Länger als zunächst geplant bleibt der Wochenmarkt auf dem Europaplatz. Vor einer endgültigen Entscheidung über den künftigen Standort soll es eine „ergebnisoffene Diskussion“ geben. | Foto: Bernhard Margull

Standort des Bühler Markts

Länger auf dem Europaplatz

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Der Bühler Wochenmarkt bleibt über den 4. August hinaus auf dem Europaplatz beim Bürgerhaus Neuer Markt. Wie Oberbürgermeister Hubert Schnurr am Mittwoch auf ABB-Anfrage mitteilte, habe er die Entscheidung über den künftigen Standort des Markts verschoben.

Runder Tisch ist geplant

„Wir möchten nichts übers Knie brechen“: Mit diesen Worten begründet Schnurr das Abrücken vom 4. August als Termin für die Rückkehr des Wochenmarkts auf den Kirch- und Marktplatz. Der Rathauschef kündigte an, im September einen Runden Tisch einzuberufen, um in eine ergebnisoffene Diskussion zu treten. Daran sollen neben den Marktleuten und Vertretern der Stadtverwaltung auch Einzelhändler teilnehmen. Einen Termindruck gebe es dabei nicht: „Wir nehmen uns die Zeit, die das Thema bedarf, um mit allen Beteiligten das beste Ergebnis zu erreichen“, so Schnurr. Spätestens im Frühjahr aber werde der Markt den Europaplatz verlassen müssen: Dann werde es dort nämlich erhebliche Beeinträchtigungen geben, verweist Schnurr auf den bevorstehenden Bau der Mensa für die Realschule und den Umbau der Sparkasse. Auch aus diesem Grunde habe er sich für die sofortige Rückkehr des Marktes ausgesprochen – „und weil dies so mit den Marktbeschickern fest vereinbart war.“

Von Entwicklung überrascht

Der Wochenmarkt war wegen der Umgestaltung von Markt- und Kirchplatz auf den Europaplatz verlegt worden; dieser war als vorübergehendes Ausweichquartier verstanden worden. Je länger dieses „Exil“ dauerte, desto lauter wurden die Stimmen, den Wochenmarkt auf dem Europaplatz zur Dauereinrichtung zu machen. Mehrfach hatten Stadträte dies im Gemeinderat angesprochen, und zuletzt hatten sich die Marktbeschicker selbst in einem Schreiben an die Fraktionen des Gemeinderats für einen Verbleib auf dem Europaplatz geworben (der ABB berichtete mehrfach). Nun reagiert Hubert Schnurr auf eine Entwicklung, die so nicht zu erwarten gewesen sei.

Geänderte Sichtweisen

Die Rückkehr auf den Markt- und Kirchplatz sei mit den Marktbeschickern fest vereinbart gewesen. Seit dem Umzug zum Bürgerhaus hätten sich aber die Sichtweisen erheblich verändert, sagt Schnurr. Die Händler hätten sich mit dem ursprünglich unbeliebten Europaplatz angefreundet: „Damit war in diesem Maße nicht zu rechnen.“ Der Oberbürgermeister betont aber auch, dass seitens der Stadtverwaltung dafür viele Annehmlichkeiten entgegengebracht worden seien: „Wir haben es den Marktleuten so angenehm wie möglich gemacht.“ Das gelte für den Parkplatz der Carl-Netter-Realschule, der samstags als Parkplatz dient, oder das Absenken von Bordsteinen in der Eisenbahnstraße, um die Zufahrt zu erleichtern. Der Kirch- und Marktplatz wiederum sei während der Sanierung auch im Sinne der Marktbeschicker ausgestattet worden. „Der Platz ist von der Infrastruktur her künftig besser aufgestellt“, sagt Schnurr.

„Zumindest ein Aufschub“

Hans-Georg Seipel, der Sprecher der Marktbeschicker, freute sich über die Nachricht aus dem Rathaus: „Das ist zumindest ein Aufschub.“ Über verschiedene Punkte müsse miteinander gesprochen werden, und deshalb sei es gut, „dass die Stadt auf uns zukommt und keine vollendeten Tatsachen geschaffen hat“. Seipel verweist nicht nur auf die Umfrage unter den Marktbeschickern selbst, die zu 90 Prozent für den Verbleib auf dem Europaplatz votierten, er berichtet auch von einer Unterschriftensammlung unter den Kunden. Die überwiegende Mehrheit habe sich auch hier für den Europaplatz ausgesprochen. Eine Internet-Umfrage der Bühler SPD hatte dagegen eine Mehrheit von 60 Prozent für den Markt- und Kirchplatz ergeben