Auf dem Eckgrundstück an der Einmündung Drei-Tore-Straße/Gebersbergstraße soll nach Plänen eines Baden-Badener Investors eine Wohnanlage mit 13 Einheiten entstehen. | Foto: Bernhard Margull

Ortschaftsrat lehnt Projekt ab

„Neubaupläne in Neusatz sind zu groß und zu wuchtig“

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Eine geplante Wohnanlage mit 13 Einheiten sorgt im Bühler Stadtteil Neusatz für Diskussionen. Ein Baden-Badener Investor will das Gebäude an der Ecke Drei-Tore-Straße/Gebersbergstraße errichten und hat eine entsprechende Bauvoranfrage bei der Stadt Bühl gestellt. Der Ortschaftsrat hat das Projekt abgelehnt.

Zwei dreigeschossige Baukörper

Große Mehrfamilienhäuser in Dörfern sind oft umstritten. Am 6. Februar haben die BNN über ein geplantes Achtfamilienhaus im Dorfzentrum von Altschweier berichtet, das ein Bestandsgebäude ersetzen soll. In Neusatz ist die Situation eine andere. Der Investor will die Wohnanlage auf einem unbebauten Grundstück inmitten eines älteren Neubaugebietes errichten. Gegenüber dieser Zeitung berichtete der Baden-Badener Bauherr, dass die Wohnanlage in zwei dreigeschossige Baukörper mit Flachdach gegliedert werden soll. Die beiden Kuben, die komplett in Holzbauweise ausgeführt werden sollen, erreichen eine Höhe von zehn Metern. Insgesamt sind 19 Pkw-Stellplätze vorgesehen, teilweise als Einzelgaragen im Erdgeschoss, teilweise als Außenstellplätze.

Wegen Dimensionen umstritten

OB Hubert Schnurr bestätigte gegenüber dieser Zeitung, dass das Projekt in Neusatz wegen seiner Dimensionen hoch umstritten ist. Wie in Altschweier gibt es für das Gebiet, in dem das Haus entstehen soll, keinen Bebauungsplan. Es ist deshalb nach Paragraf 34 des Baugesetzbuches zu beurteilen, der (so der Gesetzestext) die „Zulässigkeit von Vorhaben innerhalb der im Zusammenhang bebauten Ortsteile“ regelt und in den vergangenen Jahren in Bühl immer wieder für Ärger sorgte. Neubauten sollen sich „nach Art und Maß der baulichen Nutzung, der Bauweise und der Grundstücksfläche, die überbaut werden soll, in die Eigenart der näheren Umgebung einfügen“. Der Investor weist im Gespräch mit dieser Zeitung deshalb auch mit Nachdruck darauf hin, dass es in der Nachbarschaft bereits Häuser mit einer Höhe von neun bis elf Metern gibt.

Ortschaftsrat fordert Bebauungsplan

Der Ortschaftsrat will die Pläne in ihrer jetzigen Form jedenfalls nicht hinnehmen. „Wir haben uns mit der Bauvoranfrage beschäftigt und waren einhellig der Meinung, dass die Größe und die Wucht des Gebäudes nicht in die Umgebung passen“, sagte Ortvorsteher Wolfgang Bohnert. Der Ortschaftsrat fordert nun einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan für das Eckgrundstück Drei-Tore-Straße/Gebersbergstraße. Auch das Flachdach gefällt einer Reihe von Ortschaftsräten nicht. „Diese Dachform gibt es in der Nachbarschaft nirgends“, stellt Bohnert fest.

Abteilung Baurecht sieht keine Probleme

Wie es weitergeht, ist aktuell noch nicht klar. „Meine Abteilung Baurecht ist der Ansicht, dass sich das Vorhaben nach Paragraf 34 in die Umgebung einfügt“, berichtet Hubert Schnurr. „Das Instrument eines Bebauungsplans wurde vom Grundsatz her nicht für Einzelvorhaben geschaffen, sondern dient der städtebaulichen Entwicklung.“

Wie geht es weiter?

Der vorhabenbezogene Bebauungsplan ist eine Sonderform, für die der Investor die Planungskosten übernehmen muss. Das wäre für ihn aufwendiger und teurer als bei einer Baugenehmigung nach Paragraf 34. Auf welche Variante sich Ortschaftsrat und Zentralverwaltung einigen, bleibt abzuwarten.