Peter Hauk (CDU), Minister für ländlichen Raum und Verbraucherschutz in Baden-Württemberg, war Gastredner bei einer Fachtagung der sieben Naturparke im Land. | Foto: Ulrich Coenen

Fachtagung der Naturparke

Minister Peter Hauk ist gegen Steingärten und Glyphosat

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Peter Hauk (CDU), Minister für ländlichen Raum und Verbraucherschutz in Baden-Württemberg, hat sich bei einer Fachtagung der sieben Naturparke im Land in Bühlertal klar positioniert. Er sprach sich für ein Verbot des umstrittenen Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat in Hausgärten aus. Außerdem wies er darauf hin, dass die von Naturschützern kritisierten Steingärten laut Landesbauordnung nicht erlaubt sind.

Das Volksbegehren „Rettet die Bienen“ war eigentlich nicht das Thema der Fachtagung in Bühlertal. Irgendwie schien diese Initative aber über der Veranstaltung mit mehr als 120 Teilnehmern zu schweben.

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Am Mittwoch trafen sich Vertreter aus Land- und Forstwirtschaft, Tourismus und vor allem aus dem Naturschutz, um unter dem Motto „Gemeinsam für eine blühende Vielfalt“ zu diskutieren. Peter Hauk, Minister für ländlichen Raum und Verbraucherschutz in Baden-Württemberg, war zu dieser von den sieben Naturparks des Landes initiierten Tagung ins Haus des Gastes gekommen. Das ist bekanntlich Sitz des Naturparks Schwarzwald Mitte/Nord, der Gastgeber war.

Speed-Dating für neue Ideen

Nach einer Begrüßung durch Bürgermeister Hans-Peter Braun folgte eine Ansprache von Minister Hauk. Im Zentrum der Veranstaltungen standen aber am Nachmittag mehr als ein halbes Dutzend Impulsvorträge. „Speed-Dating“ nannte Marion Dammann, Sprecherin der AG Naturparke und Landrätin in Lörrach, das auf der Pressekonferenz. Sie setzte auf eine „Ideenschmiede für neue Projekte“ und eine Vernetzung der Teilnehmer.

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„Wir müssen uns auf den Weg machen“, forderte Peter Hauk auf der Pressekonferenz. „Ob wir das Insektensterben damit verhindern können, weiß ich nicht.“ Er verwies auf die sogenannte „Krefelder Studie“, die 2017 75 Prozent weniger Biomasse bei Fluginsekten beklagte. Obwohl ein landesweites Monitoring in Baden-Württemberg diese Zahl jüngst bestätigt hat, vermisst Hauk weitere wissenschaftliche Grundlagen.

Im Haus des Gastes in Bühlertal diskutierten mehr als 120 Experten über das Thema „Blühende Vielfalt in Baden-Württemberg“. | Foto: Ulrich Coenen

Schuld ist nicht nur die Landwirtschaft

Die Ursachen für das Insektensterben sind nach Meinung des Ministers „multikausal“. „Das wird nicht alles nur bei der Landwirtschaft abzuladen sein“, meinte er. Hauk zeigte sich überzeugt, dass ebenfalls die fortschreitende Ausdehnung der menschlichen Siedlungen und die Versiegelung der Landschaft eine Rolle spielen.

Der Minister forderte, mehr Bewusstsein für das Thema Insekten in der Öffentlichkeit zu schaffen. „Mittlerweile gibt es in manchen Städten mehr Angebote für Honigbienen als auf dem Land“, berichtete er. Die Honigbiene sei aber nur ein Symbol, es gehe vor allem um die Wildbiene. „Jeder Haus- und Gartenbesitzer kann mit Blühwiesen etwas tun“, erklärte Hauk. „Sogar auf dem Balkon kann der Wohnungseigentümer statt der Geranien eine Blühmischung im Blumenkasten anlegen.“

Landesbauordnung gegen Steingärten

Der Minister sprach sich gegen die sogenannten Steingärten (auch Schottergärten genannt) aus. „Die Landesbauordnung sieht ausdrücklich eine Begrünung vor“, sagte er. „Steingärten widersprechen also der Landesbauordnung.“

Peter Hauk hielt es für sinnvoll, dass die Behörden in der Öffentlichkeit auf dieses weitgehend unbekannte Verbot hinweisen. Im Übrigen bezeichnete er Steingärten als keineswegs pflegeleicht, weil nach zwei bis drei Jahren auch dort das Unkraut sprieße. „Dann muss man jäten“, stellte er fest. Andere setzen das umstrittene Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat ein.

„Wir wollen ein Verbot für private Anwender“, sagte der Minister. Das habe es in Baden-Württemberg vor zwei Jahrzehnten bereits einmal gegeben, inzwischen liege die Zuständigkeit aber beim Bund.