DIE GLEISE ZWISCHEN BÜHL UND APPENWEIER werden für 11,5 Millionen Euro modernisiert. Die Bauarbeiten starten am 4. März in Bühl. Auch in der Nacht wird gearbeitet. | Foto: Ulrich Coenen

Bühl bis Appenweier

Nachts drohen Bahnanliegern laute Hupen

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Eins ist sicher: Es kann laut werden. Die Hauswurfsendungen der Deutschen Bahn verheißen in dieser Hinsicht nichts Gutes. Zwischen dem 4. März und dem 29. April stehen zwischen Bühl und Appenweier Instandhaltungsarbeiten an. (Die exakten Daten für die einzelnen Streckenabschnitte sind am Ende des Beitrags zu finden).

Hauswurfsendung der Bahn

Der Staatskonzern nennt in seiner Hauswurfsendung freundlicherweise auch eine Kontakttelefonnummer, unter der die betroffen Anwohner entlang der Rheintalstrecke mehr erfahren können: (08 00) 5 99 66 55. Die Redaktion startete den nicht zur Nachahmung empfohlenen Selbstversuch. Nach acht Minuten in der Warteschleife („Bitte haben Sie einen Moment Geduld!“), meldete sich eine freundliche Dame: „Ich arbeite bundesweit, da muss ich erst nachschauen.“ Und im Hinblick auf die mögliche Lärmbelästigung: „Da wird schon mal eine Hupe zu hören sein.“

11,5 Millionen Euro

Die BNN wandten sich an die Pressestelle der Bahn in Stuttgart. Pressesprecher Werner Graf berichtete, dass die Arbeiten zwischen Bühl und Appenweier, in die insgesamt 11,5 Millionen Euro investiert werden, seit Jahren geplant sind und im Hinblick auf den Streckenerhalt zu routinemäßigen Pflegemaßnahmen gehören. Gerade erst hat Ronald Pofalla, früher Kanzleramtsminister unter Angela Merkel und seit drei Jahren Bahn-Vorstand für Infrastruktur, rekordverdächtige 10,7 Milliarden Euro Ausgaben für Reparatur und Modernisierung des Netzes angekündigt, um die chronisch unpünktlichen Züge pünktlicher zu machen.

Pofalla kündigt an

„Einen direkten Zusammenhang zwischen Pofalla und den bereits seit längerer Zeit geplanten Arbeiten zwischen Bühl und Appenweier gibt es nicht“, berichtete der Bahnsprecher. Indirekt gebe es aber schon eine Verbindung. Die 11,5 Millionen Euro, die nach Mittelbaden fließen, sind nämlich ein kleiner Bestandteil der satten 10,7 Milliarden Euro.

Schotter wird belastet

Zwischen Bühl und Appenweier stehen je nach Schadensbild unterschiedliche Arbeiten an. „Von Reinigen bis Stopfen“, sagte Graf. Und wie stopft man Gleise? „Der Schotter der Gleise wird über die Jahre vor allem durch Güterzüge kräftig durchgerüttelt“, berichtete der Pressesprecher. „Dadurch runden sich die spitzen Steine ab.“ Für die Statik des Gleiskörpers ist das ungünstig. Deshalb werden teilweise nur Schienen, teilweise auch das gesamte Schotterbett erneuert. Bei Appenweier werden in den kommenden Wochen außerdem zwei Weichen ausgewechselt.

Keine Verspätungen

Die Bahnkunden werden es mit Freunden hören: Werner Graf rechnet nicht mit wesentlichen Verspätungen. „Allenfalls wenige Minuten“, meint er. Wir sind ein gutes Team, und eine der beiden Schnellfahrstrecken ist immer frei. Wir entwickeln für die Zeit der Bauarbeiten ein Betriebsverfahren für ein Gleis“, sagte Graf.
Damit die Firma, die sich in der EU-weiten Ausschreibung durchgesetzt hat, möglichst schnell fertig ist, wird auch nachts gearbeitet. Dann droht den Anwohnern der Einsatz des akustischen Warnsystems, mit dem die Arbeiter an den Gleisen vor nahenden Zügen geschützt werden sollen.

Die Gleisarbeiten zwischen Bühl und Appenweier werden abschnittsweise ausgeführt und betreffen nicht die Bahnsteige: Bühl 4. bis 8. März, Achern und Önsbach 11. bis 19. März, Önsbach bis Appenweier 25. März bis 31. März, Appenweier bis Önsbach 1. bis 4. April, Önsbach bis Ottersweier 8. April bis 14. April, Ottersweier bis Bühl 19. bis 23. April. Die Weichen in Appenweier werden vom 27. bis 29. April modernisiert.
Zum Einsatz kommen unter anderem Bettungsreinigungsmaschine, Gleisumbauzug, Materialförder- und Silowagen, Gleistopfmaschine, Zweiwegebagger und Baustellenfahrzeuge.