Wenn sich die gesamte Ministrantenschar um Pfarrer Wolf-Dieter Geißler versammelt, kann er etwa 100 Kinder und Jugendliche begrüßen. | Foto: pr

Große Bühler Ministrantenschar

Mit großer Hingabe im Dienst der Kirche

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Von Katrin König

Als die neuen Ministranten der Pfarrgemeinde St. Peter und Paul offiziell aufgenommen wurden, kamen etwa 100 Kinder und Jugendliche zum Gottesdienst, allesamt Ministranten der Gemeinde: St. Peter und Paul lebt, der Nachwuchs bleibt auch in Zeiten vielseitiger Vereinsangebote und steigender schulischer Belastungen präsent. Etwa die Hälfte der Kommunionkinder entscheidet sich jährlich für den Ministrantendienst, wie Pfarrer Wolf-Dieter Geißler erzählt. Sogar die Frühschicht an den Freitagen im Advent, die um 6.30 Uhr beginnt und mit einem gemeinsamen Frühstück ausklingt, stößt auf begeisterte Resonanz. Was aber bewegt Grundschüler bis hin zu Jugendlichen dazu, freiwillig ein Amt zu übernehmen, das Regelmäßigkeit und Verantwortung beinhaltet?

„Eine große Familie“

Antworten haben die Gruppenleiter Susanna Folwaczny, Daniela-Caterina Alesi, Dominik Stumpp und Joshua Hauser. Sie begannen selbst als unerfahrene junge Ministranten und geben heute das weiter, was sie in der Gruppe erlebten: Gemeinschaft, lebendigen Glauben, Freundschaft. „Wir sind“, sagt Alesi, „wie eine große Familie“. Dabei fasziniere den Nachwuchs neben Freizeitbeschäftigungen wie Spielen, Basteln oder gemeinsam Filme schauen (all dies gehört auch zu den Gruppenstunden) in erster Linie durchaus das Ministrieren an sich, das besonders in der Anfangszeit für die „Neulinge“ im Fokus steht. Geißler: „Kinder lieben das Zeremonielle, die Feierlichkeit des Einzugs, den Duft des Weihrauchs.“ Ihr Aufgabenfeld betreffe im Wesentlichen die Gabenbereitung. „Sie bringen Brot und Wein zum Altar und sammeln das Spendengeld der Gemeinde ein.“ Der ursprüngliche Gedanke des Ministrantentums sei die Vertretung der Gemeinde durch die Kinder am Altar, betont er. „Sie sind quasi die sichtbar betende Gemeinde.“

Freude an der Gemeinschaft

Etwa ein Dreivierteljahr dauert es laut Stumpp, bis der Nachwuchs den Ablauf des Gottesdienstes und die Aufgaben sicher beherrscht. Auch dem ehemaligen Oberministranten ist es indes wichtig, den Neun- bis Zwölfjährigen in den wöchentlichen Gruppenstunden – Mädchen und Jungs treffen sich getrennt – nicht nur formale Abläufe zu vermitteln, sondern vor allem die Freude an der Gemeinschaft. „Außerdem wachsen sie an ihren Aufgaben und lernen, mit Menschen umzugehen.“ Niemand werde gerügt, wenn ihm ein Fehler unterlaufe, fügt Geißler hinzu: „Ministranten brauchen bei uns keine Angst zu haben.“ Wer unsicher sei, könne auch einen Kurzfilm anschauen, den er und die Gruppenleiter über „richtiges Ministrieren“ gedreht hätten und der auch im Internet stehe (siehe Link). „Mittlerweile drei Ferienlager in Holland haben zudem gezeigt, wie die gemeinsamen Tage den Zusammenhalt zusätzlich stärken.“ Alesi: „Manche möchten lieber mit uns nach Ameland als mit ihren Eltern in Urlaub fahren, so viel Spaß haben sie dort.“

Viele Eigeninitiativen

Durch Handys abgelenkte Kinder, das kennen die Gruppenleiter nicht; sie berichten vielmehr von den kreativen Ideen „ihrer“ Mädels und Jungs, die viele Vorschläge einbrächten, aus Eigeninitiative etwa ein Theaterstück oder einen Tanz einstudieren wollten. Geißler sieht in diesem Verhalten zugleich eine Wertschätzung der Arbeit der Gruppenleiter. „Die Kinder wissen ja, dass es nicht selbstverständlich ist, wenn Jugendliche sich ehrenamtlich um sie kümmern.“ Das Einführungsfest für die neuen Ministranten stand übrigens unter dem Motto „Wir sind stolz auf euch“, blickt Geißler zurück. Diese Worte haben Gewicht – für ihn, für die Gruppenleiter, für die Eltern. Und sicherlich auch für die Kinder selbst.

https://www.youtube.com/watch?v=cY4pZOHAB5A