Während der Dämmerungszeiten und nachts ist die Gefahr von Wildwechsel auf Straßen besonders hoch. | Foto: Patrick Pleul/dpa

Mittelbaden: Zehn Wildunfälle in einer Nacht – so verhält man sich richtig nach einem Unfall

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Zehn Mal mussten Beamte des Polizeipräsidiums Offenburg alleine am Mittwoch im Landkreis Rastatt, dem Ortenaukreis und dem Stadtkreis Baden-Baden wegen Wildunfällen ausrücken. Zwar werden bei Wildunfällen selten Menschen verletzt, dennoch gibt es ab Oktober Einiges zu beachten: Denn dann nimmt das Risiko eine Wildunfalls zu.

Auf der L87 bei Rheinaus-Freistett und der L76 bei Bühl starben zwei Rehe. Bei Sinzheim mussten die Polizisten die Kadaver eines verendeten Reh und eines Fuchses von der Fahrbahn entfernen. Dort hatten die Unfallfahrer die getöteten Tiere nicht gemeldet.

Doch wie verhält man sich nach einem Wildunfall richtig. Die Polizei gibt folgende Tipps:

Auch auf Straßen ohne Warnschilder kann es Wildwechsel geben

Wildtiere können jederzeit und überall auf der Straße auftauchen. Ganz besonders aber in den Zeiten der Morgen- und Abenddämmerung sind sie aktiv. Deshalb steigt auch das Unfallrisiko im Winterhalbjahr, wenn die Dämmerung auf die Zeiten des Berufsverkehrs fällt. Zwar sind gefährdete Strecken zumeist durch das Warnschild „Wildwechsel“ gekennzeichnet, das heißt aber nicht, dass die übrigen Straßen frei von dieser Gefahr sind.

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Bremsen, Hupen und Abblenden – auf keinen Fall ausweichen

Deshalb gilt ganz besonders im Wald und an unübersichtlichen Stellen auf offenem Feld: Fuß vom Gas, aufmerksam und bremsbereit sein und besonders auf die Fahrbahnränder achten. Wenn ein Wildtier auf der Fahrbahn steht: Bremsen, Hupen und Abblenden – keine riskanten Ausweichmanöver in den Gegenverkehr oder den Straßengraben riskieren. Dies hat meist gravierende Schäden oder gar Verletzungen zur Folge.

Achtung Wildwechsel: Überall wo dieses Schild steht, können unvermittelt Tiere auftauchen und plötzlich die Straße überqueren. Autofahrer sollten hier immer wachsam und bremsbereit sein. | Foto: Manfred Spitz

Unfallstelle absichern und 110 wählen

Wenn es dann doch zum Unfall kommt? Anhalten und unbedingt die Unfallstelle absichern. Dazu verpflichtet der Paragraph 34 der Straßenverkehrsordnung. Im Anschluss ist die Polizei über den Notruf 110 zu verständigen. Die Polizei informiert auch den Jagdausübungberechtigten, der für den Bereich der Unfallstelle zuständig ist – unabhängig davon, ob das Tier getötet oder verletzt wurde.

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Niemals ein Tier mitnehmen

Zu verletzten oder toten Tieren unbedingt Abstand halten. In beiden Fällen kann es ohne Vorwarnung zu unkontrollierbaren und verletzungsträchtigen Bewegungen kommen. Verletzte und tote Tiere werden vom Jäger versorgt. In keinem Fall solch ein Tier mitnehmen, das kann den Tatbestand der Jagdwilderei erfüllen.

Reh und Co. dürfen nicht liegengelassen werden

Ein Tier auf der Fahrbahn zurücklassen verbietet sich aus Paragraph 32 der Straßenverkehrsordnung. Das bedeutet, dass Fahrzeugführer nach Zusammenstößen mit Wild, das auf der Straße liegen bleibt, das Tier als `Gegenstand` im Sinne unverzüglich von der Straße zu entfernen haben. Können sie dies nicht leisten, muss die Gefahrenstelle abgesichert und Hilfe, zum Beispiel durch die Polizei, gerufen werden.

pol/ BNN

 

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