Nach einem nicht endenden Sommer zieht die Bühler Sportstätten GmbH für das Freibad eine positive Bilanz. Jetzt steht ein großer Test der Wasseraufbereitungsanlage an. | Foto: Bernhard Margull

Schwarzwaldbad und -halle Bühl

Nach den Sonnenanbetern kommen die Handwerker

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Für Sonnenanbeter ist am Sonntag Schicht. Die Freibadsaison endet im Schwarzwaldbad. Ab Montag steht nur noch das bereits seit zwei Wochen wieder geöffnete Hallenbad zur Verfügung. Jörg Zimmer, der Geschäftsführer der Bühler Sportstätten GmbH, zieht nach dem Supersommer eine positive Bilanz. Nach fast endloser Sonne und fehlendem Regen ist es fast ein wenig überraschend, dass die Saison 2018 nicht alle Rekorde gebrochen hat.

Bester Tag am 1. Juli

80 000 zahlende Besucher hatte das Freibad in den Monaten Juni bis August. Für den Mai und den September gibt es keine spezielle Statistik, weil die Badegäste für das Freibad wegen des gleichzeitig geöffneten Hallenbades nicht separat ausgewiesen werden. „Außerdem haben bei uns Kinder unter vier Jahren freien Eintritt und werden im Gegensatz zu anderen Freibädern nicht gezählt“, sagt Zimmer. „Tatsächlich sind es also sehr viel mehr Besucher.“ Der beste Tag war übrigens der 1. Juli mit 2616 zahlenden Gästen. „Mit Kindern mindestens 3500“, meint Zimmer.

Kein neuer Rekord

Zum Vergleich: Im mäßigen Jahr 2017 waren es nur 64 000 Badegäste, der Rekordsommer 2015 (94 000) wurde aber klar verfehlt. In den vergangenen Tagen, als die Sonne strahlte, sind außerhalb der Statistik noch einige Freibadbesucher hinzugekommen. „Am Mittwoch waren es beispielsweise 425“, berichtet Zimmer. „Weil die Sonne geschienen hat, waren die alle im Freibad. Das Hallenbad war leer.“

Alte Technik macht Probleme

Die Saison verlief für Zimmer und sein Team aber nicht ohne Sorgen. Hallenbad und Schwarzwaldhalle sind mehr als 40 Jahre alt, das Freibad rund ein Jahrzehnt jünger. „Die Technik macht Probleme“, berichtet der Geschäftsführer. „Wir hatten in der Saison mit der Badewasseraufbereitung zu kämpfen. Außerdem ist zeitweise die Elektrik ausgefallen.“

Zusammenarbeit mit Stadtwerken

Seit 1. April arbeitet die Sportstätten GmbH eng mit den Stadtwerken, bekanntlich eine 100-prozentige Tochtergesellschaft, zusammen. „Die haben Spezialisten, die uns helfen“, sagt Zimmer. „Das entlastet unser Personal, das weniger Zeit im Keller und mehr am Schwimmbeckenrand verbringen kann. Der Einsatz der Spezialisten garantiert uns außerdem eine andere Qualität beim Substanzerhalt. Ich erwarte deutliche Fortschritte.“

Wasser tropfte in den Keller

Im Sommer hat eine Fachfirma im Auftrag der Bühler Sportstätten GmbH alle Rinnen im Hallenbad saniert, durch die Wasser in den Keller tropfte. Die Stadtwerke haben die teilweise nicht funktionierenden Duschköpfe erneuert. „Wir sind noch lange nicht fertig“, erklärt Jörg Zimmer. „Wir hätten gerne mehr gemacht, aber wir können solche Arbeiten im Hallenbad nicht während des laufenden Betriebs, sondern nur in der Sommerpause erledigen.“ Die ist aber vorbei. Seit Anfang September hat das Hallenbad wieder geöffnet. „Nächstes Jahr geht es weiter“, verspricht Zimmer.

Wasseraufbereitung wird kontrolliert

Die Schwimmbadtechnik im Freibad läuft nach Saisonende weiter. „Wir planen die längst überfällige Überprüfung der Wasseraufbereitungsanlage durch das Gesundheitsamt“, berichtet der Geschäftsführer. „Dann wird bei Bedarf repariert und anschließend wird das Freibad eingewintert.“

Keine Priorität in der Politik

Das Schwarzwaldbad bleibt nach Auffassung seines Chefs weiter unter seinen Möglichkeiten. Mit nur vier Bahnen sei das mehr als 40 Jahre alte Hallenbad für eine Stadt mit knapp 30 000 Einwohner inzwischen zu klein. „Aber es läuft irgendwie und wir haben keine Priorität in der Politik“, meint Jörg Zimmer.

Ein Bild aus besseren Tagen: Ein Volleyball-Länderspiel der U 19 gegen Brasilien wie 2007 wäre heute in der Schwarzwaldhalle nicht mehr möglich. | Foto: Jörg Seiler

Auflagen für Schwarzwaldhalle

Während das in die Jahre gekommene Schwarzwaldbad leidlich funktioniert, ist die gleich alte unmittelbar benachbarte Schwarzwaldhalle ein Sorgenkind der Stadt. Bereits seit 2014 ist die Sporthalle aus Brandschutzgründen für Großveranstaltungen gesperrt. Nur noch 200 Personen dürfen das Gebäude gleichzeitig betreten. Das ist mit erheblichen Einschränkungen für den laufenden Betrieb verbunden.

Zwei Millionen Euro stehen im Raum

Auf Basis einer Vorplanung ging Geschäftsführer Jörg Zimmer im vergangenen Jahr gegenüber dieser Zeitung von Sanierungskosten von zwei Millionen Euro aus (wir berichteten). In den Haushaltsberatungen im Januar 2017 hat der Gemeinderat verdeutlicht, dass dies aktuell nicht zu machen ist. Wie es weitergeht, ist völlig offen. Inzwischen liegt der Bühler Sportstätten GmbH ein Sanierungskonzept vor. Zur neuen Kostenschätzung will sich Zimmer nicht äußern. „Das müssen wir zunächst in den zuständigen Gremien diskutieren“, sagt er. Der Aufsichtsrat wird sich zuerst mit der Sache beschäftigen, das letzte Wort hat der Gemeinderat.

Dringender Sanierungsbedarf

„Die Frage ist, ob wir auf Dauer ohne die Schwarzwaldhalle auskommen?“, meint Zimmer. „Es geht aktuell nur mit Schmerzen, indem wir alle Veranstaltungen mit größerem Publikumsinteresse in die neue Großsporthalle verlagern. Trainingsbetrieb und Schulsport sind auch weiterhin in der Schwarzwaldhalle möglich. Nach einer entsprechenden Sanierung könnte die Schwarzwaldhalle rund 1000 Zuschauer aufnehmen. Sie hat die entsprechenden Abmessungen.“

Lange Mängelliste

Von einem gepflegten Zustand ist sie aktuell weit entfernt. Die Liste der Mängel ist lang. „Dach und Lüftung sind die größten Probleme“, erklärt Zimmer. Das Dach ist nicht dicht, die Lüftung arbeitet seit einigen Jahren nicht mehr richtig. Der Brandschutz entspricht nicht dem geforderten Standard, es gibt keine Entrauchungs-Anlage und es fehlen Fluchtwege.