Zügig vorangekommen sind die Bauarbeiten für das „International Simultaneous Engineering Campus“, das Bosch in Bühl direkt an der B 3 baut. | Foto: pr

Bosch in Bühl und Bühlertal

Kräftige Investitionen

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Bosch nimmt für den Doppelstandort Bühl/Bühlertal seines Geschäftsbereichs Electrical Drives (ED) kräftig Geld in die Hand. 45 Millionen Euro, so viel wie noch nie, fließen in diesem Jahr in neue Fertigungsanlagen; dazu kommt der Neubau des internationalen Entwicklungszentrums (ISEC), der mit 33 Millionen Euro veranschlagt ist.

Bau geht zügig voran

Der Bau zwischen dem Bühler Bosch-Werk und der B 3 gehe zügig voran, wie der Technische Werkleiter Gregoire Jedrzychowski bei einem Pressegespräch sagte: „Das ist eine Investition in die Zukunft des Standorts und ein Bekenntnis zu diesem weltweit führenden Bosch-Entwicklungsstandort.“ Ende Oktober des vergangenen Jahres war der erste Spatenstich gesetzt worden; mittlerweile sind die Dimensionen deutlich erkennbar. Bei den ersten Ausschreibungen habe sich noch die Auslastung der Baubranche gezeigt, inzwischen aber gebe es keine Probleme mehr: „Wir sind gut im Plan.“

Umzug ab Mitte 2019

Der Rohbau soll im Herbst abgeschlossen sein, für Mitte des kommenden Jahres rechnet Jedrzychowski mit der Fertigstellung des „International Simultaneous Engineering Campus“. Dann beginne sukzessive der Umzug in die Gebäude, die eine Nutzfläche von 15 000 Quadratmetern aufweisen. Der Umzug werde mehrere Monate dauern und bis ins Jahr 2020 dauern. Etwa 500 Mitarbeiter aus den Bereichen Plattform- und Prozessentwicklung, Muster- und Sondermaschinenbau sowie unterstützenden Funktionen wie Einkauf werden hier schließlich ihren Arbeitsplatz haben. „Wir bringen Entwicklung und Fertigung nahe zusammen“, sagt der Technische Werkleiter. „Am Bau wird das symbolisiert durch eine Brücke zwischen zwei Gebäudekomplexen.“

Der ISEC fasst künftig die bereits vorhandenen etwa zehn internationalen Entwicklungsteams zusammen, die derzeit auf fünf Standorte in Bühlertal, Bühl und Vimbuch verteilt sind. Ob durch die Zusammenlegung andere Standorte obsolet werden, könne derzeit noch nicht beantwortet werden, sagte Jedrzychowski und verwies auf das Wachstum des Bosch-Standorts, mit dem ein entsprechender Platzbedarf einhergehe.

100-Millionen-Marke überschritten

Das Wachstum spiegelt sich auch an anderer Stelle, wie Bernhard Straub, der Vorsitzende des Bereichsvorstands ED, und der Kaufmännische Werkleiter Ulrich Vogel sagten. Der auf Innovationen gerichtete Fokus habe nicht nur zu einem Anstieg der Mitarbeiterzahlen geführt (in Bühl und Bühlertal kletterten sie um etwa 200 auf jetzt 4 200), die Stückzahl der produzierten Motoren hat laut Vogel erstmals deutlich die 100-Millionen-Marke überschritten. Dazu hätten etablierte Produkte ebenso beigetragen wie wie Neuentwicklungen, die vor allem bei Megatrends wie Elektrifizierung und dem autonomen Fahren eingesetzt würden; als Beispiele nannte Straub Pumpen und Ventile für das Thermomanagement. Die Konsequenz aus dieser Entwicklung sind Investitionen in einem Ausmaß, wie sie am Doppelstandort Bühl und Bühlertal bislang nicht bekannt waren: 45 Millionen Euro werden in diesem Jahr in Anlagen und Maschinen investiert, die einerseits der Kapazitätserweiterung dienen, andererseits neue Fertigungseinrichtungen ermöglichen sollen. Fünf bis sechs solcher Linien für neue Produkte sollen in diesem Jahr entstehen, und zwar in den vorhandenen Werkshallen, sagte Jedrzychowski, der in diesem Zusammenhang von Zukunftsprodukten sprach.
Das schlägt den Bogen wieder zurück zum entstehenden Entwicklungszentrum: Dort sollen Produkte und Prozesse optimiert und zusammengebracht werden. Für Gregoire Jedrzychowski ist der Neubau ein klarer Beleg: „Der Geschäftsbereich Electrical Drives glaubt an den Technologiestandort Bühl und Bühlertal.“