TV Bühl kämpfte mit vielen Widerständen
Mit vielen Widerständen mussten Ilya Zhilin (links) und der TV Bühl in der Saison 2016/17 kämpfen. | Foto: Steuerer

Bilanz der Bühler Volleyballer

Nach der Saison ist vor der Saison

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Noch ehe die Volleyball-Bundesliga-Saison 2016/17 begonnen hatte, war sie für Timo Schlag auch schon zu Ende. Der Außenangreifer, von CV Mitteldeutschland zum TV Ingersoll Bühl gewechselt, bekam seine Verletzungsprobleme nicht in den Griff und verabschiedete sich bereits nach wenigen Wochen wieder aus dem Badischen.

Irgendwie war diese Personalie symptomatisch für den weiteren Rundenverlauf. Enrico Zappoli musste verletzungsbedingt ebenfalls frühzeitig passen. Der angeschlagene Magloire Mayaula konnte über weite Strecken nur sporadisch eingesetzt werden. Juan Finoli und Felix Orthmann fielen am Ende komplett aus. Es hakte somit an vielen Ecken und Kanten. Nur phasenweise überzeugte das Team von Trainer Ruben Wolochin auf der ganzen Linie – so beispielsweise beim 3:1-Heimsieg gegen Lüneburg.

Leitwolf fehlte

Besonders auffällig war, dass diesmal ein Leitwolf fehlte. Da war kein David Molnar, kein Joel Bruschweiler, kein Nehemiah Mote, kein Matthias Pompe, die früher in kritischen Momenten selbstbewusst vorangingen und das Team mitrissen. An den sportlichen Qualitäten von Slawomir Jungiewicz und Ilya Zhilin gibt es keinen Zweifel, oft wirkten sie aber zu sehr mit sich selbst beschäftigt. Da passt die Aussage von Jens Sandmeier ins Bild: „Wir sind von den Charakteren her eher eine introvertierte Mannschaft.“ Vor allem bei den Auswärtsspielen machte sich dieser Umstand negativ bemerkbar. Ohne die Unterstützung der Fans in der Großsporthalle ging für die Bühler nicht viel. Lediglich ein magerer Sieg in der Fremde (3:0 gegen das Nachwuchsteam VCO Berlin) stand zu Buche. Zu Hause lief es bedeutend besser. Sechsmal verließ der TV Bühl in heimischer Umgebung das Parkett als Sieger.

Letztlich darf nicht übersehen werden, dass auch der siebte Platz in der Bundesliga-Hauptrunde ein Ergebnis ist, von dem die meisten deutschen Vereine nur träumen können. Dass schließlich über die Pre-Play-offs gegen Solingen der Sprung ins Play-off-Viertelfinale gelang, ist angesichts der gravierenden Personalprobleme nicht selbstverständlich und durchaus als Erfolg zu werten. Dass dort dem Titelverteidiger Berlin Volleys in der Max-Schmeling-Halle ein Satz abgenommen wurde, gehört zu den Highlights der Saison.

Ein weiterer positiver Aspekt war die Entwicklung im Fall von Tim Stöhr. Der aus Rottweil stammende 20-Jährige übernahm in der Endphase der Saison die ungewohnte Liberoposition und füllte diese in überzeugender Manier aus. Nach Anlaufproblemen steigerte sich auch Mittelblocker Akhrorjon Sobirov enorm.

Erneuter personeller Umbruch steht an

Wie schon in den vergangenen Jahren dürfte es auch diesmal einen großen personellen Umbruch in der Mannschaft geben. Wie Geschäftsführer Manohar Faupel erklärte, stehen einige junge deutsche Spieler mit Identifikationspotenzial auf der Wunschliste des TV Bühl. Es liegt jetzt an den Verantwortlichen, die richtige Mischung im Spielerkader zu finden. Nach der Saison ist vor der Saison: In den nächsten Wochen und Monaten wartet auf die TVB-Führung einiges an Arbeit.