Der erste Schritt zu neuen Pflegeplätzen: Das ehemalige Schwesternwohnheim beim Krankenhaus wird abgebrochen. Auf dem Klinikareal soll bis 2021 ein neues Pflegeheim entstehen. | Foto: Bernhard Margull

In Bühl und Ottersweier

Klinikum investiert in Pflegeplätze

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Bis zum Jahr 2025 will das Klinikum Mittelbaden sein Angebot an Pflegeplätzen in Bühl und Ottersweier um- und ausbauen und dafür zwischen 30 und 35 Millionen Euro investieren. Die ersten Arbeiten haben mit dem Abbruch des ehemaligen Schwesternwohnheims beim Bühler Krankenhaus bereits begonnen, bis Ende März soll das etwas mehr als 50 Jahre alte Gebäude verschwunden sein.

Baubeginn Anfang 2020

„Das ist eine vorgezogene Maßnahme“, sagt Jürgen Jung, der Geschäftsführer des Klinikums Mittelbaden. Parallel dazu liefen die Arbeiten am Bebauungsplan, bei dem Jung mit einer baldigen Endfassung rechnet. Dann sind die städtischen Gremien an der Reihe. Vor der Sommerpause des Gemeinderats erhofft sich Jung eine positive Entscheidung, „und dann können wir an die praktische Planung für den Bau gehen, wobei der Bebauungsplan etliche Details wie etwa Lage und Höhe schon vorgeben wird“. Als Baubeginn gibt er Anfang 2020 an, die Bauzeit ist mit 15 Monaten veranschlagt, womit das neue Pflegeheim im Frühjahr 2021 in Betrieb gehen könnte.

Suche nach Grundstück

Neben dem durch demografische Veränderungen steigenden Bedarf sind es vor allem die Vorgaben der Landesheimbauverordnung, die das Klinikum zu seinen Investitionen zwingt. Doppelzimmer lässt sie nicht mehr zu. Im Erich-Burger-Heim in Bühl und in den Häusern Murbach und Hornisgrinde fallen zunächst 160 Plätze weg. Der Neubau beim Krankenhaus wird 90 Plätze bieten, womit das Minus nur zum Teil ausgeglichen wird. Deshalb gibt es weitere Pläne. Sowohl im Altbau des Erich-Burger-Heims als auch in der Hub wird es nach dem Umzug der Bewohner erhebliche Umbauten geben. Gerade die beiden Häuser in der Hub genügten der Landesheimbauverordnung ganz und gar nicht mehr, sagt Jung: „Da passt überhaupt nichts.“ Dazu ist das Klinikum weiter auf der Suche nach einem Grundstück im Bereich Ottersweier, auf dem ein Neubau für weitere 75 bis 90 Plätze entstehen soll.

R-Standard

Zunächst aber steht das Bauvorhaben beim Bühler Krankenhaus im Mittelpunkt, für das allein zwölf bis 13 Millionen Euro veranschlagt sind. Die Planungen, berichtet Jürgen Jung, gingen über die Vorgaben der Landesheimbauverordnung hinaus: „Die Zimmer werden größer als vorgeschrieben, vor allem die Badezimmer, damit auch Rollstuhlfahrer klar kommen.“ Diese benötigten einen Radius von mindestens 1,50 Meter, und diesen sogenannten R-Standard wolle man auch bieten.

Zusätzlicher Personalbedarf

Die umfangreichen Bauvorhaben werfen aber auch die Frage nach dem benötigten Personal auf. Mit dem Umzug vom Erich-Burger-Heim zum Krankenhausareal stelle sie sich noch nicht, sagt der Geschäftsführer des Klinikums: „Wir tauschen die Plätze nur.“ Das ändert sich aber mit den Umbauten im Erich-Burger-Heim und in der Hub sowie mit dem in Ottersweier geplanten Neubau. Dann werde es zusätzlich zu den heute 530 Mitarbeitern (380 Vollzeitstellen) im Pflegebereich in Bühl und Ottersweier erheblichen Bedarf geben: „Das wird eine Herausforderung werden“, gibt sich Jung keinen Illusionen über die Situation im Pflegebereich hin. Dass diese Berufe eine höhere Reputation bräuchten, sei mittlerweile in der Politik angekommen: „Das ist schon mal etwas. Ich hatte in den letzten zehn Jahren nicht mehr dran geglaubt.“ Dass aber ausgerechnet in einer Zeit, in der der Markt leer gefegt sei, tausende zusätzliche Stellen zur Verfügung gestellt werden sollen, sei allerdings eher kurios. Jung sieht zwei Notwendigkeiten für das Klinikum Mittelbaden: „Wir müssen noch stärker in die eigene Ausbildung investieren. Und wir müssen zusätzliche Kräfte aus dem Ausland gewinnen.“

Die Parkplatzsuche beim Bühler Krankenhaus gestaltet sich mitunter schwierig. Mittlerweile berichtet Jürgen Jung, der Geschäftsführer des Klinikums Mittelbaden, von entsprechenden Beschwerden auch aus der Belegschaft. Die vollen Parkplätze hätten ihren Grund auch in der starken Auslastung der Klinik: „Die Zahl der ambulanten Operationen ist durch die Decke gegangen und 2017 um 2 000 auf 4 700 gestiegen.“
Um das Problem zu lösen, soll im derzeit entstehenden Bebauungsplan auch ein Parkhaus ausgewiesen werden. Unklar ist laut Jung aber noch der Standort. Ursprünglich sei ein Areal neben dem Ärztehaus geplant gewesen, „aber das passte nicht“. Jetzt richte sich der Blick auf die mittlere der drei Parkebenen nördlich des Krankenhauses. Hier könnte ein Parkhaus mit bis zu 250 Plätzen entstehen. Die Kosten dafür konnte Jung noch nicht beziffern, sie seien auch nicht in den elf bis zwölf Millionen für das neue Pflegeheim enthalten. Geklärt werde müsse auch, ob das Parkhaus in eigener Regie geführt oder einem Betreiber überlassen werde.