Mit einem Kran schwebten am Dienstagmorgen die zum Teil tonnenschweren Granitstufen für den Unterbau des Bühler Narrenbrunnens vom Lkw. | Foto: Ulrich Coenen

Kirchplatz in Bühl

Der Narrendaddel kehrt bald zurück

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„Ab! Ab! Stopp! Stopp! Noch ä bissel!“ Laute Rufe hallen am Dienstagmorgen über den Kirchplatz. Selbstverständlich ist auch Hans-Peter Maisch von der Narrhalla Bühl gekommen. Nachdem der Narrenbrunnen bei seiner Demontage 2014 beschädigt wurde, soll beim Wiederaufbau am neuer Stelle einige Meter weiter westlich nichts schief gehen.

Bauarbeiten vor Abschluss

Die Neugestaltung des Kirchplatzes wird Ende des Monats abgeschlossen und zu den letzten Arbeiten gehört der Narrenbrunnen, ein Werk der Bildhauerin Gudrun Schreiner aus dem Jahr 1995. Reiner Armbruster, der städtische Bauleiter, ist zufrieden. „Wir werden noch den Kanal entlang des Stadtgarteneingangs aufdimensionieren“, berichtet er. „Außerdem installieren wir Abwasserleitungen und -anschlüsse für Veranstaltungen im Stadtgarten. Dann müssen wir in Zukunft beim Zwetschgenfest oder den After-Work-Partys keine hässlichen Schlauchbrücken mehr bauen, die außerdem gefährliche Stolperfallen sind.“

Viel Arbeit für Steinmetze

Der Dienstag steht aber ganz im Zeichen des Brunnens. Der Bühler Steinmetzmeister Hans-Jürgen Jacobs und sein Team haben den Unterbau und die kreisrunde Brunneneinfassung aus Granit in ihrer Werkstatt gereinigt und kleine Schadstellen ausgebessert. Jetzt schweben die zum Teil mehrere Tonnen schweren Einzelteile mit dem Kran an ihren neuen Standort. Das ist natürlich Millimeterarbeit und entsprechend lautstark hallen die Kommandos. Der Granitring, der den Brunnen umgibt, wurde übrigens bereits in Zusammenhang mit der neuen Brunnentechnik vor einigen Wochen montiert.

Sprühnebel

Diese Technik wird einiges ändern. Das neue Brunnenbecken ist im Gegensatz zu seinem Vorgänger nur noch zehn Zentimeter tief und wird kein Wasser mehr führen. Der Narrenbrunnen wird in Zukunft von Sprühnebel und weißem LED-Licht illuminiert. UV-Licht im Untergrund sorgt dafür, dass dieser Nebel keimfrei bleibt.

Bronzefiguren werden restauriert

Die Entscheidung gegen einen wasserführenden Brunnen ist bei der Stadt nicht nur aus Kostengründen gefallen. Wasser und die notwendigen Aufbereitungsmittel gegen Veralgung haben dem das Rad stemmende Narrendaddel und der auf einem Besen reitenden Hexe zugesetzt. Aktuell befinden sich die Bronzefiguren zur Restaurierung in der Kunstgießerei Strassacker in Süßen. Die Arbeiten sind bereits abgeschlossen, die Bronzeskulpturen werden aber in Süßen noch zwischengelagert, bis sie auf dem Kirchplatz aufgestellt werden.

Eröffnung am 11.11. um 11.11 Uhr

Wann genau das sein wird, ist aktuell noch unklar. Eine offizielle Eröffnungsfeier des neuen Brunnens wird es erst am 11.11 Uhr um 11.11 Uhr geben. „Die Bronze hat nach der Restaurierung wieder eine wunderbare Patina“, sagt Reiner Armbruster. „Vor dem endgültigen Abschluss aller Restarbeiten werden wir die Skulpturen auf keinen Fall aufstellen. Sie sollen nicht unter dem Schmutz der Baustelle leiden.“ Die Steinmetzarbeiten sollen bereits am Mittwoch abgeschlossen werden. Der weitere „Fahrplan“ ist noch unklar.

Begeisterter Narr

Hans-Peter Maisch ist begeistert. „ Nach dem Gemeinderatsbeschluss habe nie an der Zukunft des Brunnens gezweifelt“, sagt er. „Es hat lange gedauert.“ „In jedem Fall sind alle auf dieser Baustelle mit Herzblut dabei“, berichtet Reiner Armbruster.