Der Real in Sinzheim ist einer der größten Discounter-Märkte in der Region. Der Eigentümer der Immobilie will der Pachtvertrag mit der Handelskette nicht verlängern | Foto: Ulrich Coenen

Bühl und Sinzheim

Neue Betreiber für die Real-Märkte

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Der Real-Markt in Sinzheim erhält wegen eines auslaufenden Pachtvertrags einen neuen Betreiber. Markus Jablonski, Pressesprecher der Real GmbH in Düsseldorf, bestätigte eine BNN-Anfrage. Im Hinblick auf den Real-Markt im Bühler Stadtteil Vimbuch dementierte er ähnlich lautende Gerüchte. Allerdings versucht die Muttergesellschaft Metro bereits seit September die komplette Handelskette zu verkaufen. 

Verwechslung zwischen Bühl und Brühl

Offensichtlich handelt es sich im Hinblick auf den Pachtvertrag für den Bühler Markt um eine Verwechslung. Real wird nämlich unfreiwillig den Markt in Brühl in Nordbaden aufgeben. Bis dahin werden aber noch einige Jahre vergehen. „Wir wurden jüngst darüber in Kenntnis gesetzt, dass nach Ablauf unseres noch bis 31. Dezember 2024 gültigen Mietvertrages in Brühl beziehungsweise 31. März 2023 in Sinzheim ein Nachmieter in das jeweilige Mietverhältnis eintreten wird“, berichtet Jablonski. Beide Immobilien sind im Besitz derselben Eigentümer. „Wir sind traurig über diese Entwicklung“, sagt der Pressesprecher. „Der Markt in Sinzheim läuft sehr gut. Wir hätten den Vertrag mit dem Eigentümer gerne verlängert.“ Der sieht aber offensichtlich in der Zusammenarbeit mit einem neuen Betreiber bessere Perspektiven.

Gespräche gescheitert

„Vorangegangen waren intensive und aus unserer Sicht konstruktive Verhandlungen über die Verlängerung unserer Pachtverträge“, berichtet Jablonski. „Demzufolge haben wir gegenüber dem Eigentümer nie einen Zweifel daran gelassen, dass Real den Mietvertrag der beiden Märkte in Brühl und Sinzheim über das Vertragsende hinaus verlängern wollte. Dazu haben zahlreiche Gespräche mit dem Eigentümer stattgefunden, in denen wir – vor allem im Sinne der betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – bereit waren, umfangreiche finanzielle Zugeständnisse zu machen. Leider waren alle diese Versuche der letzten Jahre – wie wir jetzt wissen – erfolglos.“ Jablonski hofft, dass der neue Betreiber die 155 Mitarbeiter am Standort Sinzheim übernimmt und damit „seiner sozialen Verantwortung gerecht wird.“ Der Pressesprecher spricht von einem „eingespielten, hochmotivierten und hervorragend ausgebildeten Team.“

Wechsel nicht ungewöhnlich

Dass Discounter-Märkte den Betreiber wechseln ist im deutschen Lebensmitteleinzelhandel nicht ungewöhnlich. „Real selbst hat in der Vergangenheit wiederholt von Mitbewerbern Standorte übernommen und komplett mit allen Beschäftigten wiedereröffnet“, erklärte Jablonski. „In den letzten Jahren wurden dabei in gleicher Weise nicht nur Märkte von Mitbewerbern übernommen, sondern auch immer wieder im Rahmen einer im Handel üblichen Portfoliooptimierung einzelne Real-Standorte an Mitbewerber abgegeben. Wir werden daher alle von unserer Seite aus erforderlichen Maßnahmen treffen, um diesen Betriebsübergang in geordneter Form zu unterstützen und haben hierzu bereits mit dem neuen Eigentümer zwecks eines konstruktiven Austauschs Kontakt aufgenommen.“ Wer der neue Betreiber ist, wollte Jablonski nicht sagen.

Metro will alle Real-Märkte veräußern. Von dieser Absicht des Konzerns, die bereits seit September bekannt ist, ist auch der Discountermarkt in Vimbuch betroffen. | Foto: Ulrich Coenen

„Isolierter Vorgang“

Dass auch die Zukunft des Bühler Marktes diskutiert wird, könnte damit zusammenhängen, dass die Metro AG die Einzelhandelskette Real verkaufen will. Jablonski bestätigte, dass es diese Überlegungen bereits seit September im Konzern gibt. „Das ist aber ein isolierter Vorgang, der mit den beiden Märkten in Sinzheim und Brühl nichts zu tun hat“, konstatierte er. „Außerdem ist noch keine Entscheidung gefallen.“ Der Verkauf werde aber Auswirkungen auf alle Real-Märkte haben.

Zerschlagung befürchtet

Das „Handelsblatt“ hat am 2. April berichtet, dass Real vor der Zerschlagung stehe und nur noch zwei Investoren im Rennen seien. Metro-Chef Olaf Koch hat hingegen immer wieder betont, dass er Real als Ganzes verkaufen wolle. Die Mitarbeiter befürchten eine Zerschlagung der angeschlagenen Handelskette.