bei 20 Grad Wassertemperatur niemand. | Foto: Ulrich Coenen

Hallenbad bleibt geschlossen

„Kalte Sophie“ lässt Bühler Freibadbesucher bibbern

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Die „Kalte Sophie“ hat ihrem Namen alle Ehre gemacht. Zwar strahlt am letzten Tag der Eisheiligen am Mittwoch die Sonne vom Himmel, doch das Thermometer zeigt gegen 11 Uhr lediglich elf Grad Celsius. Es ist kein optimales Wetter für die Eröffnung des Freibades in Bühl, vor allem weil das Hallenbad wegen Personalmangels gleichzeitig für dreieinhalb Monate schließen muss (wir berichteten).

Spezielle Aufgabe für den Chef

Andreas Schrott, der Leiter des Schwarzwaldbades, sitzt am Rand des Schwimmerbeckens und fädelt auf einem mehr als 50 Meter langen Kabel Kunststoff-Schwimmer für eine Beckenleine auf. „Was soll ich machen“, meint er. „Bis zum Schwimm-Meeting müssen die Beckenleinen fertig sein.“ Der Personalmangel sorgt dafür, dass der Chef die Sache selbst in die Hand nehmen muss.

Schwimmbadchef Andreas Schrott repariert die Beckenleinen. | Foto: Ulrich Coenen

Am ersten Tag der Freibadsaison hielt sich der Besucherandrang in Grenzen. Die beiden Schulklassen, die eigentlich Schwimmunterricht hatten, kapitulierten. „Eine Schule hat telefonisch abgesagt“, berichtet Schrott. „Die andere war zwar hier, ist aber wieder gegangen. Den Kindern war es zu kalt.“ Schrott vermutet, dass DLRG und TV Bühl, die das Schwarzwaldbad ebenfalls nutzen, härter in Nehmen sind.

Das Nichtschwimmerbecken ist mit 26 Grad Celsius ordentlich temperiert. Schwimmer gab es wenige. Aber ein Wassergymnasti-Kurs (Bildhintergrund) ließ sich am Eröffnungstag nicht stoppen. | Foto: Ulrich Coenen

Die Teilnehmer eines Wassergymnastik-Kurses sind jedenfalls weniger empfindlich. Sie üben unter der Anleitung ihrer Trainerin im Nichtschwimmerbecken. Das hat 26 Grad Celsius, das große Schwimmerbecken aktuell nur 20 Grad. Da traut sich natürlich niemand rein. „Alle Becken mit insgesamt rund 2600 Kubikmeter Fassungsvermögen hängen am selben Kreislauf“, sagt Schrott. „Es dauert einige Tage, bis alle aufgeheizt sind.“

Im Hallenbad geduscht

Die Senioren des Kurses stört das nicht. „Wir haben uns im Hallenbad umgezogen und dort auch geduscht“, berichtet eine Teilnehmerin. „Dann sind wir durch die Schleuse von drinnen nach draußen geschwommen. Wenn man sich im Wasser bewegt, ist es in Ordnung.“

Im Schwimmerbecken ist das Wasser aktuell nur 20 Grad Celsius warm. Das lockte keinen Badegast. | Foto: Ulrich Coenen

Der Freibadbetrieb im Sommer ist in jedem Fall nicht mehr gefährdet. Als die BNN erstmals über die Personalsorgen berichtet haben, fehlte noch mindestens ein halbes Dutzend Aushilfskräfte als Aufsichtspersonal am Beckenrand. In den vergangenen Jahren meldeten sich regelmäßig genügend Interessenten, dieses Mal war es kein einziger. „Nach dem Beitrag in den BNN hat sich die Personalsituation deutlich entspannt“, freut sich Jörg Zimmer, der Geschäftsführer der Bühler Sportstätten GmbH.„Das hat mehr gebracht als sämtliche Stellenanzeigen zuvor.“ Immerhin gibt es nun neun Interessenten, die aber zum Teil noch das vorgeschriebene silberne DLRG-Abzeichen und einen Erste-Hilfe-Kurs absolvieren müssen. Beides organisiert die Sportstätten GmbH. „Wir gehen bewusst diesen neuen Weg, um Personal zu rekrutieren“, erklärt Andreas Schrott. „Wir wollen im nächsten Jahr zurück zum Normalbetrieb.“

PersonalmangeL: Ein Rettungsschwimmer flämmt das Unkraut im Freibad ab. | Foto: Ulrich Coenen

Switchen unmöglich

Switchen ist leider nicht möglich. Je nach Wetterlage entweder das Freibad oder das Hallenbad zu öffnen, ist für Jörg Zimmer, keine Option. „Auch das scheitert am Personalmangel“, erklärt er. „Für ein Schwimmbad benötigt man nicht nur Aufsichtspersonal, auch die Technik muss gewartet werden, und das ist personalintensiv. Wir werden in den nächsten Tagen deshalb die Schwimmbadtechnik des Hallenbades runterfahren.“

Wasser bleibt drin

Das Wasser im Hallenbad soll noch mindestens bis zum Monatsende in den Becken bleiben. Eine Fachfirma soll die Umwälzung testen. Anschließend wird das Wasser abgelassen. „Neben den im Sommer üblichen Wartungsarbeiten stehen in diesem Jahr umfangreichere Aufgaben an“, sagt Zimmer. „Die letzte Grundsanierung des Hallenbades liegt fast 20 Jahre zurück. Jetzt ist einiges zu tun. Wir wollen im Herbst wieder Normaltät im Badebetrieb.“

Das Schwarzwaldbad in Bühl gehört zu den schönsten Freibädern in Mittelbaden. Es entstand 1981 nach Plänen von Hans-Dieter Hecker.

Hallenbad öffnet erst am 1. September

Das Hallenbad soll am 1. September erneut öffnen, gleichzeitig ist (wie üblich) bis zum 15. September ein Parallelbetrieb mit dem Freibad vorgesehen.