Das Eckhaus Mühlenstraße 4 in Bühl (rechts) soll abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Der Gemeinderat hat den Bebauungsplan Hänferdorf geändert. | Foto: Ulrich Coenen

Rat ändert Bebauungsplan

Neubau am Eingang zum Bühler Hänferdorf geplant

„Ein architektonisches Highlight ist es nicht!“ Auf einer Pressekonferenz im Vorfeld der Gemeinderatssitzung stellte Oberbürgermeister Hubert Schnurr die erste Änderung des Bebaungsplans Hänferdorf vor. Die wird nötig, weil ein Bühler Geschäftsmann das Haus Mühlenstraße 4 abreißen und durch einen Neubau ersetzen will. Das mehrfach umgebaute Gebäude an der Ecke Johannesstraße/Mühlenstraße, das der Johannesstraße und damit dem Johannesplatz eine bis auf zwei Streifen mit Glasbausteinen geschlossene dreigeschossige Fassade entgegenstreckt, ist in der Tat alles andere als attraktiv und fügt sich nicht ins Stadtbild ein.

Vier Wohnungen

Wie Schnurr mitteilte, plant der Investor auf dem nur rund 300 Quadratmeter großen Grundstück ein dreigeschossiges Wohngebäude mit Penthouse. Bis zu vier Wohnungen sind möglich. Der Gemeinderat stimmte der notwendigen Bebauungsplanänderung ohne Diskussion zu.

Im Sanierungsgebiet

Der ursprüngliche Bebauungsplan Hänferdorf, der von der Stadt auf der Grundlage des dortigen Sanierungsgebietes entwickelt wurde, ist bereits seit dem Jahr 2009 rechtskräftig. Die Neubebauung des Eckgrundstücks Mühlenstraße 4 hat den Technischen Ausschuss aber bereits im Februar 2008 beschäftigt. Damals wurde dem Bauherrn ein Neubau mit einer Wandhöhe von neun Metern mit Flachdach genehmigt. Die Grundflächenzahl (GRZ) wurde im Hinblick auf das Bestandsgebäude unverändert auf 0,6 festgesetzt. Mit der GRZ wird im Baurecht die Grundstücksausnutzung beschrieben. Umso höher dieser Wert ist, umso intensiver kann das Grundstück genutzt beziehungsweise bebaut werden.

GRZ wird erhöht

Bereits damals wollte man im Rathaus die Einfahrt in die Mühlenstraße und den dortigen Gehweg verbreitern. Das Bestandsgebäude ragt weit in die Straßenraum, sodass an dieser Stelle ein Nadelöhr für Verkehr und Fußgänger entstanden ist. Diese Idee wird nun von der Stadtverwaltung erneut aufgegriffen. Sie tauscht mit dem Bauherrn Flächen. Der Investor erhält auf diese Weise ein besser nutzbares Grundstück entlang der Johannesstraße und die Stadt kann die Einfahrt in die Mühlenstraße verbessern.
Im Hinblick auf die Abmessungen des Neubaus will die Kommune dem Bauherrn entgegenkommen. Die GRZ wird auf 0,75 erhöht, so dass der Investor das kleine Grundstück besser ausnutzen kann. Außerdem hält die Stadt nun eine Wandhöhe von 9,5 Meter für vertretbar. Das Penthouse darf sogar 12,5 Meter hoch sein, muss aber einen halben Meter hinter die Wand zurücktreten, um die in diesem Gebiet übliche Dreigeschossigkeit nicht zu überschreiten. Um die höhere GRZ zu kompensieren, verlangt die Stadt eine Dachbegrünung.

„Qualitätvoller Wohnraum“

In der Verwaltungsvorlage zur Gemeinderatssitzung ist im Hinblick auf den Neubau von „qualitätvollem Wohnraum im innenstadtnahen Bestandsgebiet“, der den Sanierungszielen entspreche, die Rede. Die Stadt schließt, wie bei solchen Projekten üblich, mit dem Investor einen städtebaulichen Vertrag ab. Damit verpflichtet sich dieser zur Übernahme der Kosten.